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Lungenkrebs - Eine häufige und schwere Krebserkrankung

Lungenkrebs - Eine häufige und schwere Krebserkrankung

Was ist Lungenkrebs?

Lungenkrebs – auch Lungen- oder Bronchialkarzinom genannt – ist eine Krebserkrankung, die aus dem Lungengewebe hervorgeht.

In Deutschland ist das Lungenkarzinom eine der häufigsten Krebserkrankungen. So erkrankten im Jahr 2012 schätzungsweise ca. 34.500 Männer und 18.000 Frauen neu an Lungenkrebs. Damit ist es die zweithäufigste bösartige Krebserkrankung bei Männern und die dritthäufigste bei Frauen.

Statistik der Häufigkeit der Krebsneuerkrankungen nach Entstehungsort
Häufigkeit der Krebsneuerkrankungen nach Entstehungsort (in Prozent), Deutschland 2012, modifiziert nach Robert-Koch-Institut „Krebs in Deutschland“

Generell ist über die vergangenen zwei Jahrzehnte ein kontinuierlicher Anstieg der Erkrankungsrate bei Frauen zu erkennen, wohingegen die Erkankungsrate bei Männern sinkt. Man führt diese Entwicklung auf die veränderten Rauchgewohnheiten zurück und geht davon aus, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird.

Was können Ursachen für Lungenkrebs sein?

Warum manche Menschen Krebs bekommen und andere nicht, ist bisher nicht vollständig geklärt. Allerdings können bestimmte Faktoren das Risiko für ein Lungenkarzinom erhöhen. Lungenkrebs kann einem eindeutigen Hauptrisikofaktor zugewiesen werden:Symbolbild Zigarette Dem „aktiven“ und dem „passiven“ Rauchen. Zigarettenrauch enthält ca. 50 krebsauslösende Stoffe, die vom Körper unterschiedlich abgebaut werden. Auch die Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten, wann mit dem Rauchen begonnen wurde sowie die Anzahl der Raucherjahre haben einen großen Einfluss auf das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Das Risiko kann jedoch verringert werden, indem man mit dem Rauchen aufhört: Bereits nach fünf Jahren ist das Risiko um 60 %, nach 15 bis 20 Jahren sogar um 90 % gesunken.

Weitere Risikofaktoren, die jedoch eine vergleichsweise kleine Rolle spielen, sind z. B.:

  • Umwelteinflüsse,
  • erbliche bzw. genetische Veranlagung,
  • gesundheitsschädliche Substanzen, wie u. a. Asbest, Arsen, Nickel und aromatische Kohlenwasserstoffe. Da die meisten dieser Substanzen im beruflichen Umfeld auftreten, zählt Lungenkrebs zu einer der häufigsten sogenannten Berufskrankheiten.

Welche Symptome können auf Lungenkrebs hindeuten?

In einem frühen Stadium – d. h. der Krebs hat sich noch nicht im Körper ausgebreitet und in anderen Geweben und Organen Tochtergeschwülste gebildet – verursacht Lungenkrebs selten Beschwerden. Treten Symptome auf, so sind diese meist uncharakteristisch und allgemein. Sie können fälschlicherweise auch anderen Erkrankungen, wie z. B. einer chronischen Bronchitis, zugeschrieben werden. Da eine frühe Diagnose aufgrund der uncharakteristischen Symptome schwierig ist, wird Lungenkrebs häufig erst in einem Stadium diagnostiziert, in dem er sich bereits im Körper ausgebreitet hat. Die Prognose in diesem sogenannten fortgeschrittenen Stadium ist häufig ungünstig.

Symptome, die auf ein mögliches Lungenkarzinom hindeuten können, sind u. a.:

  • Langanhaltender Husten, insbesondere Raucherhusten, der eine plötzlich Veränderung aufweist
  • Bronchitis oder eine sogenannte Erkältung, die sich trotz Behandlung mit Antibiotika nicht bessert
  • Bluthusten
  • Atemnot
  • Schmerzen im Brustkorb
  • Allgemeiner Kräfteverfall sowie starker Gewichtsverlust
  • Lähmungen oder starke Schmerzen

Diagnose Lungenkrebs, was bedeutet das?

Zur Diagnose kann der Arzt verschiedene Verfahren anwenden.

Besteht ein Verdacht auf Lungenkrebs, müssen zunächst folgende Punkte erörtert werden:

  • Haben Sie einen Tumor?
  • Ist der Tumor gut- oder bösartig?
  • Wo genau befindet sich der Tumor bzw. der sogenannte Primärtumor?
  • Welche Krebsart ist es genau?
  • Haben sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) entwickelt,
    d. h. hat sich der Krebs bereits im Körper ausgebreitet?

Hierfür können verschiedene diagnostische Verfahren zum Einsatz kommen:

Untersuchungssituation einer Computertomographie
Zur Diagnose werden unter anderem auch bildgebende Verfahren wie z. B. die Computertomographie eingesetzt.
  • Die Spiegelungen von Lunge und Brustraum
  • Eine Entnahme von Gewebe, eine sogenannte Biopsie
  • Diverse Laboruntersuchungen wie
    z. B. eine Analyse mittels Tumormarker
  • Verschiedene bildgebende Verfahren wie die Röntgenuntersuchung, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT)

Hat sich der Verdacht auf Lungenkrebs bestätigt, ermittelt der behandelnde Arzt auf Basis der gesammelten diagnostischen Informationen das genaue Krankheitsstadium. Die Einteilung in das Krankheitsstadium ist für die Wahl einer geeigneten Behandlung von großer Bedeutung.

Welche Arten von Lungenkrebs gibt es ?

Lungenkrebs wird im Wesentlichen in zwei Gruppen eingeteilt, je nachdem, um welche Art von Krebszellen es sich handelt:

  • Das kleinzellige Lungenkarzinom, auch SCLC (small cell lung cancer) genannt
  • Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom, auch NSCLC (non small cell lung cancer) genannt

Die Einteilung in kleinzelligen und nicht-kleinzelligen Lungenkrebs leitet sich von der Größe der Krebszellen ab. Der kleinzellige Lungenkrebs zeichnet sich besonders durch seine schnelle Ausbreitung aus. Die meisten Lungenkrebs-Patienten erkranken an einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom. Ärzte unterscheiden diese Art des Lungenkrebses wiederum in Adenokarzinome, Plattenepithelkarzinome und großzellige Karzinome.

In welche Krankheitsstadien wird Lungenkrebs eingeteilt?

Die Feststellung des genauen Krankheitsstadiums, auch Staging oder Stadieneinteilung genannt, erfolgt nach einem einheitlichen Schema, dem sogenannten TNM-Klassifikationssystem:

  • T = Tumor: Wie groß ist der Tumor bzw. wie stark hat sich der Krebs in der Lunge ausgebreitet?
  • N = Lymphknoten (engl. Nodes): Wie viele und welche Lymphknoten sind bereits von Krebszellen befallen?
  • M = Metastasen: Hat sich der Krebs bereits im Körper ausgebreitet, d. h. hat er bereits Tochtergeschwülste bzw. Fernmetastasen in anderen Organen gebildet? Wenn ja, wo?

Durch die Zuordnung in die Stufen I - IV wird dann das jeweilige Krankheitsstadium genauer beschrieben. Die Turmorstadien werden unterschieden in:

  • Stadium I: Örtlich begrenzter Haupttumor ohne Lymphknotenbefall und ohne Fernmetastasen.
  • Stadium II: Der Tumor ist noch klein, hat aber bereits Lymphknoten befallen oder der Tumor ist etwas größer, hat aber noch nicht die Lymphknoten befallen.
  • Stadium III: Fortgeschrittener Tumor, der bereits die Lymphknoten befallen hat.
  • Stadium IV: Fernmetastasen vorhanden, unabhängig davon, wie klein oder groß der Tumor in der Lunge ist.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Lungenkrebs?

Die Wahl des Behandlungsverfahrens für Patienten mit Lungenkrebs ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie z. B.

  • vom feingeweblichen Krebstyp: Kleinzelliger (SCLC) oder nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) – sowie den verschiedenen Formen des NSCLC
  • vom Tumorstadium (I - IV) bzw. der Ausdehnung der Krebserkrankung
  • vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten

Im frühen Stadium des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms besteht beispielsweise die Möglichkeit, das Tumorgewebe vollständig operativ zu entfernen.

Ist der Krebs jedoch bereits fortgeschritten und hat in anderen Organen und Geweben Tochtergeschwülste bzw. Metastasen gebildet, ist die Prognose häufig ungünstig. Als Behandlungsansätze können dann Chemotherapie oder/und Bestrahlung in Frage kommen. Für bestimmte Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium bieten immunonkologische Therapien eine weitere, innovative Behandlungsoption.

Das Immunsystem – ein Schlüssel im Kampf gegen fortgeschrittenen Lungenkrebs?

Die immunonkologische Therapie zielt darauf ab, das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs stark zu machen. Das Immunsystem wird somit ein Schlüssel im Kampf gegen die Krebszellen.

Immunzellen können mittels bestimmter Strukturen auf der Oberfläche mancher Krebszellen ausgetrickst und an ihrer Abwehrfunktion gehindert werden. Durch die immunonkologische Therapie werden die Immunzellen wieder in die Lage versetzt, die Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Das Immunsystem wird sozusagen reaktiviert. Vor Therapiebeginn bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium mit bestimmten immunonkologischen Substanzen muss allerdings erst ein sogenannter Biomarker-Test durchgeführt werden, der prüft, ob und in welchem Umfang diese bestimmten Oberflächenstrukturen auf den Krebszellen vorhanden sind.

In diesem Erklärvideo erfahren Sie, wie das immunonkologische Therapieprinzip im Körper wirkt.

Unter immunonkologischen Therapien können andere Nebenwirkungen als beispielsweise unter Chemo- oder Strahlentherapie auftreten. Die Nebenwirkungen immunonkologischer Therapien sind insbesondere überschießende Reaktionen des Immunsystems, sogenannte Autoimmunreaktionen. Diese können sich z. B. in der Leber, in der Lunge oder anderen Organen zeigen. Die Therapie sollte daher von erfahrenen Ärzten überwacht werden. Treten Nebenwirkungen auf, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Hier finden Sie weiterführende Informationen und Services, wie z. B. das Video „Patientengerecht erklärt - 6 Fragen an Dr. Overkamp“, in dem die wichtigsten Fragen zur immunonkologischen Therapie verständlich und ansprechend beantwortet werden.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.krebsinformationsdienst.de sowie www.krebshilfe.de.

Bildquelle: "Röntgenbild auf Ipad" ©nito_fotolia.com