Endometriumkarzinom: Symptome, Diagnose und Behandlung
Erfahren Sie hier mehr über Anzeichen, Diagnose und Therapie des Endometriumkarzinoms.
Diese Seite bietet einen umfassenden Überblick über das Thema Endometriumkarzinom. Behandelt werden die verschiedenen Arten, mögliche Ursachen sowie typische Symptome. Erfahren Sie außerdem, wie moderne Untersuchungsmethoden zur Früherkennung beitragen. Sie werden durch die Schritte der Diagnose sowie die unterschiedlichen Therapieoptionen begleitet und lernen, was bei der Nachsorge zu beachten ist.
Inhaltsverzeichnis
Diagnose Endometriumkarzinom – für Betroffene ein Moment, der das Leben auf den Kopf stellen kann. Neben Angst, Trauer oder auch Wut stellt sich bei vielen ein Gefühl von Hilflosigkeit ein. „Was bedeutet die Diagnose für mich?“, „Wie geht es jetzt weiter?“ und „Was kann ich tun?“ sind Fragen, die sowohl für Betroffene als auch für Angehörige relevant sein können.
1. Was ist ein Endometriumkarzinom?
Bei Gebärmutterkörperkrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der in der Schleimhaut (dem Endometrium) entsteht, die das Innere des Gebärmutterkörpers auskleidet. Ein bösartiger Tumor, der von Schleimhautzellen ausgeht, wird Karzinom genannt. Die Schleimhaut des Gebärmutterkörpers heißt in der Fachsprache Endometrium. Mediziner:innen bezeichnen daher den Gebärmutterkörperkrebs als Endometriumkarzinom. Schreitet die Erkrankung weiter fort, können Tumorzellen auch in benachbarte Gewebe und Organe wandern und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.
Abb. 1: Aufbau der inneren Geschlechtsorgane der Frau (Vorderansicht)
Die inneren Geschlechtsorgane der Frau bestehen aus Scheide (Vagina), Gebärmutter (Uterus), Eileitern (Tuben) und Eierstöcken (Ovarien).
Die Gebärmutter selbst ist ein dickwandiges, muskulöses und birnenförmiges Hohlorgan und liegt zwischen Blase und Mastdarm. Die Gebärmutter besteht aus dem Gebärmutterkörper (Corpus uteri) und dem Gebärmutterhals (Zervix). Im Gebärmutterkörper liegt die Gebärmutterhöhle, die mit einer Schleimhaut, dem Endometrium, ausgekleidet ist.
Mit jährlich mehr als 10.000 Neuerkrankungen sind bösartige Tumoren des Gebärmutterkörpers (Korpus- oder Endometriumkarzinom) die fünfthäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die häufigste der weiblichen Genitalorgane.
Etwa eine von 50 Frauen erkrankt laut Statistik im Laufe ihres Lebens an Gebärmutterkörperkrebs, eine von 200 verstirbt daran.
Abb. 2: Zahlen und Daten zum Endometriumkarzinom in Deutschland.
2. Welche Arten von Endometriumkarzinomen gibt es?
Bislang haben Fachleute Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) vor allem in zwei Tumortypen unterteilt:
- Typ-I-Karzinome machen die Mehrzahl der Endometriumkarzinome aus (ca. 80 %). In der Regel sind diese abhängig vom weiblichen Sexualhormon Östrogen; betroffene Patientinnen haben meistens eine gute Prognose. Sogenannte atypische Endometriumhyperplasien (meist bösartige Verdickungen der Gebärmutterschleimhaut) gelten als Vorstufe von Typ-I-Karzinomen.
- Typ-II-Karzinome sind östrogenunabhängig und deutlich seltener. Hierunter fallen mehrere Tumorarten, zum Beispiel das seröse sowie das klarzellige Endometriumkarzinom und das Karzinosarkom. Meist sind diese Typ-II-Tumoren bei vergleichbarem Krankheitsstadium bösartiger und haben eine schlechtere Prognose als Typ-I-Karzinome.
Diese Unterscheidung in Typ-I und Typ-II hat sich inzwischen allerdings als zu ungenau herausgestellt. Aus diesem Grund gewinnt zunehmend eine Einteilung nach molekularbiologischen Eigenschaften an Bedeutung. Dabei untersuchen Ärztinnen und Ärzte bestimmte charakteristische biologische Merkmale (=Biomarker; Überbegriff für messbare Eigenschaften des Tumors) im Tumorgewebe. Diese können beispielsweise Namen wie p53-Status, Mikrosatelliteninstabilität oder POLE-Mutation haben. Mit ihrer Hilfe teilen sie Tumoren in 4 verschiedene Risikogruppen ein. Damit können Ärztinnen und Ärzte die Erkrankung noch besser bewerten und auch einschätzen, wie hoch das Rückfallrisiko einer Patientin ist und welche Behandlung sie gegebenenfalls benötigt.
3. Welche Ursachen für ein Endometriumkarzinom gibt es?
Circa 80 % der Endometriumkarzinome sind hormonabhängig. Hierbei gilt ein langfristig erhöhter Östrogenspiegel als einflussreicher Risikofaktor. Insbesondere während der Wechseljahre kann dieser für den Körper problematisch werden: Der Körper produziert in dieser Lebensphase keine Gestagene mehr, aber weiterhin Östrogene. Durch einen hohen Östrogenspiegel im Blut werden die Zellen der Gebärmutterschleimhaut teilweise zu ständigem Wachstum angeregt – dadurch können durch das Fehlen der Gestagene nach aktuellem Wissensstand unter Umständen einzelne Schleimhautzellen entarten und Krebs entstehen lassen.
Risikofaktoren, die zur Entstehung eines Endometriumkarzinoms führen können:
Falls eine oder mehrere der genannten Risikofaktoren auf Sie zutreffen, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass Sie an Gebärmutterkörperkrebs erkranken werden – Ihr Risiko für diese Erkrankung ist aber grundsätzlich erhöht. Achten Sie deshalb auf Ihren Körper und suchen Sie bei Auffälligkeiten eine Ärztin oder einen Arzt auf.
Mittlerweile zeichnen sich auch Faktoren ab, die das Risiko der Entstehung einer Krebserkrankung des Endometriums zu senken scheinen zu können: Dazu gehören unter anderem die Einnahme der Antibabypille über mehrere Jahre, die Verwendung der Hormonspirale sowie mehrere Schwangerschaften.
4. Welche Symptome können bei einem Endometriumkarzinom auftreten?
Insbesondere zu Beginn einer Krebserkrankung des Gebärmutterkörpers sind die Symptome oft unspezifisch und so uncharakteristisch, dass sie auch eine andere Ursache haben könnten. Aus diesem Grund ist es wichtig, mögliche Symptome zu kennen und im Zweifel eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Bei weiteren Untersuchungen wird die Ursache für die Symptome gesucht und, wenn nötig, weitere Schritte eingeleitet.
Da es für das Endometriumkarzinom kein regelmäßiges Früherkennungsprogramm gibt, ist es umso wichtiger, dass Frauen bei ersten Warnsignalen zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen. Das typischste Symptom bei Gebärmutterkörperkrebs, das oft schon in einem frühen Stadium auftritt, sind untypische Blutungen aus der Scheide (vor allem nach der letzten Regelblutung). Frauen sollten jede Blutung, die nach den Wechseljahren auftritt, ärztlich abklären lassen. Aber auch vor der Menopause können Zwischenblutungen sowie eine ungewöhnlich lange oder starke Regelblutung ein Warnzeichen für eine Krebserkrankung der Gebärmutter sein.
In den meisten Fällen treten ungewöhnliche Blutungen aus der Scheide früh im Erkrankungsverlauf auf, sodass etwa 75 von 100 Endometriumkarzinomen in frühen Tumorstadien diagnostiziert werden können. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Behandlungs- und somit Heilungschancen für diese Erkrankung. Weitere Beschwerden treten in der Regel erst auf, wenn der Krebs fortschreitet und sich auf umliegende Organe ausgebreitet hat.
Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, können folgende Beschwerden auftreten:
5. Welche Untersuchungen gibt es?
Besteht der Verdacht, dass Sie an Gebärmutterkrebs erkrankt sind, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen, um die Diagnose entweder zu bestätigen oder den Verdacht auszuräumen. Wichtig ist, dass Sie den Besuch bei der Ärztin/beim Arzt nicht aufschieben: Denn je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind in den meisten Fällen die Behandlungs- und Überlebenschancen.
Bis die endgültige Diagnose gestellt wird, können mehrere Wochen vergehen. Machen Sie sich deshalb keine Sorgen, denn je gründlicher Sie untersucht werden, desto besser kann die Behandlung auf Sie und Ihre Bedürfnisse zugeschnitten werden.
Schmuckbild Ultraschall
Besonders wichtig ist, dass Sie sich bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt gut aufgehoben fühlen und ein vertrauensvolles Verhältnis haben – sollte dies nicht der Fall sein, scheuen Sie sich nicht davor, sich eine zweite Meinung einzuholen oder sich von einer anderen Ärztin bzw. einem anderen Arzt behandeln zu lassen.
Die folgenden Untersuchungen können im Rahmen der Diagnosestellung auf Sie zukommen:
Klicken Sie auf die Bezeichnungen, um die Erklärung auszuklappen.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird sich in einem ausführlichen Gespräch Zeit dafür nehmen, mehr über Ihre Beschwerden zu erfahren und darüber, wie lange Sie diese schon haben. Außerdem wird sie/er mögliche Risikofaktoren (siehe oben) erfragen und sich ein Gesamtbild über Ihre Gesundheit bzw. über bestehende weitere Erkrankungen machen. Denken Sie daran, der Ärztin/dem Arzt etwaige Medikamente, die Sie bereits einnehmen, mitzuteilen, damit mögliche Wechselwirkungen mit der folgenden Krebstherapie ausgeschlossen werden können. Machen Sie sich gerne in Vorbereitung auf das Gespräch ein paar Notizen – im Zweifel könnten für Sie unwichtige Details für die Ärztin/ den Arzt relevant sein.
Im Rahmen des Anamnese-Gespräches kann die Ärztin/der Arzt auch direkt eine erste körperliche Untersuchung durchführen. Diese Untersuchung wird auf dem gynäkologischen Stuhl mit einem röhrenförmigen Instrument (auch Spekulum genannt), mit dessen Hilfe die Scheide aufgedehnt wird, durchgeführt. Ergänzt wird dies durch eine Tastuntersuchung.
Besteht der Verdacht auf Gebärmutterkörperkrebs, wird die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide durchführen (transvaginale Sonographie). Dabei führt die Ärztin/der Arzt eine spezielle stabförmige Ultraschallsonde in die Scheide ein. Der transvaginale Ultraschall ist in der Regel schmerzfrei und geht nicht mit einer Strahlenbelastung einher. Diese Untersuchung ermöglicht es, die Dicke des Endometriums, also der Gebärmutterschleimhaut, zu beurteilen. Außerdem kann im Fall eines Karzinoms festgestellt werden, wie weit das Endometriumkarzinom bereits in die Muskulatur der Gebärmutterwand eingewachsen ist und ob, bzw. wie sehr sich der Tumor auf den Gebärmutterhals, die Eierstöcke oder die Eileiter ausgebreitet hat.
Stellt die Ärztin/der Arzt beim transvaginalen Ultraschall eine Auffälligkeit an der Gebärmutterschleimhaut fest, wird die Gebärmutter mithilfe einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) genauer untersucht. Dazu wird ein spezielles Instrument, das Hysteroskop, durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Das Hysteroskop ist mit einer Kamera ausgestattet, welche es der Ärztin/dem Arzt ermöglicht, die Gebärmutterschleimhaut genauer zu betrachten. Gleichzeitig können mithilfe des Hysteroskops Gewebeproben (Biopsien) aus verdächtig erscheinenden Bereichen der Gebärmutterschleimhaut entnommen werden (gezielte Entnahme, die es später ermöglicht, dass das entnommene Gewebe dem entsprechenden Gebiet zugeordnet werden kann), die dann im Labor untersucht werden können. Eine solche Spiegelung der Gebärmutter wird normalerweise ambulant im Krankenhaus durchgeführt und dauert in der Regel 10 – 20 Minuten. Sie sind in dieser Zeit in einer kurzen Vollnarkose, sodass Sie von der Untersuchung nichts mitbekommen.
Im Rahmen einer Spiegelung der Gebärmutter (siehe oben) wird auch immer eine Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut (Abrasio) durchgeführt. Ebenfalls unter Narkose führt die Ärztin/der Arzt ein scharfes, löffelartiges Instrument (Kürette) durch die Scheide in die Gebärmutter ein und schabt die Schleimhaut vorsichtig ab. Auch die hierbei gewonnenen Gewebeproben werden an ein pathologisches Labor geschickt, in dem sie feingeweblich untersucht werden. Dabei wird festgestellt, ob es sich tatsächlich um ein Endometriumkarzinom handelt und wie aggressiv der Tumor wächst – erst jetzt kann die Krebsdiagnose gestellt werden.
Sollte der transvaginale Ultraschall keine ausreichende Bildqualität geliefert haben, kann Ihre Ärztin/Ihr Arzt mithilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT) beurteilen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Dabei kann auch der Bauchraum und der Beckenraum untersucht und es kann bestimmt werden, ob Lymphknoten vom Tumor befallen wurden. Bei einem MRT werden mithilfe starker Magnetfelder ein Bild vom Inneren des Körpers erstellt – eine Strahlenbelastung entsteht bei dieser Untersuchung nicht.
Eine Untersuchung mittels CT wird meistens dann durchgeführt, wenn ein MRT nicht möglich ist. Mithilfe eines CTs können örtliche Ausbreitung des Tumors sowie Fernmetastasen in anderen Organen festgestellt werden. Allerdings bringt das CT, anders als das MRT, eine gewisse Strahlenbelastung mit sich, welches von Expert:innen allerdings als vertretbar bewertet wird.
Ein Ultraschall des Bauchraums durch die Bauchdecke kann der Ärztin/dem Arzt dabei helfen, die Ausbreitung des Tumors auf andere innere Organe des Bauchraums zu untersuchen – insbesondere die Leber kann so auf Metastasen geprüft werden.
Insbesondere im fortgeschrittenen Stadium bilden sich bei vielen Patientinnen Metastasen, beispielsweise in der Lunge oder in den Knochen. Diese Röntgenuntersuchung ist besonders bei Patientinnen notwendig, die ein Endometriumkarzinom vom Typ-II haben, denn dieses wächst meist aggressiver als ein östrogenabhängiger Tumor. Für eine erste Orientierung, ob Metastasen in der Lunge vorliegen, kann die Röntgenuntersuchung sinnvoll sein.
Blutuntersuchung: Eine Untersuchung des Blutes kann Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustand geben.
Blasenspiegelung: Wird durchgeführt, wenn der Verdacht besteht, dass der Tumor in die Blase eingewachsen ist.
Darmspiegelung: Wird durchgeführt, wenn vermutet wird, dass der Tumor in den Darm eingewachsen ist.
6. Diagnose Endometriumkarzinom
Nachdem diese Untersuchungen abgeschlossen sind und die Diagnose Endometriumkarzinom sich bestätigt hat, geht es den behandelnden Ärztinnen und Ärzten darum, die Behandlung für Sie zu finden, die am besten auf Ihre Erkrankung zugeschnitten ist. Dazu ist es wichtig, den „Steckbrief“ des Tumors so genau wie möglich zusammenzustellen – also herauszufinden, aus welchem Zelltyp der Tumor besteht, wie schnell er wächst, wie bösartig er ist und ob und ggf. wie weit er sich bereits im Körper ausgebreitet hat. Mithilfe der vorangegangenen Untersuchungen ermittelt die Ärztin/der Arzt das genaue Krankheitsstadium. Damit jede Ärztin/jeder Arzt das Stadium richtig einordnen kann, gibt es Einteilungen (Klassifikationen), die international einheitlich sind. Für alle Arten von Tumoren wird die sogenannte TNM-Klassifikation verwendet, wobei T für die Ausbreitung des Primärtumors, N für einen Befall von Lymphknoten und M für Metastasen in entfernteren Organen steht. Bei gynäkologischen Tumoren findet zusätzlich die FIGO-Klassifikation Anwendung, die durch eine Einteilung in 4 Stadien ebenfalls die Ausbreitung des Tumors sowie die Bildung von Metastasen beschreibt.
Auf der Grafik sehen Sie eine Darstellung der verschiedenen Stadien nach der FIGO-Klassifikation. Diese Abbildungen repräsentieren nur eine Auswahl der Stadieneinteilung, eine detaillierte Beschreibung ist anhand weiterer Einteilungen möglich. Klicken Sie nach rechts, um sich die Übersicht zu den verschiedenen Stadien anzuschauen.
Grading: Differenzierung der Tumorzellen
Neben der Beurteilung von Ausbreitung und Tumorart mithilfe der TNM-/FIGO-Klassifikation wird auch der Differenzierungsgrad des Tumors bestimmt. Dabei wird eingeschätzt, wie sehr sich die Zellen des Tumors von normalen Zellen des Körpers unterscheiden – je größer der Unterschied zwischen Tumorzellen und gesunden Zellen ist, desto bösartiger ist der Tumor. Endometriumkarzinome können in „low grade“ Tumoren, bei denen das Tumorgewebe dem gesunden Gewebe ähnelt, und „high grade“ Gewebe, bei dem sich die Zelltypen stark voneinander unterscheiden, eingeteilt werden.
7. Therapieoptionen – Wie wird ein Endometriumkarzinom behandelt?
Wenn alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt wurden und die Diagnose Endometriumkarzinom besteht, kann die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit der Patientin entscheiden, welche Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen sollen. Behandlungen, die auf eine vollständige Entfernung des Tumors und eine dauerhafte Heilung der Patientin abzielen, werden als kurativ bezeichnet. Ist dieses Ziel nicht erreichbar, werden sogenannte palliative Maßnahmen angewandt, die das Tumorwachstum möglichst lange kontrollieren und dabei die Lebensqualität der Patientin erhalten sollen.
Folgende Therapieoptionen stehen zur Behandlung eines Endometriumkarzinoms grundsätzlich zur Verfügung:
Schmuckbild Operation
Als Therapie der ersten Wahl gilt beim Endometriumkarzinom die Operation. Ziel hierbei ist es, vom Tumor befallenes Gewebe möglichst vollständig zu entfernen. Dazu werden in der Regel Gebärmutter, die Eileiter und fast immer die Eierstöcke der Patientin entfernt. Dieser Eingriff erfolgt typischerweise laparoskopisch über kleine Einschnitte im Bauch. Ist der Tumor bereits fortgeschritten, müssen auch benachbarte Lymphknoten oder angrenzendes Gewebe entfernt werden, was meistens über einen größeren Bauchschnitt geschieht. Patientinnen, bei denen Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke bei einer Operation entfernt wurden, sind dadurch unfruchtbar. Falls die Patientin noch nicht in den Wechseljahren war, setzt diese durch die Entfernung dieser Organe ein. Besonders in einem frühen Erkrankungsstadium kann eine Operation die Erkrankung fast immer heilen. Durch die Operation können je nach Umfang Nebenwirkungen auftreten, wie beispielsweise eine Verkürzung der Scheide oder Vernarbungen.
Patientinnen mit Kinderwunsch sollten sich vor einer Operation ausführlich von ihrer Ärztin/ihrem Arzt beraten lassen, welche Möglichkeiten es für die jeweilige Erkrankungssituation gibt, um die Furchtbarkeit zu erhalten.
Schmuckbild Strahlentherapie
Nach einer Operation können Patientinnen mit Endometriumkarzinom ergänzend eine Strahlentherapie (Radiotherapie) erhalten. In der Medizin nennt sich diese Behandlung auch eine „adjuvante Therapie“. Diese Art der Therapie kann dabei unterstützen, den Tumor unter Kontrolle zu behalten. Sollte eine Operation nicht möglich sein, kann auch eine alleinige Strahlentherapie infrage kommen. Auch kann eine Strahlentherapie mit einer medikamentösen Therapie kombiniert werden. Je nach Art der Strahlentherapie können verschiedenen Nebenwirkungen auftreten.
Eine Chemotherapie kommt zur Behandlung fortgeschrittener Endometriumkarzinome, bei denen sich der Tumor auf umliegendes Gewebe, Beckenlymphknoten oder andere Organe ausgebreitet hat, in Frage. Von einer Chemotherapie können vor allem Patientinnen mit einem besonders aggressiven Tumor profitieren oder jene, bei denen es sich um ein Rezidiv (Krankheitsrückfall) handelt. Eine Chemotherapie kann je nach Tumorstadium in Kombination mit einer Strahlentherapie angewendet werden. Da Chemotherapie-Medikamente nicht nur gegen Krebs wirken, sondern oft auch die Zellteilung gesunder Zellen stört, kann es zu Nebenwirkungen wie beispielsweise Übelkeit und Erbrechen kommen.
Bei Patientinnen mit Kinderwunsch kann die Operation unter Umständen herausgezögert werden. Dies ist allerdings nur in sehr frühen Stadien der Erkrankung möglich und lediglich dann, wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen. Patientinnen erhalten dann eine Hormontherapie (endokrine Therapie), bei der Medikamente verabreicht werden, die hohe Dosen an Gestagenen enthalten oder die die Bildung oder Wirkung von Östrogen hemmen. Alternativ kann auch eine Hormonspirale in Frage kommen, die in die Gebärmutter eingesetzt wird. Wenn die Therapie wirkt, können die Hormone abgesetzt und eine Schwangerschaft angestrebt werden. Wenn der Kinderwunsch erfüllt ist, sollte die Gebärmutter wegen des erhöhten Rückfallrisikos entfernt werden. Auch bei Patientinnen ohne Kinderwunsch ist eine solche Hormontherapie unter bestimmten Umständen und je nach Hormonabhängigkeit des Tumors anstelle einer Chemotherapie möglich. Im Allgemeinen ist eine Hormontherapie gut verträglich, kann aber – meist vorübergehende – Nebenwirkungen haben: Gewichtszunahme und Übelkeit sind am häufigsten. Außerdem erhöht sich unter der Hormontherapie das Risiko für Thrombosen und Lungenembolien.
Eine Immuntherapie kommt für bestimmte Patientinnen in fortgeschrittenen Stadien infrage. Zur Behandlung erhalten Patientinnen die Medikamente als Infusionen in mehrwöchigem Abstand, solange die Erkrankung nicht weiter fortschreitet. Immuncheckpoint-Inhibitoren können immunvermittelte Nebenwirkungen verursachen, wie beispielsweise Entzündungsreaktionen, die z. B. auf der Haut, in der Lunge oder im Darm auftreten können. Mehr zur immunonkologischen Therapie erfahren Sie hier.
Neben den bereits genannten Behandlungsoptionen können bei Patientinnen mit Endometriumkarzinom in bestimmten Situationen auch sogenannte zielgerichtete Therapien zum Einsatz kommen.
Zielgerichtete Therapien wirken auf bestimmte Eigenschaften von Krebszellen oder auf Zellen in ihrer Umgebung, die für das Tumorwachstum notwendig sind. So können sie beispielsweise die Blutversorgung und damit auch die Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen behindern. Unter einer zielgerichteten Therapie kann es zu spezifischen Nebenwirkungen kommen, die vom jeweiligen Therapieansatz abhängen.
Bei manchen Patientinnen ist der Tumor bei der Diagnosestellung schon weit fortgeschritten, oder aber das Tumorwachstum kann durch die Behandlung nicht gestoppt werden. In diesen Fällen ist das Ziel der palliativen Behandlung, den Tumor zu kontrollieren, krankheitsbedingte Beschwerden zu behandeln und die Lebensqualität zu verbessern. Dazu wird versucht, das Wachstum des Tumors durch Chemotherapie, Immuntherapie, Hormontherapie oder durch eine (weitere) Operation zu verlangsamen. Dauerhaft aufgehalten werden kann das Tumorwachstum hierbei meistens nicht, doch die Überlebenszeit in einigen Fällen verlängert und die Lebensqualität verbessert werden.
Nähere Informationen zu den hier beschriebenen Therapiemethoden erhalten Sie bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
8. Nachsorge und Rehabilitation – Wie geht es nach der Behandlung des Endometriumkarzinoms weiter?
Eine Krebserkrankung und die dazugehörige Behandlung können ein einschneidendes Erlebnis im Leben darstellen und mit belastenden Symptomen, Nebenwirkungen der Therapie und Nachwirkungen einhergehen. Deshalb benötigen viele Patientinnen auch nach Abschluss der Therapie ausreichend Zeit, um wieder fit zu werden und in den Alltag zurückzufinden.
Für Krebspatientinnen gibt es die Möglichkeit der gezielten Rehabilitation, um Krankheits- oder Therapiefolgen vorzubeugen, zu mindern oder den Umgang mit ihnen zu erlernen. Informieren Sie sich bei Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt, welches Reha-Programm für Ihre persönliche Krankheitsgeschichte und Beschwerden am besten geeignet ist. Zu den häufigsten Therapiefolgen beim Endometriumkarzinom gehören unter anderem Schmerzen im Beckenbereich, Entzündungen, Trockenheit oder Verengungen der Scheide, Probleme beim Geschlechtsverkehr, Inkontinenz oder Lymphödeme an den Beinen. Lymphödeme sind Wasseransammlungen im Gewebe, die entstehen können, wenn während der Operation Lymphknoten entfernt werden. Reha-Maßnahmen können dazu beitragen, diese Beschwerden zu lindern.
Mehr zum Thema Rehabilitation nach der Krebstherapie erfahren Sie auf der Seite Reha nach Krebs.
Für die meisten Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs schließt sich an die Therapie die Phase der Nachsorge an. Ziel der Nachsorge ist es, mögliche Krankheitsrückfälle frühzeitig zu erkennen, den allgemeinen Gesundheitszustand zu überwachen und so schnell wie möglich etwas bei etwaigen Krankheits- oder Therapiefolgen zu unternehmen.
Patientinnen sollten bereits gegen Ende der eigentlichen Therapie klären, wo die Nachsorge stattfinden wird – dies kann z.B. bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt sein oder bei der Klinik, die die Krebsbehandlung durchgeführt hatte. Während eines Nachsorgetermins erfolgt ein Anamnesegespräch über den aktuellen Gesundheitszustand und etwaige Beschwerden. Außerdem können Untersuchungen wie eine gynäkologische Untersuchung, eine Tastuntersuchung der Scheide und des Enddarms sowie Ultraschalluntersuchungen im Rahmen eines Nachsorgetermins durchgeführt werden.
Bei einem Nachsorgetermin sollten sie nicht nur körperliche, sondern auch seelische Beschwerden sowie Probleme im Alltag, der Familie oder dem Beruf ansprechen. Die Ärztin oder der Arzt, die/der Sie betreut, kann Sie bei der Suche nach einer Psychotherapie oder eine Beratungsstelle unterstützen und Lösungsansätze aufzeigen.
Mehr zum Thema Nachsorge erfahren Sie auf der Seite Nachsorge. Des Weiteren gelangen Sie hier zu zusätzlichen hilfreichen Themen: Rückkehr in den Beruf, Reisen nach der Krebsbehandlung, Familienalltag nach Krebs, Sport & Bewegung, Partnerschaft und Hobbys.
Endometriumkarzinom verstehen
Ob es um Themen, wie Diagnose, Behandlung oder Umgang mit Gebärmutterkörperkrebs, geht – Betroffene und Angehörige können sich zunächst vom Schwall an Informationen erschlagen fühlen. Laden Sie sich hier die Patienten-Broschüre Gebärmutterkörperkrebs – Informationen für Patientinnen, Angehörige und Interessierte mit verschiedenen Inhalten zum Thema Gebärmutterkörperkrebs herunter.
Weiterführende Informationen
Therapieoptionen bei Krebserkrankungen
Bei vielen Krebserkrankungen gibt es heute mehrere Therapieoptionen. Hier stellen wir die wichtigsten vor, die für die Therapiewahl eine Rolle spielen können.
Beratung und Unterstützung bei einer Krebserkrankung
Podcast Café Krebs
Obwohl uns alle das Thema Krebs auf die eine oder andere Art berührt, wird es von einigen noch als Tabu wahrgenommen. Das wollen wir mit Café Krebs ändern. Wir wollen Raum schaffen zum Diskutieren, Lachen, Weinen und Grübeln und die Tür für Gespräche öffnen, um dem Krebs ein wenig seiner Macht zu nehmen.
Hilfe für Betroffene
Hilfe für Betroffene und Angehörige finden Sie bei Beratungsstellen des Krebsinformationsdienstes.
Leben nach der Krebstherapie: Mein Zweites Erstes Mal
Wie kann der Weg zurück ins Leben nach Abschluss einer Krebstherapie gelingen und was ist zu beachten?
Helga hilft
Schnelle psychoonkologische Beratung finden Krebspatient:innen und ihre Angehörigen bei der von MSD geförderten Initiative Helga hilft.
Zum Herunterladen
Krebs: Was nun?
In der Broschüre „Krebs – was nun?“ finden Sie wertvolle Tipps, weiterführende Links und vertrauenswürdige Ansprechpartner, um Sie möglichst gut durch die Therapie zu begleiten. Sie dient als Ideengeber, Orientierungshilfe und liefert Impulse, auf die Sie jederzeit zurückgreifen können.
Wenn Eltern Krebs haben: Wie erkläre ich es meinen Kindern
Diese kindgerechte Broschüre kann Eltern und Angehörige dabei unterstützen, Kindern das Thema Krankheit und Krebs mit einfachen Bildern und Worten zu erklären.
Wir begleiten Sie bei Ihrer Chemotherapie
In dieser Broschüre erfahren Sie, was Sie bei einer typischen Chemotherapie erwartet: angefangen bei dem Moment, in dem Sie von der Diagnose erfahren, über die Vorbereitung auf die Behandlung, bis hin zur Bewältigung möglicher Nebenwirkungen.
Agenturfotos – Alle Fotos mit Model gestellt.
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