zur Hauptnavigation springen zum Inhalt springen
Patientengeschichte: Renate Klemke

Patientengeschichte: Renate Klemke

Fortgeschrittener schwarzer Hautkrebs – Patientengeschichte Renate Klemke

„Wir müssen dem Krebs jetzt die Stirn bieten und nicht immer hinterherlaufen“

Als Renate Klemke Ende 2012 mit 50 Jahren die Diagnose schwarzer Hautkrebs bekommt, bricht für sie eine Welt zusammen – und von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr so, wie es einmal war. Denn der Krebs hat bereits gestreut und Tochtergeschwülste gebildet. Schwarzer Hautkrebs gilt als eine sehr aggressive Krebsart, daher ist die Prognose für Patienten in diesem fortgeschrittenen Stadium oft ungünstig. Nach einer Vielzahl von Operationen und Therapien beschließt Renate Klemke gemeinsam mit ihrer behandelnden Ärztin, Frau Dr. med. Katharina C. Kähler, auf eine neuartige immunonkologische Therapie umzusteigen.

Renate Klemkes Tag beginnt meist früh: Joggen, Schwimmen, drei Pferde, der Familienhund und ihr Job im Außendienst halten die aktive Norddeutsche ständig auf Trab. Was zunächst nicht außergewöhnlich erscheinen mag, ist es im Fall der 55-jährigen doch. Denn bei Renate Klemke wurde 2012 schwarzer Hautkrebs im fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert.

Die Diagnose und ihre Folgen

Renate Klemke mistet den Stall aus
Ihr Hof, die Pferde und ihr Hund halten Renate Klemke auf Trab

Als Renate Klemke vor sechs Jahren eine ungewöhnliche rote Warze an ihrem linken Oberarm bemerkte, dachte sie sich erst einmal nicht viel dabei. „Es sah eben aus wie eine Warze. Deshalb bin ich damals einfach zu meinem Hausarzt gegangen und sagte „Das Ding müssen wir mal rausschneiden.“ Das entfernte Gewebe schickte der Arzt routinemäßig zur Untersuchung ein. Als Renate Klemke dann zum Verbandwechsel in die Praxis kam, lag der Befund der Gewebeprobe bereits vor. Mein Hausarzt schaute ernst und meinte: „Das sieht nicht so gut aus, wir haben einen Verdacht auf schwarzen Hautkrebs.“ Er schickte seine Patientin für weitere Untersuchungen in die Universitäts-Hautklinik Kiel. Renate Klemkes Tochter begleitete sie als Unterstützung zu diesem schweren Termin.

„Da saßen wir dann und es hieß: Sie haben schwarzen Hautkrebs – eine extrem aggressive Krebsart.“ Die Diagnose traf die damals 50-jährige wie ein Schlag. „In so einem Moment bricht erstmal die Welt zusammen. Die Tränen fließen und ich dachte: Warum gerade ich?“ 

Renate Klemke in ihrem Garten
Renate Klemke genießt jeden Tag

Nach der Diagnose besprach Renate Klemke die verschiedenen Therapiemöglichkeiten mit der behandelnden Ärztin und Leiterin des Hautkrebszentrums Kiel, Frau Dr. med. Katharina C. Kähler. Es folgten einige Operationen. Da der Krebs bereits gestreut hatte, mussten auch der Wächterlymphknoten und Gewebe in der Achselhöhle entfernt werden. Nach knapp zwei Jahren und einer Therapie mit Interferon* schien das Schlimmste überstanden zu sein. Doch dann folgte der erste Rückschlag: Mitte 2016 war der Krebs wieder da.

Es folgten weitere Operationen und eine zweite Interferon-Therapie, aber der Krebs kehrte immer wieder mit neuen Metastasen zurück. „Das ging damals total an die Substanz und an die Nerven,“ berichtet Renate Klemke.

Das Ehepaar sitzt gemeinsam auf der Couch
Das Ehepaar geht gemeinsam durch Dick und Dünn

Unterstützt wurde sie in dieser Zeit besonders von ihrer Familie und Freunden, aber auch ihr Arbeitgeber stand hinter ihr. „Von der Diagnose waren wir alle im ersten Moment geschockt und hatten Angst – natürlich auch, als der Krebs dann immer wieder zurückkam. Aber alle unterstützten mich in vollem Maße.“

* Interferon-alpha kommt bei der Behandlung von schwarzem Hautkrebs zum Einsatz. Es hat eine immunstimulierende, antivirale und antitumorale Wirkung. Sind keine Metastasen nachgewiesen, gibt es auch die Möglichkeit diesen Wirkstoff vorbeugend (adjuvant) zu verabreichen.

Das körpereigene Immunsystem als ein Schlüssel im Kampf gegen Krebs

Als bei Renate Klemke im Juni 2017 nur einen Monat nach der letzten Operation weitere Metastasen gefunden wurden, entschied sich ihre behandelnde Ärztin für einen neuen Weg. „Frau Dr. Kähler hat damals zu mir gesagt: So, Frau Klemke, jetzt machen wir Nägel mit Köpfen. Wir müssen dem Krebs jetzt die Stirn bieten und nicht immer hinterherlaufen,“ erzählt Renate Klemke. „Meine Ärztin berichtete mir von einem therapeutischen Ansatz, der mein Immunsystem wieder aktiveren soll, um dem Körper zu helfen, Krebszellen wieder zu erkennen und zu bekämpfen.“

In diesem Erklärvideo erfahren Sie, wie das immunonkologische Therapieprinzip im Körper wirkt.

Mitte 2017 begann Renate Klemke eine immunonkologische Therapie, die bei speziellen Kontrollpunkten des Immunsystems ansetzt, den sogenannten Immun-Checkpoints, und diese für den Kampf gegen den Krebs reaktivieren soll. „Zusätzlich habe ich im Juli und August noch Bestrahlung bekommen, die einen natürlich auch ganz schön mitnimmt.“ Darüber hinaus traten im Dezember eine Entzündung der Hirnanhangsdrüse und eine Lungenentzündung auf. „Ich hatte keine Kraft mehr und konnte mich kaum noch auf den Beinen halten“, berichtet Renate Klemke. „Nachdem ich Frau Dr. Kähler meine Beschwerden schilderte, habe ich Medikamente gegen die Entzündung der Hirnanhangsdrüse und die Lungenentzündung bekommen. So habe ich beides gut überstanden. Seitdem geht es mir vergleichsweise gut.“

„Es fehlt mir noch ein bisschen Kraft, aber es geht mir wieder recht gut“

Das Ehepaar Klemke genießt Zeit mit ihrem Schäferhund
Schäferhündin Mira genießt die Aufmerksamkeit ihrer Herrchen.

Wie bei jeder Behandlung können auch unter immunonkologischen Therapien Nebenwirkungen auftreten. Diese unterscheiden sich allerdings von Nebenwirkungen anderer Therapien und gehen vor allem mit einer überschießenden Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems einher. Renate Klemke verträgt die Behandlung mittlerweile relativ gut. „Ich bin frohen Mutes, weil seit Mitte 2017 keine Metastasen mehr festgestellt wurden.“

Renate Klemke ist mit ihrem Pferd auf der Weide
Renate Klemke genießt die Zeit mit ihren Pferden

Derzeit fährt Renate Klemke regelmäßig für Infusionen in die Klinik nach Kiel. Ihr Zustand ist stabil und sie hat in ihren Alltag zurückgefunden. „Drei Pferde, drei Hektar Land, ein Pferdestall und ein Garten – da gibt’s eben immer was zu tun.“ Für die Zukunft haben sie und ihr Mann neuen Mut geschöpft und wollen jetzt vor allem das Leben genießen.

„Wir wissen jetzt, wie schnell es einem schlecht gehen kann. Mein Mann und ich reden schon fünf oder sechs Jahre darüber, uns ein Wohnmobil zu kaufen und im Januar haben wir das einfach gemacht.“

Das Ehepaar Klemke mit Ihrem neuen Wohnmobil
Frau Klemke und Ihr Mann haben sich endlich ein Wohnmobil gekauft.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.krebshilfe.de sowie www.krebsinformationsdienst.de

Quelle aller Bilder: © MSD Sharp & Dohme