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Lungenkrebs

Lungenkrebs

Was ist Lungenkrebs?

Unter dem Begriff Lungenkrebs, auch Bronchialkarzinom genannt, versteht man im Allgemeinen eine Krebserkrankung des Lungengewebes. Das bedeutet, dass sich „defekte“ Lungenzellen unkontrolliert vermehren und so Tumoren entstehen. Von diesen können sich wiederum einzelne Zellen ablösen und durch die Blutbahn in andere Organe gelangen. Dort bilden die Tumorzellen neue Tochtergeschwülste – die sogenannten Metastasen.

Nicht jeder Lungenkrebs ist gleich!

Insgesamt vier verschiedene Krebsarten werden unter Lungenkrebs zusammengefasst. Diese unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander – von der Entstehung über die Beschaffenheit auf Zellebene bis hin zur Prognose und Behandlung.

Was sind mögliche Ursachen für Lungenkrebs?

Lungenkrebs betrifft überwiegend ältere Menschen. Zu den Ursachen für Lungenkrebs zählen neben genetischer Veranlagung hauptsächlich Stoffe, die durch die Luft eingeatmet werden und in der Lunge Schäden verursachen. Davon sind nicht nur Raucher:innen betroffen!

Berufskrankheit Lungenkrebs?

Auch für einige Berufsgruppen gilt ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Besonders gefährlich ist der Kontakt mit chemischen Substanzen wie Arsen, manchen Lösungsmitteln und Pestiziden oder Staubarten wie Asbest. 

Tipp: Eine vollständige Liste gesundheitsschädlicher Stoffe im Berufsumfeld finden Sie unter anderem auf der Liste der Berufskrankheiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Die häufigste Ursache für Lungenkrebs ist jedoch unbestreitbar das Rauchen. Denn mit Zigaretten können etwa 50 verschiedene krebserzeugende Stoffe in die Lunge gelangen. Indem Sie mit dem Rauchen aufhören, können Sie das Lungenkrebsrisiko erheblich senken.

Auch häufiges Passivrauchen kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben. Denn schon wenn man sich eine Stunde in einem verqualmten Raum aufhält, kann man durch das Passivrauchen genauso viele Giftstoffe aufnehmen, als würde man selbst eine Zigarette rauchen.

Mehr über die Entstehung von Krebs erfahren Sie im Artikel „Krebs: Die Krankheit“.

Verdacht auf Lungenkrebs – Wie geht es jetzt weiter?

Äußert ein/e Ärzt:in den Verdacht auf Lungenkrebs, werden viele Patient:innen von Ängsten und Unsicherheit überwältigt. Schnell kommen Fragen zu Therapiemöglichkeiten und Prognosen auf.

Doch bevor eine Behandlung geplant werden kann, die zu der individuellen Krebserkrankung passt, muss der Krebs erst genau untersucht werden.

Welche Untersuchungen werden bei Lungenkrebs durchgeführt?

Blutuntersuchung
Spiegelung der Bronchien
Biopsie
Spiegelung des Mittelfellraumes
Untersuchungen des Lungenraums
Lungenfunktionsprüfung
Röntgenaufnahmen
Ultraschalluntersuchung
Computertomographie (CT)
Kernspintomographie (MRT)
Skelettszintigramm
Positronenemissionstomographie (PET)

Diese Lungenkrebsuntersuchungen können mehrere Tage oder Wochen andauern. Für Patient:innen und die behandelnden Ärzt:innen ist es jedoch wichtig, diese Zeit für die Diagnose zu nutzen.

Tipp: Von allen Untersuchungsergebnissen eine Kopie aufbewahren, damit sich jede/r Ärzt:in schnell orientieren kann, z. B. bei Arztwechsel oder Zweitmeinung.

Denn die Untersuchungen sollen Klarheit schaffen und Patient:innen die bestmögliche Krebstherapie ermöglichen. So können beispielsweise sogenannte Biomarker darauf hinweisen, welche Therapie für Patient:innen geeignet sein könnte.

Was sind Biomarker-Tests und warum sind sie wichtig?

Jeder Lungentumor ist anders, mit Hilfe eines Biomarker-Tests lässt sich der Tumor jedoch genau charakterisieren. Das kann wichtig sein für die Diagnose, die Prognose und um für jede:n Patient:in die bestmögliche Therapie zu finden.

Welche Arten von Lungenkrebs gibt es?

Beim Lungenkrebs unterscheidet man zwei Hauptgruppen: Den kleinzelligen Lungenkrebs (SCLC) und den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC). Dabei geht es, wie der Name schon sagt, tatsächlich in erster Linie um die Größe der Tumorzellen. Doch diese beiden Krebsarten unterscheidet noch mehr.

Kleinzelliger Lungenkrebs

Das kleinzellige Lungenkarzinom gilt als die aggressivere der beiden Formen. Die kleinen Lungenkrebszellen teilen sich besonders oft. Dadurch wachsen diese Tumoren meist schneller und breiten sich früh als Metastasen aus.

Dass sich die Zellen so häufig teilen, macht die Tumoren aber auch angreifbar. Sie sind dadurch besonders empfindlich und können in manchen Fällen besonders gut auf bestimmte Therapien ansprechen.

Expertenrat

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs

Zum nicht-kleinzelligen Lungenkrebs gehören alle Krebsarten, die keine kleinzelligen Anteile haben. Wie diese Lungenkrebsart behandelt wird, ist abhängig vom Stadium der Erkrankung. In den frühen Stadien wird das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom zum Beispiel häufig operativ entfernt. Bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs jedoch werden eher andere Behandlungsmöglichkeiten angewendet.

Den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs teilt man in folgende Kategorien ein:

Expertenrat
Expertenrat
Expertenrat

Welche Stadien gibt es bei Lungenkrebs?

Neben der Art der Lungenkrebserkrankung ist es für die Behandlung wichtig, einzuschätzen, wie weit der Krebs bereits fortgeschritten ist. Dabei kommt es zum Beispiel darauf an, wie groß der Tumor ist, welche Gebiete er betrifft und ob er sich schon auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat. Ärzt:innen nutzen bei diesem „Staging“ das sogenannte TNM-Sytstem.

Bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs unterscheiden sie dabei unter folgenden Krebsstadien:

Die Einordnung der Lungenkrebserkrankung in diese Kategorien hilft den Ärzten, die Krankheit so genau wie möglich einzuschätzen. Für Patient:innen kann die klare Definition ihrer Krebserkrankung darüber hinaus eine wichtige Orientierung bieten.

Doch: Jeder Krebs ist einzigartig. Daher ist es wichtig, genau zu untersuchen, welche Behandlung zu der individuellen Krebserkrankung und den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin passt.

Wie wird Lungenkrebs behandelt?

In den frühen Stadien wird angestrebt, die Krebserkrankung zu heilen. Diese Behandlungen nennt man daher kurative Therapien. Darüber hinaus gibt es jedoch auch die sogenannten palliativen Therapien. Diese Behandlungen werden in fortgeschrittenen Stadien eingesetzt, um die Beschwerden, die mit der Krebserkrankung einhergehen können, zu lindern und das Überleben zu verlängern. Behandlungen von Zusatzerkrankungen nennt man auch symptomatische Therapien.

Bei der Behandlung des kleinzelligen Lungenkrebs und beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, darunter:

Je nach Behandlungssituation können dabei einige dieser Therapien allein (als Monotherapie) angewendet werden oder es werden zwei oder mehr Therapien miteinander kombiniert.

Wie wird die richtige Lungenkrebstherapie gefunden?

Neben den Informationen zu Lungenkrebsart und Stadium spielt bei der Auswahl der passenden Behandlung auch der allgemeine Gesundheitszustand eine große Rolle. Auch sogenannte Biomarker können in manchen Fällen ein wichtiger Hinweis sein. Sie können darauf hinweisen, wie wahrscheinlich eine bestimmte Lungenkrebsbehandlung bei Patient:innen wirksam sein könnte.

Die möglichen Behandlungsoptionen sollten Arzt oder Ärztin und Patient:in stets gemeinsam besprechen und Vor- und Nachteile abwägen. Eine offene Kommunikation mit dem/der behandelnden Arzt oder Ärztin kann Patient:innen helfen, Sorgen zu lindern und Fragen zu klären.

Eine Orientierungshilfe finden Sie im Informationsblatt Behandlungswahl: Was muss ich wissen? des Deutschen Krebsinformationsdienstes.

Kann die immunonkologische Therapie bei Lungenkrebs eingesetzt werden?

Eine mögliche Behandlung ist die sogenannte immunonkologische Therapie mit sogenannten Checkpoint-Hemmern. Diese wird bei manchen Arten von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs angewendet. Dabei soll das körpereigene Immunsystem wieder in die Lage versetzt werden, Krebszellen selbständig zu bekämpfen. Wie das funktioniert, erklärt Onkologe Dr. Overkamp in Interview:

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Mehr über die Wirkweise der Immunonkologie und wie sie angewendet wird, erfahren Sie hier.

 

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