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Darmkrebs (Kolorektales Karzinom)

Erfahren Sie hier mehr über Anzeichen, Diagnose und mögliche Therapien des kolorektalen Karzinoms.



Diagnose Darmkrebs – eine Nachricht, die Erkrankte und Angehörige oft in einen Schock versetzt und viele Fragen aufwirft: Wie geht es weiter? Was sollten Betroffene wissen? Hier finden Sie Antworten auf einige der wichtigsten Fragen und nützliche Informationen, die Ihnen helfen können, mit der Diagnose besser umzugehen.



1. Was ist Darmkrebs?

Im Jahr 2019 erkrankten 58.967 Menschen neu an Darmkrebs. Doch was bedeutet „Darmkrebs“ überhaupt?

Bild 1 Darmquerschnitt
Die meisten Darmkrebs-Erkrankungen betreffen den Dickdarm (Kolon) und Enddarm (Rektum) – hier gelbgrün dargestellt.

Der Darm ist ein wichtiger Teil des menschlichen Verdauungsapparates. Alles, was wir essen oder trinken, gelangt über Speiseröhre und Magen in den Darm, wo es bis zur Ausscheidung verarbeitet wird. Der Darm unterteilt sich in Dünndarm, Dickdarm (Kolon) und Mastdarm/Enddarm (Rektum). Die Darmwand aller Abschnitte besteht aus einer innenliegenden Schleimhaut, gefolgt von einer Bindegewebsschicht mit Blutgefäßen, Lymphbahnen und Nerven. Darauf liegt eine Muskelschicht und abschließend eine dünne Bindegewebsschicht. Das Besondere am Darm ist, dass er ein sehr aktives Organ ist. Die Darmschleimhaut erneuert sich innerhalb weniger Tage aus sogenannten Stammzellen. Bei diesem Vorgang kann es zu Fehlern kommen, die meistens behoben werden können. Einige können jedoch bestehen bleiben – und unter Umständen dazu führen, dass sich das Erbgut der Zellen verändert. Eine bösartige Tumorzelle entsteht. Ungehindert vermehrt sich diese, bis die entstandenen Zellen eine Geschwulst bilden – den Tumor.

Die meisten Darmkrebs-Erkrankungen betreffen den Dickdarm (Kolon) und den Enddarm (Rektum). Sie werden daher kolorektale Karzinome genannt. Bleibt der Tumor unentdeckt und die Erkrankung schreitet weiter fort, können sich Tumorzellen auch in benachbarte Gewebe und Organe ausbreiten und dort Tochtergeschwülste oder Metastasen bilden.



Wer ist von Darmkrebs betroffen?

Es hat sich gezeigt, dass Menschen unter 50 Jahren selten erkranken, danach steigt die Häufigkeit mit dem Alter. Statistisch gesehen sind Männer etwas häufiger als Frauen von Darmkrebs betroffen: 2019 erkrankten 32.701 Männer und 26.266 Frauen neu an Darmkrebs. Die meisten der Kolorektalkarzinome treten im Dickdarm auf. In der Grafik unten haben wir Ihnen die Erkrankungszahlen von Frauen und Männern einander gegenübergestellt.

Grafik zur Demografie von Darmkrebs. 2019 erkrankten 58.967 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs.
Grafik zur Demografie von Darmkrebs. 2019 erkrankten 58.967 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs.


2. Was sind die Ursachen von Darmkrebs?

Auch wenn die genauen Ursachen von Darmkrebs noch nicht eindeutig geklärt sind, konnten einige Risikofaktoren nachgewiesen werden, die mit einer Erkrankung in Verbindung stehen. Wie oben bereits erwähnt, steigt das Risiko für Darmkrebs mit dem Alter. Daneben erhöhen folgende Faktoren das Risiko für eine Darmkrebserkrankung:

  • Rauchen
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Übergewicht
  • Zu wenig Bewegung
  • Ballaststoffarme Ernährung und der Verzehr von viel Fleisch und Wurstwaren
  • Schwere, langwierige Entzündungen der Darmschleimhaut (Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn)
  • Dickdarmpolypen (auch Fälle in der Familie)
  • Darmkrebsfälle in der Familie, besonders wenn der oder die Betroffene bei Erkrankung unter 45 Jahre alt war
  • Eine Genveränderung in der Verwandtschaft, bei der schon im Alter zwischen 10 und 25 Jahren Hunderte Polypen im Dickdarm entstehen (familiäre adenomatöse Polyposis, FAP)
  • Eine Genveränderung in der Verwandtschaft, bei der der Zeitraum der Krebsentstehung aus den Polypen verkürzt ist (HNPCC oder auch Lynch-Syndrom)
  • Eine Krebserkrankung, z.B. von Magen, Blase, Haut, Gebärmutterschleimhaut oder Eierstock (auch, wenn nahe Verwandte betroffen sind)

Die Veranlagung für Darmkrebs kann vererbbar sein. Dies ist insbesondere der Fall, wenn mehrere Verwandte ersten oder zweiten Grades an Dickdarmkrebs erkrankt sind und noch mehr, wenn die Erkrankung schon von dem 45. Lebensjahr festgestellt wurde. Trifft dies auf Sie und Ihre Familie zu, sollten Sie Ruhe bewahren. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die Krebsfrüherkennung beraten.

Aber auch ohne geerbte Veranlagung kann es zu einer Erkrankung an Darmkrebs kommen. Tatsächlich können Sie auch aktiv Ihr persönliches Risiko für eine Dickdarmkrebserkrankung verringern. Statistisch gesehen lässt sich z.B. die Wahrscheinlichkeit, an Dickdarmkrebs zu erkranken, durch viel Bewegung um 20 bis 30 % verringern.


Hinweis: Wenn einer oder mehrere dieser Risikofaktoren zutrifft, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass Sie oder Ihre Familie an Darmkrebs erkranken werden. Das persönliche Risiko ist jedoch erhöht. Verringern Sie es, indem Sie sich ausgewogen ernähren, auf das Rauchen verzichten, Ihren Alkoholkonsum verringern und sich regelmäßig bewegen.


3. Wie erkennt man Darmkrebs?

Leider kann auch eine gesunde Lebensweise nicht gänzlich verhindern, dass es zu einer Darmkrebserkrankung kommen kann. Es ist daher für jeden Menschen wichtig, auf seinen Körper und eventuelle Warnzeichen zu hören. Folgende Symptome können auf Darmkrebs hinweisen:

  • Sichtbares Blut im Stuhl
  • Blutarmut, die sich z.B. durch Blässe und Schwäche äußern kann
  • Häufiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung
  • Gewichtsabnahme

Sollten Sie eines oder mehrere dieser Warnsignale feststellen, ohne dass Sie eine Ursache dafür festmachen können (wie z.B. eine Diät, die zur Gewichtsabnahme geführt hat), ist es wichtig, dass Sie aktiv werden und eine:n Ärzt:in aufsuchen.

All diese Beschwerden treten bei Darmkrebs in der Regel erst spät auf, sodass – insbesondere, wenn ein erhöhtes persönliches Risiko besteht – auch ohne Beschwerden schon regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden sollten. Diese sogenannten Früherkennungsuntersuchungen bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen für Männer und Frauen ab 50 Jahren. Das Ziel ist dabei, mögliche Vorformen des Darmkrebses frühzeitig zu erkennen und entfernen zu können. Der Grund dafür ist, dass Darmkrebs häufig aus gutartigen Vorformen entsteht – den bereits erwähnten adenomatösen Polypen (auch Adenome genannt). Diese lassen sich z.B. bei einer Darmspiegelung entdecken und entfernen. So kann meistens schon verhindert werden, dass sich aus den Polypen Darmkrebs entwickelt. Den Erfolg dieser Behandlung zeigen die sinkenden Erkrankungsraten bei Frauen und Männern, seitdem die Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung eingeführt wurde. Eine weitere Methode zur Darmkrebs-Früherkennung ist der Test auf Blut im Stuhl. Ab einem Alter von 50 Jahren können Frauen und Männer diesen einmal im Jahr durchführen. Hierbei wird der Stuhl auf nicht sichtbares Blut untersucht – denn dieses kann ein Hinweis auf Anzeichen oder Vorstufen von Krebs (Polypen) im Darm oder Darmkrebs sein.

Insgesamt lässt sich Darmkrebs schonender behandeln und die Heilungschancen sind besser, wenn er früh entdeckt wird.



4. Verdacht auf Darmkrebs – Wie geht es weiter?

Wenn Sie den Verdacht haben, Sie könnten an Darmkrebs erkrankt sein, sollten Sie Ruhe bewahren und sich nicht aus Angst vor einer lebensverändernden Diagnose vor einem Arztbesuch drücken. Wichtig ist es, Klarheit zu gewinnen – viele Symptome können schließlich auch andere Ursachen haben. Suchen Sie am besten zeitnah Ihre:n Hausärzt:in auf. Dort werden Sie zunächst ausführlich zu Ihren Beschwerden befragen und es wird abgeklärt, ob Krankheiten vorliegen oder in der Vergangenheit vorhanden waren. Im Rahmen der Anamnese wird auch erfragt, welche Medikamente oder ergänzende Substanzen Sie einnehmen und ob es Risikofaktoren gibt. Im Anschluss an das Gespräch wird Ihr:e Ärzt:in Sie körperlich untersuchen und dabei auch bereits Ihren Mastdarm mit dem Finger austasten. Tatsächlich können dabei schon über die Hälfte aller Mastdarmtumoren entdeckt werden.

Eine gängige Untersuchung bei Verdacht auf Darmkrebs ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Hierbei schiebt Ihr:e Ärzt:in einen dünnen, biegsamen Schlauch, in dem sich eine Lampe und eine Kamera befinden, vom After aus durch End- und Dickdarm bis zum Übergang des Dünndarm. Während der Schlauch langsam wieder zurückgezogen wird, betrachtet Ihr:e Ärzt:in ganz genau die Darmschleimhaut und sucht nach Polypen. Werden Polypen bei dieser Untersuchung entdeckt, können diese schon währenddessen mit einer Schlinge oder kleinen Zange entfernt werden.

Ist eine komplette Spiegelung des Darms nicht möglich, können andere Untersuchungen vorgenommen werden. Bei der Sigmoidoskopie wird nur ein Teil des Darms untersucht. Die CT-Kolonographie beschreibt eine Durchleuchtung des Darms von außen mittels Computertomographie. Und bei der Kapselendoskopie schluckt die zu behandelnde Person eine Kapsel mit Kamera, die durch den Verdauungstrakt wandert und dabei Bilder machen kann.



5. Diagnose Darmkrebs – Und jetzt?

Doch wie geht es weiter, wenn die vorherigen Untersuchungen den Verdacht auf Darmkrebs bestätigt haben? Selbstverständlich wird Ihr:e Ärzt:in den genauen Ablauf der weiteren Schritte mit Ihnen besprechen. In der Regel soll als nächstes festgestellt werden, wie weit Ihre Erkrankung fortgeschritten ist. Ihr:e Ärzt:in wird Sie dazu an eine Klinik überweisen, die im Idealfall auf die Diagnostik und Behandlung Ihrer Krebserkrankung spezialisert ist. Dort werden voraussichtlich manche oder einige der folgenden Untersuchungen durchgeführt. Fahren Sie einfach mit der Maus auf die einzelnen Kacheln, um mehr zu erfahren.

Tastuntersuchung des Enddarms

Dabei wird der Enddarm erneut durch einen Arzt oder eine Ärztin abgetastet, um zu bestimmen, wie gut der untere Schließmuskel funktioniert. Dies kann für die weitere Behandlung wichtig sein. Bei einem Tumor im Enddarm kann man hierbei außerdem beurteilen, wie weit unten er im Darm wächst.

Darmkrebs: Ein Mediziner zieht sich Handschuhe an.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Bei der Ultraschalluntersuchung kann der Arzt oder die Ärztin durch die Bauchdecke in Ihren Bauch schauen und innere Organe wie Leber, Nieren, Nebennieren, Milz und Lymphknoten betrachten. Metastasen/Tochtergeschwülste bei Darmkrebs werden am häufigsten in der Leber gebildet. Bei der Untersuchung können solche Veränderungen gut festgestellt werden.

Darmkrebs: Eine Ärztin macht ein Ultraschall bei einen Patienten.

Röntgenuntersuchung

Neben der Leber bildet Darmkrebs auch häufig in der Lunge Tochtergeschwülste. Diese sind bei einer Röntgenuntersuchung besser zu sehen als bei einer Ultraschalluntersuchung. Auch bei dieser Untersuchung soll also herausgefunden werden, ob und wo es Metastasen gibt.

Darmkrebs: Eine Ärztin betrachtet ein Röntgenbild.

Computertomographie (CT)

Bei der Computertomographie (CT) können die inneren Organe im Bauch- und Brustraum, das Schädelinnere und auch vergrößerte Lymphknoten dargestellt werden. Nicht bei allen Patient:innen ist eine solche Untersuchung notwendig – sie wird meist durchgeführt, wenn der Verdacht auf Metastasen in Leber oder Lunge besteht.

Darmkrebs: Eine Ärztin bereitet einen Patienten auf eine CT vor.

Positronenemissionstomographie (PET)

Dieses Verfahren kommt am ehesten bei fortgeschrittenen Erkrankungen zum Einsatz. Es kann die Stoffwechselaktivität der Zellen sichtbar machen. Diese ist bei Krebszellen oftmals besonders hoch, sodass sie sich besser erkennen lassen und auch Metastasen leichter zu finden sein können.

Darmkrebs: Eine Ärztin bereitet einen Patienten auf eine PET vor.

Blutuntersuchungen

Ihr Blut enthält viele Informationen – zum Beispiel auch über die Funktion einzelner Organe. Tumoren bilden außerdem sogenannte Tumormarker, die manchmal im Blut nachgewiesen werden und Aufschluss über eine Erkrankung geben können.

Darmkrebs: Blutuntersuchung bei einem Patienten.

6. Klassifikation des Tumors (bei Darmkrebs)

Wenn bei der Darmspiegelung eine Geschwulst entdeckt wird, entnimmt der Arzt häufig direkt etwas Gewebe, um es von einem Pathologen untersuchen zu lassen. Dieser untersucht das Gewebe und kann feststellen, ob es sich um einen bösartigen Tumor handelt. Zudem kann der Pathologe sogenannte Biomarker-Tests durchführen, die dabei helfen, den Tumor zu charakterisieren.

Daneben gibt es noch einige weitere Untersuchungen, die bei Tumoren im Mastdarm/Enddarm (Rektum) vorgenommen werden. Das Ziel ist hierbei, genau zu erkennen, wo die Geschwulst sitzt und wie weit sie in die Darmwand hineingewachsen ist. Dies kann die Behandlung im weiteren Verlauf beeinflussen.

Wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, werden sich Ihr Arzt und sein Team die Ergebnisse ansehen, um das genaue Krankheitsstadium zu bestimmen. Dieses nimmt Einfluss auf die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie. Für diese Einordnung des Tumorstadiums gibt es international einheitliche Klassifikationen. Die TNM-Klassifikation ist die bekannteste. Das T steht dabei für Tumor und gibt an, wie groß der Primärtumor ist. N steht für Nodi bzw. Knoten und beschreibt ob, wie viele und wo Lymphknoten befallen sind. M steht schließlich für Metastasen und zeigt, ob und wo Fernmetastasen vorliegen. Kleine tiefgestellte Zahlen hinter den Buchstaben geben dabei an, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Auf dem folgenden Bild sehen Sie die verschiedenen Tumorstadien. Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern und auf die Pfeile, um weiter- oder zurückzublättern (schematische Darstellung).

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7. Welche Therapieoptionen gibt es bei Darmkrebs?

Konnte Ihr:e Ärzt:in alle nötigen Informationen bei den Voruntersuchungen sammeln, wird er oder sie sich im Folgenden mit den beteiligten Kolleg;innen beraten, um Ihnen eine Therapie zu empfehlen. Diese ist zum einen davon abhängig, wo der Tumor liegt, wie groß er ist, wie weit er sich bereits ausgebreitet hat und wie die Eigenschaften des Tumors sind. Zum anderen sind auch Ihr allgemeiner Gesundheitszustand und Ihre individuellen Wünsche entscheidend. Gemeinsam mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin können Sie die Empfehlung und Ihre eventuellen Sorgen ganz genau besprechen.

Eines haben alle Behandlungen gemeinsam: Wenn möglich sollen sie den Tumor und eventuelle Tochtergeschwülste entfernen oder vernichten. Lässt sich dieses Ziel nicht mehr erreichen, soll der Tumor möglichst lange kontrolliert werden und die Lebensqualität erhalten bleiben.

Folgende Therapieoptionen gibt es bei Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom): Klicken Sie auf die Bezeichnung, um die Erklärung auszuklappen.

Operation

Bei der Operation werden der Tumor und die ihn umgebenden Lymphknoten soweit möglich vollständig entfernt. Je nach Lage des Tumors müssen dabei unterschiedliche Teile des Darms entfernt werden. Litt die erkrankte Person vor der Operation bereits an einem Darmverschluss, kann die Behandlung die entsprechende Darmpassage wieder herstellen und die Symptome des Darmverschlusses lassen nach. In kritischen Fällen, wie einem akuten Darmverschluss oder einem sehr schlechten Allgemeinzustand, muss der Chirurg oder die Chirurgin einen vorübergehenden künstlichen Darmausgang anlegen. Dieser kann jedoch in einer weiteren Operation wieder nach innen verlegt werden, sobald es der Zustand der zu behandelnden Person zulässt. Über die genauen Eigenschaften der Operation und wie Ihr individueller Fall aussieht, wird Ihr:e Ärzt:in mit Ihnen vor der Behandlung klären.

Chemotherapie

Leider ist es möglich, dass bei einer Operation nicht alle Krebszellen entfernt wurden. Dies ist z.B. der Fall, wenn Metastasen vorhanden sind oder sich die Krebszellen über die Lymph- oder Blutbahn schon weiter im Körper verteilt haben. Daher schließt sich an eine Operation oft eine ergänzende Chemotherapie an. Manchmal ist die Erkrankung auch bereits so weit fortgeschritten, dass eine Operation nicht mehr zu einer Heilung führen kann oder es werden nach der Behandlung neue Tumorabsiedlungen entdeckt. Auch in diesen Fällen kann eine Chemotherapie die Lebenserhaltung erhöhen und die Lebensqualität verbessern.

Die Medikamente einer Chemotherapie (Zytostatika) greifen in den Teilungsvorgang von Zellen ein und stoppen oder verhindern ihre Vermehrung. Da sich Tumorzellen ständig vermehren, sich also besonders häufig teilen, werden diese stärker angegriffen als gesunde Zellen. So kann die Chemotherapie das Wachstum bösartiger Zellen, die möglicherweise noch im Körper vorhanden sind, hemmen.

Bei dieser Therapie bleiben gesunde Zellen jedoch nicht gänzlich verschont. Dadurch entstehen Nebenwirkungen, die Ihnen Ihr:e Ärzt:in vor einer Behandlung genau erläutern wird.

Immunonkologische Therapie

Bestimmte Patient:innen mit metastasiertem Dickdarm- oder Enddarmkrebs können auch eine immunonkologischen Therapie mit sogenannten Checkpoint-Inhibitoren erhalten. Dies trifft zum aktuellen Zeitpunkt auf Tumoren mit einer bestimmten Eigenschaft zu. Patient:innen, deren Tumoren eine sogenannte „hochfrequente Mikrosatelliteninstabilität“ (MSI-H) oder eine Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR) aufweisen, können diese Therapie erhalten.

Anders als andere Behandlungsoptionen zielen immunonkologische Therapien darauf ab, das körpereigene Immunsystem für den Kampf gegen den Krebs stark zu machen und zu reaktivieren.

Wie bei anderen Therapien kann es auch bei einer immunonkologischen Therapie mit sogenannten Checkpoint-Inhibitorenzu Nebenwirkungen kommen. Fieber, Hautbeschwerden und Juckreiz, aber auch Entzündungen der Lunge, des Darms, oder der Schilddrüse können unter anderem auftreten.

Genauere Informationen zur immunonkologischen Therapie finden Sie hier.


Folgende Therapieoptionen gibt es bei Mastdarmkrebs: Klicken Sie auf die Bezeichnung, um die Erklärung auszuklappen.

Operation

Auch bei Tumoren im Mastdarm kann der Krebs mit einer Operation behandelt werden. Ziel ist es, den natürlichen Darmausgang zu erhalten. Je nachdem in welchem Teil des Mastdarm der Tumor liegt, muss unterschiedlich viel des Hüllgewebes, das den Mastdarm umgibt, entfernt werden. Liegt der Tumor im mittleren oder unteren Drittel des Enddarms, muss es gänzlich entfernt werden, um das Risiko zu verringern, dass in diesem Bereich eine erneute Geschwulst entsteht.

Wenn der Tumor sehr nahe am Darmausgang liegt, könnte es sein, dass bei der Operation auch der Schließmuskel und dadurch der gesamte Enddarm entfernt werden muss. Die Folge wäre ein künstlicher Darmausgang. In einigen Fällen kann dies mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie vor der Operation vermieden werden. Ziel ist es dabei, dass sich der Tumor so weit zurückbildet, dass der Schließmuskel erhalten bleiben kann. Dies ist jedoch von der individuellen Lage des Tumors abhängig.

Sollte Ihr:e Ärzt:in bei Ihnen eine Operation planen, wird im Vorhinein genau erklärt, wie vorgegangen und welche Risiken es gibt.

Strahlentherapie (Radiotherapie)

Bei der Strahlentherapie sollen ionisierende Strahlen den Kern der Tumorzellen angreifen, sodass sich diese nicht mehr teilen und vermehren können. Im Idealfall töten sie so die Tumorzellen ab und führen zu einer Heilung der betroffenen Person. Gesunde Zellen haben ein Reparatursystem, das solche Schäden ganz oder teilweise wieder beheben kann. Dennoch muss die genaue Strahlendosis ausgewählt werden: Sie sollte so hoch sein, dass sie die Krebszellen abtötet, aber darf nicht so hoch sein, dass sie die gesunden Zellen zu sehr beschädigt. Der Einsatz der Strahlen wird daher durch einen Strahlentherapeuten oder eine Strahlentherapeutin sorgfältig geplant.

Die Strahlentherapie kommt entweder vor oder nach der Operation zum Einsatz. In manchen Fällen kann es auch schon ausreichen, die Metastasen lediglich mit Strahlen zu behandeln und nicht zusätzlich zu operieren. Auch Tumoren des Mastdarms, die die Darmwand bereits durchbrochen haben oder Lymphknotenmetastasen gesetzt haben, werden manchmal nur mit einer Strahlentherapie oder mit einer kombinierten Radio-Chemotherapie behandelt.

Je nachdem, wie die Strahlentherapeut:in Ihre individuelle Situation einschätzt, wird er oder sie die Behandlung planen und Sie genau über das Vorgehen und mögliche Nebenwirkungen informieren.




8. Leben nach der Therapie von Darmkrebs

Zurück in den Alltag

Nach der Therapie folgt in der Regel als nächstes direkt oder zeitnah die Rehabilitation. Dafür gibt es spezielle Kliniken, die mit den psychischen und körperlichen Problemen von Darmkrebs-Patient:innen vertraut sind. Ziel ist es, dass Sie möglichst schnell wieder in Ihren Alltag oder Beruf zurückfinden.

Darmkrebs: Eine Pflegerin spricht mit einer Patientin.

Nachsorge

Auch nach Abschluss einer Krebstherapie und Rehabilitation sollten Sie regelmäßig zu Nachsorgeterminen bei Ihrem medizinischen Fachepersonal gehen. Suchen Sie sich im Idealfall einen Arzt oder eine Ärztin, welche:r auf die (Nach-)Behandlung und Betreuung von Darmkrebs-Betroffenen spezialisiert ist.

Darmkrebs: Eine Pflegerin spricht mit einem Patienten.

Wo gibt es Unterstützung?

Mit sämtlichen Beschwerden sollten Sie sich immer an Ihre:n behandelnde:n Ärzt:in wenden. Dort kann Ihnen auch Auskunft über die verschiedenen Möglichkeiten der psychischen, sozialen, familiären, körperlichen und beruflichen Rehabilitation gegeben werden. Scheuen Sie sich nicht davor, weitere Möglichkeiten der Betreuung anzusprechen.

Darmkrebs: Eine Pflegerin hält die Hand einer Patientin.

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