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Kopf-Hals-Tumoren

Kopf-Hals-Tumoren

Niemand ist vorbereitet, wenn er die Diagnose Krebs erhält. Die Gedanken im Kopf überschlagen sich und alles andere wird schlagartig zur Nebensache. Gerade bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich fühlen sich Patienten besonders angreifbar. Bei einigen dieser Tumoren ist beim Blick in den Spiegel die betroffene Stelle zu sehen – und erinnert an die Erkrankung. Diese Tatsache führt dazu, dass die Diagnose nicht nur von Angst, Wut, Trauer und Hilflosigkeit begleitet wird, sondern auch das Selbstwertgefühl angreift.

Betroffene finden hier Antworten auf ihre Fragen und die wichtigsten Informationen zu Kopf-Hals-Tumoren wie z. B. Rachenkrebs, Zungenkrebs, Kelhkopfkrebs oder Schilddrüsenkrebs.

Was sind Kopf-Hals-Tumoren?

Unter dem Begriff Kopf-Hals-Tumoren werden verschiedene Krebserkrankungen des Kopf- und Hals-Bereichs zusammengefasst. Die bösartigen Geschwülste befinden sich hierbei vorwiegend im Bereich der Mundhöhle (Mundhöhlenkarzinom), des Rachens (Pharynxkarzinom), des Kehlkopfes (Larynxkarzinom) oder auch der Nase und Nasennebenhöhlen.

Etwa 21 von 100.000 Einwohnern in Deutschland erkranken schätzungsweise jährlich an Krebs im Kopf-Hals-Bereich. Durch die immer älter werdende Bevölkerung und steigende Erkrankungsraten bei Frauen wächst die Anzahl jedoch. Insgesamt sind Männer öfter betroffen als Frauen und erkranken im Durchschnitt drei Jahre früher (mit 63 Jahren im Vergleich zu Frauen, die im Schnitt mit 66 Jahren erkranken).

Welche Arten von Kopf-Hals-Tumoren gibt es?

Der Begriff Kopf-Hals-Tumoren bezeichnet mehrere verschiedene Tumorerkrankungen des Kopf-Hals-Bereiches. Diese Tumore unterscheiden sich hinsichtlich des Ortes, an dem der Tumor entsteht und zusätzlich auch noch nach Art und Ausbreitung der Tumore selbst.

Wird ein Tumor diagnostiziert, entnimmt der behandelnde Arzt eine Gewebeprobe und lässt sie von einem Facharzt für Pathologie unter dem Mikroskop untersuchen. Anhand der Untersuchung kann er das mikroskopische Erscheinungsbild des Tumors bestimmen (histologische Diagnose). Dies kann Aufschluss darüber geben, aus welchem Gewebe die Geschwulst hervorgegangen ist. Zum Beispiel stammen die meisten Tumoren in der Mundhöhle von der Mundschleimhaut ab. Seltener treten Adenokarzinome (oder auch Adenome) auf – Tumoren des Speichel- und Drüsengewebes. Handelt es sich um Knochen-, Muskel- und Fettgewebe, spricht man von Sarkomen. Tumoren des Lymphsystems sind Lymphome.

Daneben unterscheidet man zwischen gutartigen (benignen) und bösartigen (malignen) Tumoren. Gutartige Tumoren wachsen am Ort ihrer Entstehung, ohne umgebendes Gewebe zu zerstören. Bösartige Tumoren dagegen wachsen in das umgebende Gewebe hinein und zerstören dieses. Darüber hinaus bilden manche von ihnen Tochtergeschwülste – sogenannte Metastasen. Durch diese können sich die Krebszellen auch an anderen Stellen des Körpers ansiedeln.

Neben Kehlkopfkrebs sind insbesondere Rachenkrebs, Zungenkrebs und Schilddrüsenkrebs häufig auftretende Krebsarten. Genauere Informationen zu diesen Erkrankungen finden Sie, indem Sie auf die folgenden Steckbriefe klicken oder tippen:

Basaliom
Plattenepithelkarzinom

Basaliom
Plattenepithelkarzinom

Neben den bereits genannten Informationen, braucht der behandelnde Arzt für die Wahl einer geeigneten Behandlung weitere Details zum Tumor. Dazu gehört das Wissen darüber, aus welchen Zellen der Tumor entstanden ist. Zusätzlich muss der Behandler wissen, wie bösartig der Tumor ist, wie weit und schnell er sich ausgebreitet hat und ob er bereits andere Bereiche oder Organe des Körpers erreicht hat. Für alle diese Kennzeichen gibt es die internationale, einheitliche TNM-Klassifikation:

  • T: steht für Tumor und beschreibt seine Größe und Ausdehnung.
  • N: steht für Nodi (= Knoten) und beziffert die Anzahl und Lokalisation der befallenen Lymphknoten.
  • M: steht für Metastasen und beschreibt das Auftreten von Fernmetastasen, also Tochtergeschwulsten in anderen Organen des Körpers.

Mit ihrer Hilfe kann der behandelnde Arzt angeben, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Zusätzliche Indexzahlen beschreiben näher, wie weit sich die Erkrankung bereits ausgebreitet hat. Aus allen diesen Informationen kann schließlich ein genaues Tumorstadium abgeleitet werden. Dieses wird mit den römischen Ziffern I bis IV angegeben. Auf Basis aller genannten Erkenntnisse kann der Arzt die Prognose und Therapieoptionen abwägen.

Kopf-Hals-Tumoren: Risikofaktoren erkennen

Doch wie lässt sich verhindern, dass es überhaupt zu einem Kopf-Hals-Tumor kommt? Noch immer sind für viele Krebserkrankungen die Ursachen unklar. In manchen Fällen haben Wissenschaftler jedoch Zusammenhänge zwischen beispielsweise bestimmten Lebensgewohnheiten und bestimmten Krebsarten festgestellt.

Insbesondere nicht direkt Betroffene, sondern etwa Freunde, Familie und Bekannte eines Krebs-Patienten erfahren vielleicht gerade, was eine Erkrankung mit sich bringt. Sie fühlen sich angreifbar und wollen sich schützen – Patienten möchten verhindern, dass ihre Liebsten das Gleiche wie sie durchmachen müssen. Für jeden ist es sinnvoll, sich mit Risikofaktoren für Krebserkrankungen auseinanderzusetzen und diese, wenn möglich, zu meiden.

Daneben sind UV- und radioaktive Strahlung, schlechte Mundhygiene, ein geschwächtes Immunsystem und chronische Verletzungen der Schleimhäute weitere nennenswerte Risikofaktoren.

Tipp: Die Kombination aus Rauchen und regelmäßigem Konsum hochprozentiger Alkoholika ist besonders gefährlich und häufige Ursache für die Entstehung von Tumoren im Kopf-Hals-Bereich.
 

Wie können Symptome von Kopf-Hals-Tumoren frühzeitig erkannt werden?

Gerade wenn Sie einer Risikogruppe zugehören, etwa weil Sie bereits seit vielen Jahren rauchen oder z. B. im Beruf regelmäßig mit Schadstoffen zu tun haben, ist es wichtig, Symptome und Warnsignale des Körpers wahrzunehmen. Die Heilungschancen bei Krebs im Kopf-Hals-Bereich sind umso besser, desto früher die Erkrankung entdeckt wird. Daher ist es bedeutend, dass Sie auf Warnzeichen achten und frühzeitig zum Arzt gehen, wenn Sie Beschwerden wie die folgenden wahrnehmen:

  • Schluckbeschwerden
  • Ein Fremdkörpergefühl oder „Kloß“ im Hals
  • Schmerzen, die ins Ohr ausstrahlen
  • Husten, auch mit Blutauswurf
  • Heiserkeit
  • Kratzender Hals oder Halsschmerzen
  • Knoten am Hals

All diese Symptome können erste Anzeichen für Rachen- und Kehlkopfkrebs sein.

Doch auch bei folgenden Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen, insbesondere, wenn sie länger als zwei Wochen anhalten:

  • Wunde Stelle in der Mundhöhle, die auch nach zwei Wochen noch nicht abgeheilt ist
  • Weißliche, nicht abwischbare Stellen im Mund
  • Leicht blutende Wunden in der Mundhöhle
  • Beschwerden beim Schlucken
  • Sprechbeeinträchtigung
  • Schmerzen beim Sprechen
  • Ein „Kloßgefühl“ im Bereich der Zunge oder des Mundbodens
  • Atemnot
  • Länger bestehender Mundgeruch

Sie können frühe Erkennungszeichen für Krebserkrankungen der Mundhöhle sein.

Sollten Sie eine Stelle in Ihrem Mundraum untersuchen lassen wollen, können Sie sich an Ihren Zahnarzt wenden. Bei allen anderen Beschwerden hilft Ihnen ein Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Facharzt für Mund-, Kiefer- oder Gesichtschirurgie weiter.

Verdacht auf einen Kopf-Hals-Tumor – Wie geht es jetzt weiter?

Viele bekommen Angst, wenn Sie den Verdacht haben, an Krebs erkrankt zu sein und zögern einen Arztbesuch hinaus. Dies sollten Sie jedoch nicht tun. Wenn Sie vermuten, dass Sie einen bösartigen Tumor im Kopf-Hals-Bereich haben, ist es wichtig, dass Sie schnellstmöglich zu Ihrem Arzt gehen. Denn: Je früher eine bösartige Erkrankung erkannt wird, desto besser sind häufig die Heilungschancen und die Lebenserwartung.

Ihr Arzt wird im Folgenden genau untersuchen, woran Sie leiden. Ziel aller diagnostischen Schritte ist dabei, den Verdacht auf Krebs zu bestätigen oder auszuräumen. Bestätigt sich der Verdacht, ist es außerdem wichtig für Ihre Ärzte, festzustellen, welche Art von Tumor vorliegt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Dazu können unterschiedliche Verfahren zum Einsatz kommen:

Anamnese
Klinische Untersuchung
Spiegelung/Panendoskopie
Gewebeentnahme/Biopsie

Daneben gibt es weitere diagnostische Verfahren wie unter anderem die Ultraschalluntersuchung (Sonographie), Kernspintomographie (MRT) und Computertomographie (CT). Mit diesen kann die Ausbreitung des Tumors besonders präzise bestimmt werden.

Abhängig von den Ergebnissen der Untersuchungen, also davon, wie schnell Ihr Tumor wächst, ob, wo und wie er Metastasen bildet, aber auch davon, wie Ihr Allgemeinzustand ist und welche Wünsche Sie haben, entscheidet Ihr Arzt, welche Behandlung für Sie infrage kommt. Gemeinsam mit Ihnen und anderen Fachärzten wird er eine Therapie planen und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten mit Ihnen diskutieren. Je nachdem, wie Sie sich entscheiden, wird er anschließend die entsprechenden Schritte einleiten. Daher ist es gut und wichtig, dass Sie sich über Ihre Diagnose informieren.

Wie werden Kopf-Hals-Tumoren behandelt?

Haben Sie die Diagnose Krebs erhalten, wird Sie Ihr Arzt im Zuge dessen an eine Klinik überwiesen haben. Dort werden Sie von einem ganzen Team von Ärzten betreut – denn bei einer Krebserkrankung müssen verschiedene Spezialisten zusammenarbeiten. Nach Abschluss aller Untersuchungen und wenn feststeht, welche Art Tumor vorliegt und wie groß und verbreitet er ist, kann dieses Team nun mit der gewählten Behandlung beginnen. Ziel ist es dabei in jedem Fall, den gesamten Tumor und sämtliche Tochtergeschwülste zu entfernen oder zumindest so lange wie möglich in Schach zu halten. Für Kopf-Hals-Tumoren gibt es dabei verschiedene Möglichkeiten:

Operation
Strahlentherapie
Chemotherapie
Immunonkologische Therapie

Wie die immunonkologische Therapie genau funktioniert, erklärt der Onkologe Dr. Friedrich Overkamp im Interview:, erklärt der Onkologe Dr. Friedrich Overkamp im Interview:

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Eine Tumortherapie kann sehr anstrengend sein – nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Vieles ändert sich und die Rückkehr in den gewohnten Alltag fällt Ihnen sicherlich nicht leicht. Machen Sie sich jedoch eines bewusst: Sie sind auf keinen Fall allein. Es gibt eine ganze Reihe Maßnahmen, die Ihnen den Übergang von der Therapie zurück in den Alltag erleichtern können. Dazu gehört beispielsweise die Rehabilitation, die relativ zeitnah nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus folgt. Sie umfasst nicht nur medizinische Leistungen, sondern soll z. B. auch beim Wiedereinstieg in den Beruf helfen. Daneben gibt es Selbsthilfegruppen, in denen Sie sich gemeinsam mit anderen Teilnehmern gegenseitig helfen, Mut machen und unterstützen können. Ärztliche Nachsorgeprogramme bieten Ihnen eine fortlaufende Betreuung nach Abschluss der Krebsbehandlung. Hierbei geht es zum einen um regelmäßige Nachuntersuchungen, um rechtzeitig zu erkennen, ob die Krankheit zurückgekehrt ist oder ob behandlungsbedürftige Begleit- und Folgeerkrankungen bestehen. Aber auch bei Ihrer Krankheitsverarbeitung können Ihre Ärzte Sie unterstützen und Sie bei Bedarf an sozialrechtliche Ansprechpartner, Selbsthilfegruppen, Psychoonkologen, Logopäden, Ernährungsberater oder Sportgruppen vermitteln. Eine Reihe nützlicher Kontakte finden Sie außerdem hier.

Kosmetische und funktionelle Wiederherstellung
Ernährung


Tipp: Ausführliche, weiterführende Informationen finden Sie in unserer Patientenbroschüre Kopf-Hals-Tumoren.