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HIV: Ansteckungsgefahr

HIV: Ansteckungsgefahr

Ansteckungsgefahr mit HIV nach ungeschütztem Verkehr

„Safer Sex“ kann auch mal schief gehen. Das Kondom reißt, verrutscht oder wurde vergessen. Wenn einer der Partner HIV-positiv ist, besteht die Gefahr einer Ansteckung. In diesem Fall sollte man entsprechende Sofortmaßnahmen ergreifen (siehe unten) und sich dann so schnell wie möglich mit einem Arzt, idealerweise aus einer HIV-Schwerpunktpraxis oder einem HIV-Zentrum, in Verbindung setzen und gegebenenfalls so früh wie möglich nach dem „Unfall“ mit der Einnahme von HIV-Medikamenten beginnen. Ob eine solche Postexpositionsprophylaxe (PEP) sinnvoll und notwendig ist, entscheidet der Arzt nach einem Beratungsgespräch. Es ist hilfreich, wenn der Partner zu diesem Gespräch mitkommt, um Auskunft über seine Infektion, eine eventuelle HIV-Therapie und Resistenzen zu geben.

Das Prinzip von PEP ist, die Aidserreger daran zu hindern, sich im Körper festzusetzen. Dazu werden für vier Wochen HIV-Medikamente eingenommen. Laut den Deutsch-Österreichischen Leitlinien ist der frühe Beginn nach dem Risikokontakt wichtig. Am besten innerhalb von zwei Stunden, sonst möglichst binnen 24 Stunden, spätestens nach 72 Stunden.

Die Deutsche AIDS-Hilfe informiert auf ihrer Internetseite über PEP und gibt an, wo man die Therapie erhält. Denn nur spezialisierte Krankenhäuser und Arztpraxen kennen sich damit aus. Die genannten Ambulanzen haben rund um die Uhr geöffnet. Tagsüber ist die PEP auch in HIV-Schwerpunktpraxen erhältlich. Im Zweifel sollte man sich für die Praxis oder Ambulanz entscheiden, die am schnellsten erreichbar ist.

Ob die jeweilige gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die vorsorgliche Behandlung mit HIV-Medikamenten übernimmt, wird für jeden Einzelfall entschieden. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt, wenn die Behandlung notwendig ist, um eine absehbare Infektion zu verhüten.

Sofortmaßnahmen nach ungeschütztem Verkehr

Diese Sofortmaßnahmen, empfohlen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, können das Risiko nur in geringem Ausmaß reduzieren.

  • Penis unter fließendem Wasser mit Seife waschen. Dazu Vorhaut zurückziehen und Eichel sowie Innenseite der Vorhaut vorsichtig (ohne Druck auf die Schleimhaut auszuüben) reinigen.
  • Bei Aufnahme von Samenflüssigkeit in den Mund diese sofort ausspucken und mit Wasser fünfmal kurz (je 15 Sekunden) nachspülen. Nicht die Zähne putzen, denn das könnte eventuell vorhandene Viren ins Zahnfleisch reiben.
  • Wenn Samenflüssigkeit ins Auge gelangt (geringes Risiko): mit Leitungswasser ausspülen.
  • Keine Scheiden- oder Darmspülung vornehmen. Dies würde das Verletzungsrisiko erhöhen und könnte so die Aufnahme des HI-Virus in den Körper begünstigen.