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Das Immunsystem

Das Immunsystem

Das Immunsystem – Schutz für unseren Körper

Das Immunsystem ist ein ausgeklügeltes Abwehrsystem, das dafür zuständig ist, Krankheitserreger, körperfremde Stoffe und veränderte Zellen, wie beispielsweise Krebszellen, zu erkennen und zu bekämpfen. Es handelt sich dabei nicht um ein einzelnes Organ, sondern um ein komplexes System aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen. Es verteilt sich über den gesamten Körper. Die Blutbahnen und die Lymphgefäße im ganzen Körper stellen Transportwege für die Immunzellen und Botenstoffe dar.

Es erfüllt dabei folgende Aufgaben:

  • Erkennung, Eindämmung und Abwehr von Infektionen
  • Regulation der Immunantwort, d.h. es wird verhindert, dass das Immunsystem körpereigene Zellen angreift
  • Erinnerung – das sogenannte immunologische Gedächtnis – als Schutz vor erneut auftretenden Krankheiten

Generell unterteilt man das Immunsystem in zwei Bereiche:

Zehn blaue Immunzellen greifen eine gelbe Krebszelle an, auf grünem Hintergrund.
Immunzellen (blau) greifen eine Krebszelle (gelb) an. ©Juan Gärtner/fotolia

Die unspezifische Immunabwehr: Sie ist angeboren und wird daher auch als „angeborenes Immunsystem“ bezeichnet. Diese unspezifische Immunabwehr wehrt die meisten Infektionen ab, indem es sich unspezifisch gegen alle Krankheitserreger richtet.

Die spezifische bzw. adaptive Immunabwehr: Auch „erworbenes Immunsystem“ genannt, denn hier „lernt“ das Immunsystem, neue oder veränderte Krankheitserreger zu erkennen und Antikörper zur Abwehr zu bilden. Mit der Hilfe von T- und B-Zellen reagiert das erworbene Immunsystem auf bestimmte Strukturen von Zellen und Erregern – Antigene genannt. Dieser erste Kontakt mit Fremdstoffen bleibt dem Körper in Erinnerung. So entwickelt sich das so genannte „immunologische Gedächtnis“. Dadurch ist das Immunsystem in der Lage, ein Antigen, mit dem es bereits im Kontakt war, wiederzuerkennen und darauf zu reagieren.

Die Bestandteile des Immunsystems

Das Immunsystem setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Einige davon sind:

  • Mechanische Barrieren: Dazu gehört vor allem die Haut und die Schleimhäute, die verhindern sollen, dass Fremdkörper überhaupt in unseren Körper eindringen können. Auch Speichel und Magensäure bekämpfen Erreger wirksam mit Enzymen, Säuren und anderen Stoffen.
  • Immunzellen: Im Knochenmark entstehen aus sogenannten Stammzellen die Zellen des Immunsystems. Ein wichtiger Teil des Immunsystems sind die weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Zu ihnen gehören z.B. die B-Lymphozyten, kurz B-Zellen und die T- Lymphozyten, kurz T-Zellen genannt.
  • Antikörper: Sie sind Y-förmige Eiweißmoleküle und dienen hauptsächlich zur Abwehr von Krankheitserregern. Antikörper sind in der Lage bestimmte körperfremde und zum Teil auch geschädigte körpereigene Strukturen zu erkennen. Die Erkennungsmerkmale bezeichnet man als Antigene. Auch typische Merkmale auf Tumorzellen (sogenannte Tumorantigene) können erkannt werden, wenn diese sich ausreichend von anderen Zellen unterscheiden. Damit können Antikörper zur Entfernung von Tumorzellen beitragen, unter Beteiligung weiterer Teile des Immunsystems.

Wie arbeitet das Immunsystem?

Ob eine Zelle krankhaft verändert, körperfremd oder körpereigen ist, erkennt das Immunsystem in der Regel anhand von Molekülen, die auf der Oberfläche einer Zelle präsentiert werden, den so genannten Antigenen. Mithilfe der Antigene kann das Immunsystem krankhaft veränderte oder körperfremde Zellen sowie Fremdkörper (z. B. auf Viren- und Bakterienoberflächen) von gesunden Zellen unterscheiden und verschiedene Zellen der Immunabwehr aktivieren:

  • Die T-Zellen sind beispielsweise in der Lage, Krebszellen anhand ihrer Oberflächenstrukturen zu erkennen und direkt zu zerstören. Die auf der Oberfläche der T-Zelle befindlichen Rezeptoren docken nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an die Oberflächenmoleküle der Krebszelle (das Antigen) an. Die Krebszelle wird dadurch als krankhaft verändert erkannt und die Immunreaktion wird gestartet.
  • Die B-Zellen des Immunsystems arbeiten anders, sie bilden Antikörper gegen unbekannte Strukturen im Körper. Das sind Y-förmige Eiweißmoleküle, die körperfremde und krankhaft veränderte körpereigene Strukturen anhand ihrer Oberflächenmoleküle erkennen und an diesen Antigenen andocken. Körperfremde oder veränderte körpereigene Zellen werden entweder dadurch direkt unschädlich gemacht oder für weitere Abwehrzellen als „schädlich“ markiert.

Das Immunsystem als Schlüssel im Kampf gegen den Krebs

Unser Immunsystem ist nicht machtlos gegen Krebszellen. Ganz im Gegenteil, es erkennt sie und kann sie vernichten. Warum dennoch Krebs entstehen kann, erfahren Sie im Abschnitt Krebs und das Immunsystem. Wie der immunonkologische Therapieansatz sich die körpereigenen Abwehrmechanismen zu eigen macht und das Immunsystem wieder in die Lage versetzt, aktiv gegen den Krebs vorzugehen, lesen sie im Abschnitt Immunonkologie.

 

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.krebsinformationsdienst.de sowie www.krebshilfe.de.