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Zu sehen ist eine ältere Frau im Vordergrund, die gerade Sport macht und eine jüngere Frau im Hintergrund, die bei den Übungen hilft.

Reha nach Krebs: Kraft von Körper und Seele wiederherstellen

Die erste Phase der Krebsbehandlung ist abgeschlossen, Sie haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Zeit, in der Arzttermine, Therapiepläne, Krankenhausaufenthalte und Kontrolluntersuchungen Ihr Leben stark bestimmten, liegt hinter Ihnen. Und jetzt? Endlich alles nachholen, was Sie in den letzten Wochen und Monaten verpasst haben? Oder sich einfach nur zurückziehen? Widersprüchliche Gedanken und Gefühle, die nach den Strapazen einer Krebsbehandlung aufkommen können, sind verständlich. Eine anschließende Reha-Behandlung kann helfen, sich sowohl körperlich als auch seelisch zu regenerieren. Auch über die Reha nach Krebs hinaus gibt es Maßnahmen, die Sie unterstützen können.

„Dank der Reha habe ich gelernt, achtsamer mit mir selbst umzugehen und auf meine Bedürfnisse zu hören.
Es war schön, dort andere Betroffene kennenzulernen und sich austauschen zu können.“

Betroffene

Wieder zu sich selbst finden – Reha-Maßnahmen nach der Krebstherapie

In einem Reha-Aufenthalt nach der Krebserkrankung bzw. -therapie (Anschlussheilbehandlung, kurz AHB), lernen Sie verschiedene Maßnahmen kennen, die die Genesung unterstützen und Ihnen wieder zu körperlicher Fitness und seelischer Stabilität verhelfen können.

Die Reha nach der Krebstherapie beinhaltet verschiedene medizinische, therapeutische und soziale Maßnahmen: neben der medizinisch-therapeutischen Behandlung beispielsweise Bewegungstherapie, Ernährungsberatung oder Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation. Rehabilitationen können je nach individuellen Bedürfnissen (teil-)stationär oder ambulant durchgeführt werden. Auch ambulant mobile Lösungen sind möglich, das bedeutet, die Rehabilitation findet bei Ihnen zu Hause statt.

Eine Reha als Anschlussheilbehandlung kann direkt nach einer stationären oder ambulanten Akutbehandlung erfolgen. Wird die Reha spätestens bis zum Ende des ersten Jahres nach der Akutbehandlung angetreten, wird sie als onkologische Reha bezeichnet. Während der Maßnahmen Während der onkologischen Reha oder Kur wird die Betreuung durch Ärzteteams, Therapeut:innen und Pflegefachpersonen weitergeführt. Darüber hinaus arbeiten je nach Ihren Bedürfnissen Psycho- und Physiotherapeut:innen sowie Diätassistent:innen mit Ihnen. Maßnahmen sind beispielsweise:

Die Reha

Ergotherapie

Ihr Ziel ist es, Krebsüberlebende bei alltäglichen Aktivitäten zu stärken und zu verhindern, dass Einschränkungen sie von der eigenen Versorgung, ihrer Freizeitgestaltung oder der Rückkehr in den Beruf abhalten. Gemeinsam werden Lösungen entwickelt, die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe sichern sollen.

Psychosoziale Unterstützung

Sie kann helfen, die Krebserkrankung zu verarbeiten, und steht zur Seite bei Ängsten, psychischen Problemen und zwischenmenschlichen Problemen.

Physio- und Bewegungstherapie

Diese Maßnahmen werden angewendet, um Bewegungseinschränkungen zu lindern, Muskeln wieder aufzubauen und der tumorassoziierten Fatigue vorzubeugen.

Ernährungsberatung

Hier werden eventuell auch bestimmte Diäten entwickelt, beispielsweise, um starkem Gewichtsverlust entgegenzuwirken.

Weitere Maßnahmen

Hierzu zählen Strategien, den Alltag mit der Erkrankung, mit Folgen der Behandlung sowie ihren Nebenwirkungen zu bewältigen – unter anderem Entspannungstechniken, das Trainieren der Beckenbodenmuskulatur bei Harn- und Stuhlinkontinenz oder den Umgang mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma).

Erste Ansprechpartner:innen für Fragen rund um die onkologische Reha und ihre Beantragung sind das Ärzteteam, Krankenkassen, Rentenversicherungsträger und die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR).

Mehr Informationen zum Thema Rehabilitation nach Krebs und viele weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Initiative CancerSurvivor – Menschen mit Krebs.

Reha nach Krebs – wohin soll ich mich orientieren?

Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Reha die richtige für Sie ist. Sogenannte Nachsorge- oder Festigungskuren, auf die Sie möglicherweise Anspruch haben, dienen der Stabilisierung des Behandlungserfolgs, nachdem die operative Behandlung oder Strahlentherapie abgeschlossen wurde. Sie können auch bereits während einer medikamentösen Therapie begonnen werden. Die Kosten trägt die gesetzliche Rentenversicherung.

Vielleicht würde eine Familien-Reha Ihnen und Ihren Lieben nach der Krebserfahrung guttun? Oder wussten Sie, dass es auch beruflich ausgerichtete Reha-Maßnahmen gibt? Ziel hierbei ist zum Beispiel, Ihnen den Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Krebserkrankung bzw. -therapie zu erleichtern und einen frühzeitigen Renteneintritt zu verhindern. Dazu gibt es Angebote für Umschulungen und Weiterbildungen. Außerdem werden Möglichkeiten besprochen, wie der Arbeitsplatz an Ihre Bedürfnisse angepasst werden kann.

„Die Möglichkeiten des Betrieblichen Eingliederungsmanagements sind so umfangreich. Es macht einen echten Unterschied, ob man sich hier auskennt. Man sollte keine Scheu haben, Betriebs- und Personalräte oder Vertrauenspersonen ins Boot zu holen. Sie haben dank spezieller Schulungen Wissen, das man für sich nutzen kann.“

Betroffene und Vertrauenspersonen

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Psychotherapeutische Unterstützung

Möglicherweise kämpfen Sie mit psychischen und sozialen Langzeitfolgen: wie Ängsten, Depressionen, Konflikten in Familie und Partnerschaft, dem Unverständnis anderer oder mit beruflichen Nachteilen sowie finanziellen Belastungen. Mit diesen Sorgen müssen Sie nicht allein zurechtkommen. Psychoonkologische Beratungsstellen, Patientenorganisationen und Reha-Einrichtungen bieten Ihnen Unterstützung an.

Paar- oder Familientherapie

Eventuell brauchen auch Ihre Angehörigen, vor allem Partner:in und Kinder, psychotherapeutische Unterstützung. Die Sorgen aus der Zeit der Krebstherapie lasten auch auf ihnen. Vielen fällt es schwer, mit der neuen Situation umzugehen. Eine Paar- oder Familientherapie kann Sie dabei begleiten, in einen gemeinsamen Alltag zurückzufinden.

Einfacher Zugang zu psychoonkologischer Hilfe

Es ist nicht immer einfach, psychoonkologische Betreuung zu finden. Unterstützung dabei bietet u.a. die Plattform Helgahilft, bei der Krebspatient:innen und ihre Angehörigen einfach und rasch Zugang zu wertvoller seelischer Unterstützung in herausfordernden Zeiten erhalten. Deshalb vermittelt Helgahilft unkompliziert Termine mit qualifizierten Psychoonkolog:innen. Informieren Sie sich näher über ihr Angebot während der Reha.

Weiterführende Links

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