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In guten wie in schlechten Zeiten: Partnerschaft nach Krebstherapie


Im Gefühlswirbel: Die Auswirkungen der Krebserkrankung auf die Partnerschaft sind für Betroffene oft einschneidend. Besonders Männer (39 Prozent) gaben einer aktuellen Umfrage* aus dem Jahr 2021 zufolge an, dass sich ihr Liebes- und Sexualleben verschlechtert hat, bei den Frauen waren es 29 Prozent. Auch Partner:innen sind mit Ängsten und Sorgen konfrontiert. Sie übernehmen häufig eine zentrale Rolle als emotionale Stütze und praktische Hilfe bei den Herausforderungen des Alltags. Dieser zusätzliche Druck kann weitere Belastungen bedeuten. Um als Paar aus dieser Situation gestärkt hervorzugehen, gibt es bestimmte Methoden, die Sie anwenden können.


Werden wir als Paar je wieder so sein wie früher?

Eine Krebserkrankung stellt Beziehungen auf die Probe, verändert das Gleichgewicht zwischen Partner:innen – manchmal zum Guten, manchmal auch nicht.

Legen Sie Ihr Augenmerk auf Ihre Liebe zueinander und auf Kommunikation miteinander und reden Sie über Ihre Sorgen und Gefühle. Therapeut:innen, Krebsberatungsstellen und Selbsthilfegruppen sind gute Anlaufstellen, um die Herausforderungen, vor denen sie als Paar stehen, meistern zu können. Ein vertrauensvolles Gespräch auf Augenhöhe kann Ihnen helfen, Verständnis aufzubauen und Ihre Liebe zu festigen.

Es kann schwer sein, bewährte Rollen zu überdenken, vor allem, wenn diese sich über Jahre eingeschliffen haben. Zuvor gehegte Pläne und Zukunftsträume ändern sich. Wichtig ist: Sie sind zusammen, Sie möchten an Ihrer Partnerschaft festhalten und herausfinden, wie Sie stärker als zuvor aus dieser Phase gehen können. Leider gibt es kein Patentrezept, um die Beziehung über die schwere Zeit nach Krebs zu retten, weil jede Partnerschaft anders ist und mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert wird. Suchen Sie sich qualifizierte Hilfe, wenn Sie das Gefühl haben, die Herausforderungen nicht allein schultern zu können. Denn das ist normal – und Unterstützung durch Expert:innen vollkommen in Ordnung. Niemand muss allein durch diese Zeit gehen.

Möglicherweise entdecken Sie gemeinsam Dinge, die sich zum Guten verändert haben: So berichten Betroffene davon, dass ihnen Themen, über die früher gestritten wurde, nach dem Krebs wie Nichtigkeiten vorkamen. Oder wie schöne Augenblicke sich noch intensiver anfühlen, weil man gelernt hat, stärker im Moment zu leben.


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Vielleicht fragen Sie sich, ob Sie überhaupt sagen können, wie es Ihnen wirklich geht?

Selbst ohne lebensbedrohliche Erkrankung fällt es vielen Menschen schwer, offen über die Beziehung, ihre Erwartungen oder sexuellen Wünsche zu sprechen. Jeder dritte Krebsüberlebende** verbirgt seine wahren Gefühle vor den ihm nahestehenden Personen. Das ist verständlich, aber Ihre Beziehung würde es stärken, offen mit Partner oder Partnerin über Ihre Gefühle zu sprechen. Unterstützung erhalten Sie dabei, wenn Sie möchten, von Paartherapeut:innen, Psychoonkolog:innen oder Krebs- und anderen Beratungsstellen, beispielsweise Pro Familia.

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Die Krebstherapie hat Ihr Aussehen möglicherweise stark verändert

Narben, Amputationen, eine angegriffene Haut, ein künstlicher Darmausgang oder Haarverlust sind häufige Folgen von Behandlungen – und nagen am Selbstbewusstsein. Vielleicht sorgen diese Eingriffe in die Erscheinung sogar für starke Ablehnung sich selbst gegenüber. Wie sehr eine Krebsdiagnose das Selbstwertgefühl vieler Betroffener erschüttert, zeigten auch Ergebnisse unserer Umfrage* aus dem Jahr 2021: Besonders jüngere Krebspatient:innen (18-49 Jahre) haben eine schlechtere Einstellung zu ihrem Körper als vor der Erkrankung (31 Prozent). Jeder Fünfte aller Befragten fühlte sich dauerhaft unsicher. Es besteht die Gefahr, dass man die eigenen Zweifel unbewusst auf den anderen überträgt. Rufen Sie sich in Erinnerung, dass der Mensch an Ihrer Seite Sie nicht für Ihr Äußeres liebt. Selbst, wenn Sie sich im Moment nicht begehrenswert finden, sehen Partner:innen die kleinen Dinge, in die sie sich verliebt haben: das ansteckende Lachen, zum Beispiel den besonderen Glimmer in den Augen oder wie es sich anfühlt, die Hand des anderen zu halten.


Schwierigkeiten, die beim Sex auftreten können

Es gibt viele Gründe, warum es nach der Krebsbehandlung schwer sein kann, Nähe zuzulassen. Hier finden Sie Tipps, wie Sie mit häufigen Konfliktthemen umgehen können.


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Erwartungen ansprechen

Viele Betroffene fühlen sich unter Druck gesetzt, wenn es um Sex geht. Bestimmte Erwartungen des anderen können sie noch gar nicht erfüllen.

Wichtig ist, diese Sorgen anzusprechen. Möglicherweise möchte Ihnen Ihr Partner, Ihre Partnerin nur zeigen, dass Sie nach wie vor wunderschön sind, er oder sie sich zu Ihnen hingezogen fühlt und gern Ihre Nähe spüren würde.

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Sich näherkommen

Lassen Sie sich Zeit. Fangen Sie langsam an, zum Beispiel mit gegenseitigen Massagen oder sanften Berührungen zwischendurch.

Oder Sie reden zunächst über Sex – was vermissen Sie am meisten? Wo tun Berührungen besonders gut? Es kann außerdem helfen, gemeinsam Lösungen zu finden – beispielsweise gedimmtes Licht, einfache Stellungen, ein verlängertes Vorspiel oder Hilfsmittel wie Gleitgel oder Zäpfchen gegen Scheidentrockenheit.

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Das Körpergefühl stärken

Behandeln Sie Ihren Körper so liebevoll wie möglich. Sie haben gemeinsam eine harte Zeit durchgemacht, nun verdient er Entspannung und Pflege.

Gönnen Sie sich eine Massage, ein wohltuendes Bad oder eine Meditation. Auch Sport trägt dazu bei, wieder ein Bewusstsein für den eigenen Körper zu entwickeln, Kraft und Energie zurückzugewinnen.

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Wenn Beschwerden die Lust nehmen

Scheidentrockenheit, Vernarbungen oder Fatigue können das sinnliche Empfinden verändern oder sogar Schmerzen beim Sex verursachen. Auch Nerven oder Hormone, die für die Lustempfinden eine wichtige Rolle spielen, wurden möglicherweise beeinträchtigt. Manchmal leidet man an Harninkontinenz, Bewegungsstörungen oder Übelkeit.

Die gute Nachricht ist: Viele dieser Beschwerden lassen mit der Zeit nach oder können gut behandelt werden, zum Beispiel mithilfe einer Schmerztherapie, Hormonbehandlungen, Pflegecremes, Beckenbodentraining oder Physiotherapie.


* Studiendesign und Profil der Befragten: Onlinebefragung unter 251 Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren (davon 52 % weiblich, 47 % männlich, 1 % divers), die bereits eine Krebstherapie und Anschlussbehandlung abgeschlossen haben. Bei 78 % der Befragten handelte es sich um eine Krebserkrankung der Stadien 0-2, d.h. es fand keine Ausbreitung auf andere Gewebe statt. Bei 61 % liegt der Abschluss der Behandlung 0-5 Jahre zurück, bei 39 % sind es 6 und mehr Jahre. Die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten unter den Befragten waren: Brustkrebs (18 %), Prostatakrebs (16 %), Dickdarmkrebs (12 %) und Schwarzer Hautkrebs (10 %). Die Befragung wurde im Oktober 2021 von Dialego im Auftrag von MSD Sharp & Dohme GmbH durchgeführt.
** „Der Begriff “Cancer Survivorship” (deutsch „Krebs-Überleben”) leitet sich von dem englischen “Cancer Survivor” ab: Mit “Krebs-Überlebende” sind alle Personen gemeint, die irgendwann einmal die Diagnose Krebs bekommen haben. Menschen, die länger als fünf Jahre nach der Diagnosestellung leben, werden in Deutschland häufig als “Krebs-Langzeit-Überlebende” bezeichnet. Cancer Survivors sind entweder geheilt oder (chronisch) krebskrank.“ (Deutsches Krebsforschungszentrum [DKFZ] – Krebsinformationsdienst)


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