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Leiden HIV-positive Menschen häufiger an einer Depression?

Ja – eine Depression tritt bei HIV-positiven Menschen 2-4mal häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. Die Depression ist die häufigste neuropsychiatrische Erkrankung bei HIV-positiven Patienten; die Häufigkeit wird auf bis zu 42 % geschätzt.

Die Behandlung einer Depression ist bei HIV besonders wichtig, da diese seelische Erkrankung den Therapieerfolg gefährden kann: Sie vermindert die Therapietreue, das Therapieansprechen, die Lebensqualität und die Fähigkeit, den Alltag zu meistern.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Ursache der Depression ein komplexes Zusammenspiel zwischen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren ist. Bei HIV-positiven Menschen spielen zusätzlich neurobiologische Veränderungen im Gehirn, die direkt durch die ständige Anwesenheit des HI-Virus im zentralen Nervensystem hervorgerufen werden, eine Rolle. Zusätzlich beeinflussen psychosoziale Faktoren, die in Zusammenhang mit der HIV-Infektion stehen, die Entwicklung einer Depression. Dazu gehören beispielsweise die psychische Belastung, mit einer nicht heilbaren chronischen Erkrankung und mit dem Stigma einer sexuell übertragbaren Infektion zu leben oder körperliche Veränderungen aufgrund der HIV-Infektion. 

Phasen von Traurigkeit kennt jeder Mensch, ein Stimmungstief muss nicht unbedingt eine Depression sein. Bestimmte Anzeichen weisen auf eine Depression hin. Die wichtigsten sind eine 

gedrückte, depressive Stimmung,

Interessenverlust und Freudlosigkeit sowie 

Antriebsmangel und Ermüdbarkeit.

Liegen zwei dieser drei Anzeichen länger als mindestens zwei Wochen vor, weist das auf eine Depression hin. Ob eine Depression vorliegt und wenn ja, ob sie behandlungsbedürftig ist, kann nur eine psychiatrische Untersuchung beim Haus- oder Facharzt klären. In vielen Fällen ist eine Depression mit antidepressiven Medikamenten und einer Psychotherapie gut behandelbar. Eine frühzeitige und erfolgreiche HIV-Therapie kann das Risiko für eine Depression vermindern.

Medizinische Information zu HIV und Depression der Deutschen AIDS-Hilfe e.V.

Patienteninformation der Bundesärztekammer und Kassenärztlichen Bundesvereinigung