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Patientengeschichte: Jutta Gosch-Petschow

Patientengeschichte: Jutta Gosch-Petschow

Fortgeschrittener Lungenkrebs – Jutta Gosch-Petschow berichtet über ihre persönlichen Erfahrungen

Wenn das Immunsystem zu einem Schlüssel im Kampf gegen Krebs wird

Jutta Gosch-Petschow steht mitten im Leben, als sie die Diagnose Lungenkrebs erhält. Zu diesem Zeitpunkt hat der Krebs in ihrem Körper bereits gestreut und Metastasen gebildet. Lungenkrebs gilt in diesem Stadium als nicht heilbar und die Prognose der Patienten ist ungünstig. Mit Unterstützung ihres behandelnden Arztes Professor Dr. Martin Reck, Chefarzt der Onkologie an der LungenClinic Grosshansdorf, erhielt Jutta Gosch-Petschow die Möglichkeit, mit einer der immunonkologischen Therapien behandelt zu werden.

Das Ehepaar Gosch-Petschow beim Spaziergang
Das Ehepaar Gosch-Petschow genießt ein aktives Leben

Jutta Gosch-Petschow und ihr Ehemann haben große Pläne: Reisen! Eines ihrer Traumziele ist Kanada zum Indian Summer. Dass Frau Gosch-Petschow Reisepläne für die Zukunft hegt, scheint zunächst nichts Außergewöhnliches zu sein, ist es aber in ihrem Fall: Bei der 63-jährigen wurde 2015 Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.

Eine unerwartete Diagnose

Entdeckt wurde der Lungenkrebs bei ihr zufällig. Eines Tages bemerkte Frau Gosch-Petschow, dass ihr eine Seite ihres Halses ungewöhnlich dick und geschwollen erschien. „Ich dachte, mein Gott jetzt wirst du älter und bekommst auch noch einen dicken Hals!“ Schmerzen hatte sie keine. „Ich habe es gar nicht gespürt, daher habe ich auch mit nichts Schlimmen gerechnet.“

Kurz darauf hatte Frau Gosch-Petschow einen Termin bei einem Internisten, den sie auch auf ihren dicker werdenden Hals hinwies. „Ihm kam das gleich komisch vor!“ Nach einem genauen Check schickte er sie zu weiteren Untersuchungen in die Klinik. Das Resultat war für die agile Norddeutsche ein regelrechter Schock: „Auf dem MRT waren ganz deutlich mehrere Metastasen zu erkennen!“ Der Ursprung der Krebserkrankung, der sogenannte Primärtumor, konnte so jedoch nicht festgestellt werden. Es folgte eine Gewebeprobe – eine sogenannte Biopsie. Mithilfe der Biopsie wurde ein nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, eine häufig vorkommende Art von Lungenkrebs, bei Frau Gosch-Petschow diagnostiziert.

Nach der Diagnose war für Frau Gosch-Petschow sofort klar, dass sie in der LungenClinic Grosshansdorf, einem der 56 zertifizierten Lungenzentren in Deutschland, behandelt werden wollte. Gemeinsam mit dem dortigen Chefarzt der Onkologie, Professor Dr. Martin Reck, wurden die verschiedenen Therapiemöglichkeiten besprochen. Der erste Behandlungsversuch mit einer Chemotherapie musste aufgrund von Nebenwirkungen bereits nach der zweiten Gabe eingestellt werden. In Frau Gosch-Petschows Fall musste eine weiterführende chemotherapeutische Behandlung aus medizinischen Gründen ausgeschlossen werden.

 

Krebszellen mit dem körpereigenen Immunsystem bekämpfen

„Professor Reck erzählte mir von einem therapeutischen Ansatz, der das eigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs unterstützt“, berichtet die gelernte Chemielaborantin. „Manche Krebszellen tricksen die körpereigenen Immunzellen aus, so dass diese an ihrer Abwehrfunktion gehindert werden“, erläutert der Experte. „Die immunonkologischen Therapien setzen dort an. Sie versetzen die Immunzellen wieder in der Lage, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Das Immunsystem wird sozusagen reaktiviert.“

In diesem Erklärvideo erfahren Sie, wie das immunonkologische Therapieprinzip im Körper wirkt.

„Ich habe heute wieder mehr Lebensqualität!“

Jutta Gosch-Petschow sitzt im Auto
Jutta Gosch-Petschow fährt zur Arbeit

Im Juni 2015 begann die immunonkologische Behandlung von Frau Gosch-Petschow. „Ich bekomme regelmäßig eine Infusion ambulant in der Klinik.“ Mittlerweile ist ihr Zustand so stabil, dass sie wieder in ihren Beruf zurückkehren konnte. „Mein Arbeitgeber hat mich von Anfang an unterstützt und mir jegliche Hilfe angeboten, die man mir geben konnte. Das weiß ich sehr zu schätzen.“

Frau Gosch-Petschow hat bislang auf die immunonkologische Therapie angesprochen. Allerdings sprechen nicht alle Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium auf die Therapie an. „Bei bestimmten immunonkologischen Therapien muss vor der Behandlung ein Test durchgeführt werden.“ erklärt Professor Dr. Reck. „Der Test gibt Auskunft über die Merkmale auf der Oberfläche der Krebszellen, die für die Abschaltung der Immunzellen verantwortlich sind. Es wird geprüft, ob und in welchem Umfang diese bestimmten Oberflächenstrukturen vorhanden sind.“ Wie unter jeder Therapie können auch unter immunonkologischen Therapien Nebenwirkungen vorkommen. Dabei treten unter immunonkologischen Therapien andere Nebenwirkungen, als z. B. unter Chemotherapie auf. Aufgrund des Wirkmechanismus immunonkologischer Therapien stehen vor allem überschießende Reaktionen des körpereigenen Abwehrsystems wie etwa Fieber, Hautausschlag, Schwellungen und Juckreiz im Vordergrund.
 

„Wichtig ist, dass man nicht mit dem Schicksal hadert, sondern alle Möglichkeiten ausschöpft!“

Frau Gosch-Petschow im Garten
Frau Gosch-Petschow genießt die Zeit in ihrem Garten.

Ob gemeinsame Reisen mit ihrem Ehemann, Zeit mit ihren drei Katzen oder der regelmäßige Kartenabend mit Freunden, Frau Gosch-Petschow lebt auch weiterhin ein aktives und selbstbestimmtes Leben. „Viele Menschen hadern mit ihrem Schicksal aufgrund ihrer Krebserkrankung. Da ist Aufklärung besonders wichtig!“ Aus diesem Grund hat Frau Gosch-Petschow sich dazu entschieden, ihre Geschichte zu teilen und anderen Betroffenen Mut zu machen.

Das Ehepaar sitzt gemeinsam auf dem Sofa
Das Ehepaar unterstützt sich stets gegenseitig
Das Ehepaar beim Kaffee mit Freunden
Jutta Gosch-Petschow genießt die gemeinsame Zeit mit ihren Freunden
Jutta Gosch-Petschow mit Katze
Frau Gosch-Petschow hat sich dazu entschieden, ihre Geschichte zu teilen und anderen Betroffenen Mut zu machen
Das Ehepaar beim Kartenspiel mit Freunden
Der regelmäßige Kartenabend mit Freunden hat bei den Gosch-Petschows Tradition

Hier finden Sie weiterführende Informationen und Services.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.krebshilfe.de sowie www.krebsinformationsdienst.de

Quelle aller Bilder: © MSD Sharp & Dohme