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Morbus Crohn: Behandlung

Morbus Crohn: Behandlung

So unterschiedlich Morbus Crohn verlaufen kann, so vielfältig sind auch die Behandlungsmöglichkeiten

Das eine Medikament, das eine Verfahren, das alle Probleme beim Morbus Crohn löst, gibt es leider nicht. Deshalb versuchen Ärzte, aus einer Vielzahl von Maßnahmen diejenigen herauszufinden, die das individuell beste Therapieergebnis bringen. 

Die Erkrankung einzudämmen ist möglich – Heilung jedoch nicht. Neben Medikamenten gehören unter anderem Darmoperationen und bei Kindern zum Beispiel die Ernährungstherapie zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Morbus Crohn. Unkonventionelle Verfahren können die Behandlungsstrategie begleiten. Jeder Patient sollte ein maßgeschneidertes Therapiekonzept bekommen, das auch Begleiterkrankungen, individuelle Risikofaktoren und die Lebensumstände berücksichtigt.

Therapieziele – was soll erreicht werden?

Krankheitskontrolle: Bei diesem wesentlichen Ziel gilt es, die Entzündung möglichst früh einzudämmen und eine beschwerdefreie Phase, die sogenannte Remissionsphase, zu erreichen. Wichtig ist außerdem, etwaige Beschwerden außerhalb des Darms (extraintestinale Symptome) zu behandeln.

Remissionserhalt: Ist eine beschwerdefreie Phase erreicht, sollte diese, so gut es geht, erhalten werden.

Mukosaheilung: Selbst wenn der akute Schub unter Kontrolle ist und eine beschwerdefreie Phase erreicht wurde, verbleiben bei vielen Patienten entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut (Mukosa). Heute weiß man, dass derartige Restbefunde für eine schlechtere Prognose im weiteren Verlauf stehen können. Es erscheint sehr wichtig, die Schleimhaut dauerhaft in einem möglichst gesunden Zustand zu erhalten, um gegebenenfalls Struktur- bzw. Funktionsverluste des Darms verhindern zu können.

Normale Entwicklung: Bei Kindern und Jugendlichen ist das normale Heranwachsen ein weiteres wesentliches Ziel der Behandlung. So gilt es, Mangelzustände zu vermeiden und eine normale Längen-, Gewichts- und Pubertätsentwicklung zu erreichen.

Normale Lebensqualität: Viele Morbus-Crohn-Patienten leiden insbesondere unter den psychosozialen Aspekten der Erkrankung. Ein wichtiges Therapieziel ist daher, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Hierbei kann es hilfreich sein, die wichtigsten persönlichen Stressoren zu kennen, um den Umgang mit ihnen in Zukunft bewusst gestalten zu können.

Individuelles Therapiekonzept

Vor Beginn einer Therapie sollten die Vor- und Nachteile der Behandlungsoptionen besprochen werden. Auf dieser Basis kann der behandelnde Gastroenterologe gemeinsam mit Ihnen eine langfristige Strategie erarbeiten.

  • Berücksichtigung finden dabei beispielsweise auch Begleiterkrankungen, individuelle Risikofaktoren und die jeweiligen Lebensumstände.
  • Das entwickelte Therapiekonzept sollte schriftlich festgelegt werden. So wissen andere Ärzte, die den Patienten mitbetreuen, ebenfalls Bescheid.
  • Für die Wahl der Therapie sind die Symptome, die Ausdehnung der entzündlichen Veränderung (Befallsmuster) und der Schweregrad von Bedeutung.
  • Die Beurteilung des Schweregrads der Erkrankung erfolgt in der Regel durch die Symptomatik und die Befunde der Darmspiegelung sowie durch weitere Untersuchungen.
  • Zudem empfindet jeder Betroffene die Erkrankung anders, daher sollten auch weitere Faktoren wie die Arbeits- bzw. Schulfähigkeit und die Bewältigung des Alltags berücksichtigt werden.

Wichtig – Erfolgsfaktor Therapietreue

Die Therapietreue ist ein entscheidender Faktor für den weiteren Verlauf der Erkrankung. Durch die Therapie können die Beschwerden, die durch den Morbus Crohn verursacht werden, meistens gelindert werden. Gehen Sie daher frühzeitig zum Arzt, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich die Wirkung der Therapie verändert hat. Auch in beschwerdefreien Phasen sollten Untersuchungstermine regelmäßig wahrgenommen werden, damit ein Schub oder mögliche Komplikationen rechtzeitig erkannt werden können.

Mögliche Arzneimittel zur Behandlung des Morbus Crohn bei Erwachsenen

Folgende Medikamente können abhängig vom Krankheitsverlauf, der Krankheitsaktivität, der Wirksamkeit und Verträglichkeit vorangegangener Behandlungsversuche sowie allgemeiner Begleitumstände im jeweiligen individuellen Fall eingesetzt werden:

Weitere Informationen zu den Wirkstoffklassen finden Sie in unserer Patientenbroschüre Morbus Crohn.typo3/