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Eine Frau liegt lächelnd auf dem Wohnzimmerboden und hält ein fröhliches Baby über sich.

Kinderwunsch nach Krebs: Wege, (nochmals) Eltern zu werden

Viele Menschen wünschen sich trotz einer Krebsdiagnose, Eltern zu werden oder ein weiteres Kind zu bekommen. Wenn Sie auch dazu gehören, haben Sie sich wahrscheinlich vor Therapiebeginn mit der Frage nach fruchtbarkeitserhaltenden Maßnahmen auseinandergesetzt. Nun ist die Therapie vorbei: Wie geht es weiter? Lesen Sie hier mehr über den Kinderwunsch nach Krebs.

Wir möchten ein Baby! Dieser Entschluss bedeutet nach überstandener Krebstherapie nicht unbedingt, sich gleich an ein Kinderwunschzentrum wenden zu müssen. Auch nach einer Krebsbehandlung können Sie in vielen Fällen auf natürliche Weise Vater oder Mutter werden. Dafür müssen sich Hormonhaushalt und Fortpflanzungsorgane wieder vollständig erholen. Sollte die Behandlung allerdings die Fruchtbarkeit beeinträchtigt haben, kann eine Kinderwunschbehandlung helfen. So kann es nach einer Krebstherapie möglich sein, schwanger zu werden und eine Familie zu gründen. Für diesen Fall stehen Ihnen in spezialisierten Zentren erfahrene und verständnisvolle Ärztinnen und Ärzte zur Seite, die mit Ihrer Situation vertraut sind.

Wann der richtige Zeitpunkt für die Familienplanung ist, entscheiden Sie selbst. Wichtige Fragen dabei sind: Wie geht es Ihnen? Wie ist die Therapie verlaufen? Und wie alt sind Sie? Setzen Sie sich nicht unter Zeitdruck, Ihr Körper braucht Zeit, sich von der Therapie zu erholen. Expert:innen empfehlen, nach der Behandlung mindestens drei bis sechs Monate zu warten. Wenn möglich, besprechen Sie diese Fragen am besten mit gynäkologischen Onkolog:innen, die auf dieses Thema spezialisiert sind.

Es gibt verschiedene Wege, den Kinderwunsch nach Krebs zu erfüllen. Wenn möglich sollte der Kinderwunsch bereits bei der Therapieplanung berücksichtigt werden, damit ggf. zusätzliche Maßnahmen getroffen werden können. Unabhängig vom gewählten Weg kann es hilfreich sein, sich mit einer schwierigen Frage auseinanderzusetzen: Wie hoch ist das Risiko eines Rückfalls? Und wer könnte Ihr Kind unterstützen, falls erneut eine Behandlung notwendig wird?

Behandlung im Kinderwunschzentrum

Der Beginn einer Kinderwunschbehandlung ist für viele Paare ein großer Schritt. Suchen Sie sich deshalb eine Praxis, in der Sie sich wohl und gut betreut fühlen. Die Expert:innen dort stehen Ihnen bei den vielen Fragen, die Sie mit Sicherheit haben, zur Seite.

In manchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn Sie bereits vor Beginn der Krebstherapie Maßnahmen zum Erhalt der Fruchtbarkeit getroffen haben, beispielsweise durch das Einfrieren von Ei- oder Samenzellen. Die Spezialist:innen im Kinderwunschzentrum beraten Sie individuell und empfehlen Ihnen dann eine geeignete Maßnahme.

Kinderwunsch nach Krebs: Ein Paar lässt sich von einer Ärztin über eine Kinderwunschbehandlung beraten. Die Ärztin zeigt ihnen etwas auf einem Tablet.

Eine Kinderwunschbehandlung wirft viele Fragen auf. Eine davon kann den finanziellen Aspekt betreffen. Lassen Sie sich im Kinderwunschzentrum oder von Ihrer Krankenkasse zur Übernahme der Kosten beraten. Im Laufe der Behandlung können hohe Kosten entstehen. Diese werden von den Krankenkassen oft nur unter bestimmten Voraussetzungen und auch dann oft nur teilweise übernommen. Wenn Sie die Finanzierung gesichert haben, können Sie sich während der Kinderwunschbehandlung ganz auf sich selbst konzentrieren – und auf das Baby, das Sie sich wünschen.

Pflegekinder und Adoptionen

Auch ohne leiblichen Nachwuchs können Sie und Ihr:e Partner:in als Familie wachsen: In ganz Deutschland gibt es Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen ohne stabile Familie aufwachsen. Vielleicht können Sie einem von ihnen ein neues Zuhause, Liebe und Fürsorge geben? Informationen rund um die Aufnahme eines Pflegekindes oder die Adoption finden Sie bei Ihrem örtlichen Jugendamt, freien Trägern sowie unter www.familienportal.de, einer Informationsseite des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie auf der Website des Ministeriums.

Tipps zum Loslegen und Informieren

Eine Familie sitzt eng aneinander geschmiegt im Wohnzimmer auf dem Boden. Alle vier lachen. Die Mutter hält ein kleines Mädchen im Arm, hinter ihr breitet ein kleiner Junge die Arme aus. Der Vater umarmt alle drei.

Die Plattform „Fertiprotekt“ bietet ausführliche Informationen sowie Adressen von Kinderwunschzentren, die auf Krebsüberlebende* eingestellt sind.

Ein Paar sitzt zuhause am Fenster auf dem Sofa, die Gesichter einander zugeneigt. Die Frau ist schwanger. Er hält sie von hinten umschlungen und streicht über ihren nackten Babybauch.

Constanze Frick schildert, wie sie nach der Diagnose akute myeloische Leukämie (AML) Mutter wurde: “Schwanger nach Krebs: Wenn sich die Sicht auf das Leben ändert”

Titelbild der Café Krebs Pofcastfolge 7 mit dem Titel „Ungewolltes Los I Unfruchtbar durch Krebs“

Im Podcast Café Krebs haben sich Moderatorin Claudine Petit und ihr Gast Claudia Liane Neumann das Thema “Ungewolltes Los: Unfruchtbar durch Krebs” vorgenommen.

Weitere Informationen finden Sie auch in der MSD-Patientenbroschüre Krebs: Was nun?

*„Der Begriff “Cancer Survivorship” (deutsch „Krebs-Überleben”) leitet sich von dem englischen “Cancer Survivor” ab: Mit “Krebs-Überlebende” sind alle Personen gemeint, die irgendwann einmal die Diagnose Krebs bekommen haben. Menschen, die länger als fünf Jahre nach der Diagnosestellung leben, werden in Deutschland häufig als “Krebs-Langzeit-Überlebende” bezeichnet. Cancer Survivors sind entweder geheilt oder (chronisch) krebskrank.“ (Deutsches Krebsforschungszentrum [DKFZ] – Krebsinformationsdienst)

Weiterführende Links

Älteres Paar schaut sich verliebt an

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Junge Familie mit zwei kleinen Kindern drinnen im Schlafzimmer lesen ein Buch.

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Zwei Frauen im Seniorenalter machen einen Spaziergang am Meer. Der Himmel ist wolkig, das Wetter kühl. Der Strand um sie herum ist menschenleer. Die beiden tragen Regenjacken, eine orange-rot, eine dunkelgrün, und Rucksäcke. Die Frau links in der rötlichen Jacke hat ihren Arm um ihre Freundin gelegt.

Hobbys und Freunde

Kreativität, Bewegung, Geselligkeit – die Freizeit nach einer Krebsbehandlung zu gestalten, kann wichtig sein, um Kontrolle und Selbstvertrauen zurückzugewinnen.

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