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Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs – eine Diagnose, die das Leben aus der Bahn werfen kann. Neben Angst, Trauer oder auch Wut stellt sich bei vielen Betroffenen ein Gefühl von Hilflosigkeit ein. „Was bedeutet die Diagnose für mich?“, „Wie geht es jetzt weiter?“ und „Was kann ich tun?“ sind Fragen, die sowohl für Betroffene als auch für Angehörige relevant sein können. Im Folgenden haben wir einige wichtige Informationen zu Speiseröhrenkrebs zusammenfasst, um Fragen zu beantworten und Unterstützung zu bieten.

Was ist Speiseröhrenkrebs?

Jedes Jahr erkranken ungefähr 7.000 Menschen in Deutschland neu an Speiseröhrenkrebs. Somit ist diese Krebsart im Vergleich mit absolutenErkrankungszahlen anderer Krebsarten eher selten – weist aber gleichzeitig eine deutliche Zuwachsrate auf. Was genau ist also Speiseröhrenkrebs? Speiseröhrenkrebs ist eine Krebserkrankung, die überall in der Speiseröhre sowie am Übergang zum Magen auftreten kann.

Der Ösophagus – wie die Speiseröhre in der Fachsprache genannt wird – ist ein etwa 25 cm langer Muskelschlauch, der den Mund- und Rachenraum mit dem Magen verbindet. Dies macht die Speiseröhre zu einem wichtigen Bestandteil des Verdauungstraktes.

Der Ösophagus beginnt auf Höhe des Kehlkopfes und endet am Übergang zum Magen. Nach oben und unten hin wird die Speiseröhre jeweils mit einem Schließmuskel begrenzt. Der Schließmuskel am Übergang zum Magen verhindert den Rückfluss von Mageninhalt und Magensäure in die Speiseröhre (Reflux) und befindet sich etwa auf Höhe des Zwerchfells. An der Speiseröhreneinmündung (Kardia) geht die Speiseröhre über in den Magen.

Anatomisch gesehen liegt die Speiseröhre im oberen Teil des Brustkorbs zwischen Luftröhre und Wirbelsäule und im unteren Teil des Brustkorbs direkt hinter dem Herzen.

Ähnlich wie der restliche Verdauungstrakt besteht auch die Speiseröhre aus 4 Gewebeschichten:

  1. Innere Schleimhaut, bestehend aus Epithelzellen
  2. Stabilisierende Bindegewebsschicht
  3. Muskelschicht
  4. Äußere schützende Bindegewebsschicht

Wer ist betroffen?

Statistisch gesehen erkranken Männer drei bis vier Mal häufiger an Speiseröhrenkrebs als Frauen: Im Jahr 2017 waren es 1.587 Frauen und 5.436 Männer. In Deutschland erkranken Männer durchschnittlich mit 67 Jahren an Speiseröhrenkrebs, während Frauen im Schnitt vier Jahre später, mit 71 Jahren, erkranken.

Welche Arten von Speiseröhrenkrebs gibt es?

Fachleute unterscheiden beim Ösophaguskarzinom zwei verschiedene Arten: Das Plattenepithel- und das Adenokarzinom. Um welche Art es sich handelt, kann mithilfe einer feingeweblichen Untersuchung festgestellt werden.

  • Das Plattenepithelkarzinom bildet sich aus den Epithelzellen der inneren Speiseröhrenschleimhaut und tritt im Vergleich seltener auf als das Adenokarzinom
  • Ein Adenokarzinom der Speiseröhre hingegen entsteht aus den Drüsenzellen in der Schleimhaut, die sich hauptsächlich im unteren Teil der Speiseröhre am Übergang zum Magen befinden. 

Die Beschreibung des Krankheitsstadiums, also das Fortschreiten des Tumorwachstums, erfolgt international einheitlich anhand der sogenannten TNM-Klassifikation.

T = Größe und Ausdehnung des Primärtumors

N = Anzahl und Lokalisation befallener Lymphknoten

M = Auftreten und Lokalisation von Fernmetastasen (in anderen Organen)

Indexzahlen ermöglichen die Zuordnung in verschiedene Stadien, die beschreiben, wie weit der Tumor sich bereits ausgebreitet hat. Beispielsweise würde ein Tumor im Frühstadium ohne Lymphknotenbefall oder Fernmetastasierung folgendermaßen bezeichnet werden: T1N0M0

Auf dem Bild sehen Sie eine Darstellung der verschiedenen Stadien für Größe und Ausdehnung des Primärtumors (T). Diese Abbildungen repräsentieren nur eine Auswahl der Stadieneinteilung, eine detaillierte Beschreibung ist anhand weiterer Einteilungen möglich.

Klicken Sie auf die Pfeile, um vor- oder zurückzublättern.

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  • Bild3

  • Bild4

Welche Risikofaktoren können zu Speiseröhrenkrebs führen?

Auch wenn es trotz intensiver Forschung bisher noch nicht gelungen ist, eindeutige Ursachen für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs festzustellen, gibt es doch einige Faktoren, die im Verdacht stehen, die Entstehung dieser Krebsart zu begünstigen. Ein klarer Zusammenhang besteht beispielsweise in der Entstehung von Plattenepithelkarzinomen und einem erhöhten Alkohol- und Nikotinkonsum. Aber auch die Ernährungsform kann die Entstehung eines solchen Tumors beeinflussen. Insbesondere eine Kombination aus vitaminarmer Ernährung mit Alkohol und Rauchen kann das Risiko, an einem Ösophaguskarzinom zu erkranken, deutlich erhöhen.

Rauchen gilt sowohl für die Entstehung von Plattenepithel- als auch von Adenokarzinomen als Risikofaktor. Alkoholkonsum hingehen wird ausschließlich als Risikofaktor für die Entstehung eines Plattenepithelkarzinoms angesehen.

Aber es gibt noch weitere Faktoren, die die Entstehung eines Adeno- oder Plattenepithelkarzinoms der Speiseröhre begünstigen können:

  • Chronisches Sodbrennen (Reflux)
  • Übergewicht
  • Bestrahlung im Hals- und Brustbereich
  • Tumoren im Mund- und Halsbereich
  • Säure- oder Laugenverätzungen der Speiseröhre
  • Konsum sehr heißer Getränke (vermutlich krebserregend)

Auch ein bestehender Barrett-Ösophagus kann zu Speiseröhrenkrebs führen. Ein Barrett-Ösophagus kann als Folge jahrelanger Reflux-Beschwerden entstehen. Durch den gesteigerten Säurerückfluss (Reflux) aus dem Magen, werden über Jahre hinweg die Zellen am Übergang von Magen zu Speiseröhre geschädigt. Die geschädigten Zellen werden vom Körper durch weniger säureempfindliche Magenschleimhautzellen ersetzt. Die durch den Reflux bedingten Zellveränderungen sind eine Vorstufe für Speiseröhrenkrebs. Betroffene mit einem Barrett-Ösophagus haben ein etwa 50-fach höheres Risiko, an einem Adenokarzinom der Speiseröhre zu erkranken. 

Grundsätzlich gilt: Die genannten Risikofaktoren können zur Entstehung von Speiseröhrenkrebs führen – müssen sie aber nicht. Eine Krebserkrankung kann auch entstehen, ohne dass ein Patient jemals den bekannten Risikofaktoren ausgesetzt war. Bei einzelnen Patienten kann die Ursache für die Entstehung der Erkrankung im Nachhinein nicht festgestellt werden. 

Tipp: Eine vitaminreiche Ernährung kann das Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken senken. Lesen Sie mehr dazu im Kapitel Ernährung.

Welche Symptome können auf Speiseröhrenkrebs hinweisen?

Der Körper sendet verschiedene Warnsignale aus, die auf eine Krebserkrankung der Speiseröhre hindeuten können. Das häufigste Warnsignal bei Speiseröhrenkrebs sind Schluckbeschwerden. Aber auch andere Symptome können Anzeichen auf eine Krebserkrankung der Speiseröhre darstellen. Dazu können unter anderem schmerzhafte Krämpfe der Speiseröhre, Gewichtsverlust, Heiserkeit oder Blutungen (Erbrechen von Blut; schwarz gefärbter Stuhlgang = Teerstuhl) zählen.

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome an sich feststellen, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Je früher eine Diagnose gestellt werden kann, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung der Erkrankung.

Wenn bei Ihnen ein Barrett-Ösophagus festgestellt wurde, ist es sinnvoll, die Speiseröhre jährlich mit einer Speiseröhren-/Magenspiegelung zu untersuchen. So können weitere Veränderungen der Speiseröhre rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Verdacht auf Speiseröhrenkrebs – Wie geht es jetzt weiter?

Wenn der Verdacht besteht, dass Sie an Speiseröhrenkrebs erkrankt sein könnten, sollten Sie als erstes ruhig bleiben und sich nicht vor dem nächsten Arztbesuch scheuen. Der Arzt kann mit Ihnen besprechen, wie es weitergeht. Erwird Ihnen erklären, welche Untersuchungen erforderlich sind, um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um einen Tumor handelt, wo genau dieser sitzt, wie groß er ist und ob er bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat.

Auch wenn Sie gerne sofort Antworten auf Ihre Fragen hätten, ist nun Geduld gefordert: Die Untersuchungen können mehrere Tage oder gar Wochen dauern. Lassen Sie sich dadurch nicht verunsichern, denn je gründlicher die Diagnosestellung durchgeführt wird, desto besser kann die darauffolgende Therapie auf Sie zugeschnitten werden. 

Zunächst wird sich Ihr Arzt in einem persönlichen Gespräch Zeit nehmen, Ihre aktuellen Beschwerden mit Ihnen zu besprechen. Bei der sogenannten Anamnese erfragt der Arzt Art und Dauer der Beschwerden sowie Vor- und Begleiterkrankungen. Außerdem wird er mit Ihnen über eventuelle Risikofaktoren sowie die aktuelle Medikation sprechen. Wenn Sie sich vor dem Gespräch zu diesen Themen schon ein paar Notizen machen, werden Sie beim Anamnesegespräch nichts vergessen. Denken Sie daran: Berichten Sie so ausführlich wie möglich, denn selbst Einzelheiten, die Sie für unwesentlich erachten, können für den Arzt wichtig sein.

Sollte sich durch die Anamnese der Verdacht auf eine Tumorerkrankung der Speiseröhre erhärten, wird der Arzt zeitnah weitere Untersuchungen veranlassen, um den Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen.

Folgende Untersuchungen können auf Sie zukommen:

Klicken Sie auf die Bezeichnung, um die Erklärung auszuklappen.

Laboruntersuchungen
Endoskopie und Biopsie
Ultraschall (Sonographie)
Röntgenaufnahmen
Computertomographie (CT)
Positronenemissionstomographie (PET)
Skelettszintigramm

Diagnose Speiseröhrenkrebs – und jetzt?

Wie wird Speiseröhrenkrebs behandelt?

Wenn sich durch die Untersuchungen der Verdacht bestätigen sollte und Sie die Diagnose Speiseröhrenkrebs erhalten, wird Ihr Arzt die weiteren Schritte mit Ihnen besprechen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt genau erklären, welche Behandlungsschritte aufgrund der Diagnose und des Tumorstadiums sinnvoll sind. Scheuen Sie sich nicht davor, nach einer anderen Behandlungsmöglichkeit zu fragen, wenn Sie sich mit einer Option unwohl fühlen. Auch sollten Sie jederzeit nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstehen – damit Sie gut auf die folgende Behandlung vorbereitet sind.

Es gibt verschiedene Therapieansätze, um Speiseröhrenkrebs zu behandeln. Kurative Behandlungen haben ein gemeinsames Ziel: Mit ihrer Hilfe soll der Tumor vollständig entfernt oder vernichtet werden und, falls Tochtergeschwülste vorliegen, sollen auch diese entfernt werden. Sollte es nicht möglich sein, eine Heilung zu erreichen, wird versucht, den Tumor so lange wie möglich zu kontrollieren und dabei die Lebensqualität des Betroffenen zu erhalten. Palliative Maßnahmen stellen bei einem weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium eine Möglichkeit dar, dem Patienten Linderung zu verschaffen, wenn keine Chance auf Heilung mehr besteht. 

Folgende kurative Therapieoptionen gibt es beim Ösophaguskarzinom:

Fahren Sie einfach mit der Maus über die einzelnen Kacheln, um mehr zu erfahren.

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Nachsorge

Auch nach Abschluss einer Krebstherapie und Rehabilitation sollten Sie regelmäßig Nachsorgetermine bei einem Arzt wahrnehmen. Suchen Sie sich im Idealfall einen Arzt, der auf die (Nach-)Behandlung und Betreuung von Betroffenen mit Speiseröhrenkrebs spezialisiert ist.

Rehabilitation

Nach der Therapie kann als nächstes oder zeitnah die Rehabilitation erfolgen. Dafür gibt es spezielle Kliniken, die mit den psychischen und körperlichen Problemen von Patienten mit Speiseröhrenkrebs vertraut sind. Ziel ist es, dass Sie möglichst schnell wieder in Ihren Alltag oder Beruf zurückfinden.

Psychische Unterstützung

Mit sämtlichen Beschwerden sollten Sie sich immer an Ihren behandelnden Arzt wenden. Er kann Ihnen auch Auskunft über die verschiedenen Möglichkeiten der psychischen, sozialen, familiären, körperlichen und beruflichen Rehabilitation geben, scheuen Sie sich nicht davor, ihn auf weitere Möglichkeiten der Betreuung anzusprechen.

Ernährung

Diagnose Speiseröhrenkrebs – das bedeutet für viele Betroffene und ihre Angehörigen Angst und Unsicherheit. Vielleicht fragen Sie sich aber auch, was Sie aktiv dafür tun können, dass sich Ihr Gesundheitszustand verbessert? 

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gibt es keine Ernährungsform, die eine Krebserkrankung gezielt angreifen kann. Trotzdem kann die Krebstherapie durch die Ernährung positiv beeinflusst werden. Deshalb gibt es einige Empfehlungen, wie Sie Ihren Gesundheitszustand durch die Ernährung unterstützen können.

Prinzipiell wird dazu geraten, sich mit einer Krebserkrankung abwechslungsreich und vollwertig zu ernähren – also so, wie sich gesunde Menschen auch ernähren sollten. Dabei sollten Sie Rücksicht auf bestehende körperliche Einschränkungen durch die Therapie (z.B. Schluckbeschwerden oder Übelkeit) nehmen. Folgende Empfehlungen gibt der World Cancer Research Fund: 

  • Bleiben Sie in einem normalen Gewichtsbereich
  • Bauen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein (täglich)
  • Essen Sie wenig rotes Fleisch, wenig Salz, überwiegend pflanzliche Lebensmittel und keine verschimmelten Lebensmittel
  • Versuchen Sie, Ihren Nährstoffbedarf über Lebensmittel zu decken (und nicht über Nahrungsergänzungsmittel)
  • Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke, verarbeitetes Fleisch sowie Alkohol

Auch die Therapie der Krebserkrankung kann sich mit ihren Nebenwirkungen auf Ihr Ernährungsverhalten auswirken. Beispielsweise können Übelkeit oder Erbrechen den Appetit einschränken und seelische Ursachen die Beschwerden zusätzlich verstärken. 

Folgendes können Sie gegen die Auswirkungen der Therapie auf Ihre Ernährung tun:

  • Genügend trinken
  • Achten Sie auf eine vollwertige Ernährung, bei der Sie alle nötigen Nährstoffe zu sich nehmen
  • Führen Sie Ihrem Körper so viel Energie zu, wie er benötigt
  • Essen Sie, was gesund ist UND Ihnen schmeckt
  • Nehmen Sie Rücksicht auf bestehende Ernährungsprobleme (z.B. weiche oder pürierte Speisen bei Schluckbeschwerden)

Ernährung nach der Operation

Nach einer operativen Behandlung des Tumors ergeben sich bei Betroffenen einige Veränderungen in der täglichen Ernährungsweise. Beispielsweise kann der Magen verkleinert sein, nachdem ein Teil von ihm als Ersatz für die Speiseröhre nach oben gezogen werden musste. Somit ist das Volumen des Magens geringer und Sie können nicht mehr wie gewohnt drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen. Um Ihren Kalorienbedarf trotzdem zu decken, sollten sie deshalb lieber sechs kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen und Ihr Gewicht regelmäßig kontrollieren.

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