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Wie verbreitet sich HIV?

Wie verbreitet sich HIV?

HIV: Infektionsgefahr

Das allgemeine Risiko für eine HIV-Ansteckung ist gering. Bei alltäglichen Kontakten wie Hände schütteln oder Umarmen kann man sich nicht anstecken. Auch nicht beim Küssen.

Am häufigsten übertragen wird HIV

  • durch ungeschützten Sex, also ohne Kondom, mit einem infizierten Partner oder einer infizierten Partnerin,
  • durch gemeinsame Nutzung von Spritzen (meist bei Drogenabhängigen),
  • von einer HIV-infizierten Mutter auf das Neugeborene (vor der Geburt, während der Geburt oder durch Stillen).

Die Infektion erfolgt durch Blut und andere infektiöse Körperflüssigkeiten (z. B. Sperma, Vaginalsekret, dem Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut, Muttermilch) und gelangt über offene Wunden, entzündete Hautflächen oder Schleimhäute in den Körper.

Äußerst gering ist die Gefahr einer HIV-Ansteckung bei Bluttransfusionen oder bei der Behandlung mit Blutprodukten. Denn seit 1985 testen Krankenhäuser und Blutbanken in Deutschland und anderen europäischen Ländern Blut und Blutprodukte sowie Blutspender auf HIV-Antikörper sowie seit 2004 auch auf HIV-Erbmaterial.

Das Risiko, sich oder andere beim Sex mit HIV anzustecken

... ist erhöht,

  • wenn man eine andere sexuell übertragbare Infektion hat, zum Beispiel Syphilis, Tripper (Gonorrhö) oder Herpes, oder
  • wenn die HIV-Infektion ganz frisch ist. Denn der Körper hat direkt nach der Ansteckung noch keine Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das Virus gebildet und die Virusmenge im Blut und anderen Körperflüssigkeiten, die sogenannte Viruslast, ist besonders hoch.

... ist vermindert,

  • wenn die Virusmenge im Blut und anderen Körperflüssigkeiten durch eine stabile und erfolgreiche HIV-Therapie stark reduziert wurde.

Keine Angst vor alltäglichem Körperkontakt

Bei gemeinsamer Benutzung von Geschirr, Besteck und Ähnlichem besteht keine Gefahr der HIV-Ansteckung.  Auch Toilette, Bad und Waschbecken können problemlos mit HIV-Infizierten geteilt werden. HIV wird weder über Speichel, Tränenflüssigkeit und Tröpfcheninfektion noch durch Insektenstiche oder über Nahrungsmittel und Trinkwasser übertragen. Selbst wenn virushaltige (Körper-) Flüssigkeit auf die Haut kommt, führt dies zu keiner Ansteckung – sofern die Haut intakt ist, also keine offene Wunde vorliegt.

Von Bedeutung ist es, dass Blut-Blut-Kontakte mit Infizierten vermieden werden. Aus diesem Grund sollten Rasierklingen oder Zahnbürsten nicht gemeinsam benutzt werden.

 

Abb.: Faktoren ohne Gefahr einer HIV-Ansteckung

Prinzipiell kann das HI-Virus auch außerhalb des Körpers tagelang „überleben“, also zum Beispiel in Bluttropfen an einer Spritze. Sobald die Körperflüssigkeiten, die möglicherweise das Virus enthalten, angetrocknet sind, besteht in der Regel keine Möglichkeit der Ansteckung mehr.