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Arterienverkalkung

Arterienverkalkung

Cholesterin und Atherosklerose (Arterienverkalkung)

Ablagerungen, sogenanntes Plaque, verengen die Gefäße und können schließlich zu einem Gefäßverschluss führen.
Schrittweise Darstellung Gefäßverschluss

Die Atherosklerose, auch Arterienverkalkung genannt, ist ein vielschichtiger Prozess, der dazu führt, dass sich Arterien zunehmend verhärten, verengen oder, wenn sich zusätzlich ein Thrombus (=Blutgerinnsel) bildet, sogar komplett verschließen. An diesem Prozess sind sehr viele Komponenten beteiligt. Dazu zählt vor allem eine ungesunde Lebensführung. Es sind aber längst nicht alle Ursachen bekannt.

Cholesterin und Atherosklerose

Am Beginn der Atherosklerose stehen scheinbar geringfügige Verletzungen der Gefäßinnenhaut (Endothel), ausgelöst durch mechanische Verletzungen, Bakteriengifte, Viren oder Immunreaktionen. In den geschädigten Bereichen bleiben vermehrt Entzündungszellen und Blutfette haften, die sonst mit dem Blutstrom weitertransportiert werden. Hierbei dringt unter anderem auch LDL-Cholesterin in die geschädigte Gefäßwand ein und löst komplexe Entzündungsvorgänge aus. Die Folge: Es bildet sich eine cholesterinhaltige Ablagerung in der Gefäßwand. Dieser sogenannte Plaque schränkt den Blutfluss im Gefäß ein. Gefährlich wird es vor allem, wenn der Plaque aufreißt und damit die körpereigenen Blutgerinnungsmechanismen in Gang setzt. Blutplättchen (Thrombozyten) heften sich an den Riss; es bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus), das die Arterie komplett verschließen kann. Geschieht dies im Bereich der Herzkranzgefäße, ist ein Herzinfarkt die Folge, ereignet sich der Schaden im Gebiet der Hirngefäße, kommt es zum Schlaganfall.

Atherosklerose entsteht schleichend

Von den ersten Schäden am Endothel bis zur Bildung von Plaques vergehen in der Regel Jahre. Die Atherosklerose kann jedoch in ihrem Verlauf positiv beeinflusst werden – zum Beispiel durch gesündere Lebensweise, Kontrolle bekannter Risikofaktoren und ggf. mit bestimmten Medikamenten. Die Atherosklerose mit den Folgeerkrankungen an Herz und Kreislaufsystem ist die häufigste Krankheits- und Todesursache in Deutschland. Bei den Prozessen, die zur Atherosklerose führen können, spielen erhöhte LDL-Cholesterinspiegel eine wichtige Rolle.

Symptome der Atherosklerose

Durch eine zunehmende Verengung der Blutgefäße kann es zu Durchblutungsstörungen kommen, in deren Folge die Körperzellen weniger gut mit Sauerstoff versorgt werden. Dadurch kann es bei fortgeschrittener Atherosklerose unter anderem zu folgenden Beschwerden kommen: 

  • Schmerzen in der Brust (Angina pectoris), wenn die Herzkranzgefäße betroffen sind. Diese Schmerzen treten vor allem dann auf, wenn der Herzmuskel mehr leisten muss, also bei körperlicher Anstrengung.
  • Schmerzen in den Beinen bei der "peripheren arteriellen Verschlusskrankheit" (pAVK), auch "Schaufensterkrankheit" genannt.
  • Schwindel, Lähmungserscheinungen, Seh- und Sprachstörungen oder Bewusstseinseintrübungen, wenn die hirnversorgenden Gefäße betroffen sind. Diese Symptome können Warnsignale für einen drohenden oder bereits eingetretenen Schlaganfall sein.

Gefäßgesundheit abschätzen

Um die Anzeichen einer Atherosklerose frühzeitig zu erkennen, können verschiedene Ultraschalltechniken angewandt werden.
Ultraschall beim Arzt

Heute ist es bereits oft möglich, die Anzeichen einer Atherosklerose zu erkennen. Mittels verschiedener Ultraschalltechniken lässt sich beispielsweise darstellen, ob bestimmte Blutgefäße noch die nötige Elastizität haben, um sich je nach Blutfluss adäquat zu erweitern oder zusammenzuziehen. Um Hinweise über das Ausmaß der Atherosklerose im ganzen Körper zu erhalten, können Ärzte ebenfalls mittels Ultraschall die Wanddicke der Halsschlagader messen. Der Messwert heißt Intima-Media-Dicke (IMD). Die Folgen der Atherosklerose können sich an unterschiedlichen Stellen bemerkbar machen – beispielsweise am Herzen, am Gehirn oder in den Gliedmaßen. Die Medizin wertet heute diese Erscheinungsformen der Atherosklerose als Zeichen dafür, dass in weiteren Gefäßen Schäden vorliegen können. Das heißt: Wer zum Beispiel Durchblutungsstörungen in den Beinen hat, hat auch ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.