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Wie wirksam ist eine HIV-Therapie?

Wie wirksam ist eine HIV-Therapie?

Wann kann von Therapieerfolg gesprochen werden?

Ziel der HIV-Therapie ist, die Virusvermehrung zu hemmen, sodass sich das Immunsystem erholen und lebensbedrohliche Infektionen abwehren kann. Ob dies mit der gewählten Therapiekombination gelingt, lässt sich anhand von zwei Laborwerten ablesen:

  • Viruslast, also die Zahl der Viren im Blut. Gemessen wird die Zahl der Viruskopien pro Milliliter Plasma
  • Zahl der T-Helferzellen (CD4-Zellen)

 

Therapie wirkt = keine Viren nachweisbar

Als Therapieerfolg gilt ein Absinken der Virusmenge unter die Nachweisgrenze von 50 Viren/ml Blut. Wenn die Viruslast unter diesen Wert gesunken ist, gilt eine an HIV-erkrankte Person als nicht mehr infektiös, das heißt, das HI-Virus kann nicht mehr übertragen werden. Dies sollte etwa drei bis vier Monate nach Therapiebeginn erreicht sein. Je höher die Viruslast, desto größer ist das Risiko, dass die Krankheit fortschreitet. Eine Viruslast von über 100.000 Kopien/ml wird als hoch eingestuft.

Parallel zur Abnahme der Viruslast sollte die Zahl der Helferzellen ansteigen. Diese Immunzellen haben eine wichtige Funktion bei der Steuerung der körpereigenen Abwehr. Als normal gelten Werte von über 500 Zellen pro Mikroliter Blut.

 

Kennen Sie schon n=n?

„n=n“ steht für „nicht nachweisbar“ ist „nicht übertragbar“. Das bedeutet, dass HIV-Infizierte, die dank der antiretroviralen Therapie unter der Nachweisgrenze liegen, das Virus nicht mehr weitergeben können. Bei Patienten unter Therapie wird daher
regelmäßig kontrolliert, wie hoch die Viruslast ist. Es ist vielen Menschen nicht bewusst, dass die verfügbaren Therapien schon so gut wirken, dass die Viruslast dauerhaft unter die Nachweisgrenze gedrückt werden kann.

Regelmäßige Kontrolle der Blutwerte

Diese Laborwerte müssen regelmäßig nach Absprache mit dem behandelnden Arzt überprüft werden. Denn es kann sein, dass sich die Viren trotz Therapie vermehren oder die Viruslast nach anfänglichem Rückgang wieder ansteigt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Medikamente ihre Wirksamkeit gegen HIV verloren haben, weil das Virus resistent gegen die eingenommenen Wirkstoffe geworden ist. Die Therapie muss dann umgestellt werden.

 

Therapiepausen fördern Arzneimittelresistenzen

Resistenzen können entstehen, wenn das Medikament nicht in ausreichender Menge im Körper ist, zum Beispiel weil die Einnahme häufiger vergessen wurde. Das Virus kann sich dann wieder vermehren. Dabei können auch Virusvarianten entstehen, gegen die die bislang eingesetzten Medikamente nicht wirken. Die neuen Virusvarianten können sich dann ungehindert vermehren, auch wenn wieder genug Wirkstoff im Körper ist. Daher ist es auch nicht ratsam, die Therapie zu unterbrechen. Auch wenn keine Viren im Blut mehr nachgewiesen werden können, bedeutet das nicht, dass kein Virus mehr vorhanden ist. Denn das Virus kann in latenter Form, also im Verborgenen, im Körper lange Zeit überleben. Daher müssen HIV-Patienten langfristig Medikamente einnehmen.