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Risiko Unterzuckerung

Risiko Unterzuckerung

Diabetes Typ 2: Versuchen Sie eine Unterzuckerung frühzeitig zu erkennen

Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann potenziell gefährlich sein. Durch den Abfall des Blutzuckerspiegels werden das Gehirn und andere Organe nicht mehr ausreichend mit Glukose versorgt. Einheitliche Grenzwerte für die Unterzuckerung gibt es nicht. Blutzuckerwerte unter 70 mg/dl (3,89 mmol/l) gelten als kritisch. Da der Körper bestrebt ist, den Blutzuckerspiegel in normalen Bahnen zu halten, schlägt er Alarm, wenn der Blutzuckerspiegel absinkt.

Mögliche Anzeichen einer Unterzuckerung

  • Schwitzen
  • Zittern
  • Herzklopfen
  • Unruhe, Reizbarkeit
  • Heißhunger
  • Konzentrationsstörungen
  • Sehstörungen
  • Benommenheit
  • Unkoordinierte Bewegungen, unsicherer Gang
  • Sprachschwierigkeiten
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zu Bewusstlosigkeit/Koma

Mögliche Hinweise auf (unbemerkte) Unterzuckerungen im Schlaf

  • Nächtliches Erwachen mit Unruhe oder Alpträumen
  • Durchschwitzte Kleidung
  • Morgens sehr hohe Nüchtern-Blutzuckerspiegel
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit

Die Symptome können je nach Patient und Situation stark variieren. Daher sollten Sie Ihre Wahrnehmung schulen, um Ihre persönlichen Anzeichen einer Unterzuckerung zu erkennen. 

Erste Hilfe: Traubenzucker oder Limonade

Bei den ersten Anzeichen einer Unterzuckerung sollten Sie möglichst schnell wirkenden Zucker zu sich nehmen, zum Beispiel Traubenzucker (2 – 4 Plättchen) oder Limonade (keine Light-Getränke!) bzw. gesüßte Fruchtsäfte trinken, und anschließend langsamer wirkende Kohlenhydrate essen, zum Beispiel eine Scheibe Brot. Schokolade oder andere fettreiche Süßigkeiten eignen sich übrigens weniger, da der Zucker hieraus nur langsam ins Blut übergeht.

Tipp: Wenn Sie zu Unterzuckerungen neigen, halten Sie am besten immer Traubenzucker griffbereit. Bewahren Sie diesen möglichst an der gleichen Stelle auf, zum Beispiel in der rechten Hosentasche. Bei einem Notfall und beginnenden Bewusstseinseinschränkungen können Sie den Traubenzucker schneller finden.

Schwere Unterzuckerung – ein Fall für den Notarzt

Im Falle einer schweren Unterzuckerung sollte umgehend der medizinische Notdienst verständigt werden.

Bei schweren Unterzuckerungen, bei denen sich Betroffene aufgrund von Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung oder gar Bewusstlosigkeit nicht mehr selbst helfen können, sollten Angehörige oder andere Anwesende unverzüglich den medizinischen Notdienst verständigen. Verwandte oder Personen aus dem persönlichen Umfeld sollten deshalb über das Vorliegen Ihres Diabetes Bescheid wissen.

Mögliche Ursachen einer Unterzuckerung

  • Sie essen weniger als normal oder lassen eine Mahlzeit aus.
  • Sie haben zu viele blutzuckersenkende Tabletten eingenommen oder zu viel Insulin gespritzt.
  • Sie haben sich körperlich außergewöhnlich angestrengt.
  • Bei Behandlung mit bestimmten Diabetes-Medikamenten kann das Risiko einer Unterzuckerung erhöht sein.
  • Genuss von Alkohol
  • Erbrechen und / oder Durchfall
  • Schwäche der Hirnanhangdrüse, Nebenniere oder Schilddrüse

Es gibt Diabetes-Medikamente, die ein höheres Risiko für Unterzuckerungen haben als andere. Auch die Kombination von mehreren Diabetes-Medikamenten kann eine Ursache für ein erhöhtes Risiko einer Unterzuckerung sein. Wenn Sie häufig an Unterzuckerungen leiden, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.

Gefahr besonders für ältere Menschen

Ältere Menschen können ein erhöhtes Risiko für schwere Unterzuckerungen haben. Dies gilt vor allem, wenn sie viele Medikamente einnehmen, nicht regelmäßig essen oder ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist. Das kann problematisch sein, da die Wahrnehmung der Symptome einer Unterzuckerung im Alter stärker eingeschränkt sein kann als bei jüngeren Patienten. Auch wiederholte Unterzuckerungen können zu einer gestörten Wahrnehmung dieser Komplikation führen. Denn der Organismus kann sich im Laufe der Zeit daran gewöhnen, typische Symptome können ausbleiben oder zu spät erkannt werden.

Langfristige Folgen

Unterzuckerungen können zu Stürzen führen und gehören zu den häufigsten Ursachen für eine Krankenhauseinweisung bei Älteren. Auch können sie Ursache von Unfällen sein, zum Beispiel, wenn die Symptome während einer Autofahrt auftreten. Es gibt Hinweise, dass unbehandelte schwere Unterzuckerungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können. 

Wichtig

Sollten Sie von Unterzuckerungen betroffen sein, kontaktieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre/n Diabetesberater/in. Für das Gespräch mit dem Arzt kann es hilfreich sein, wenn Sie ein Tagebuch bzw. ein Protokoll führen und Ihre Unterzuckerungen dokumentieren. Darüber hinaus kann das Tagebuch Ihre Selbstbeobachtung schulen und Ihnen helfen, Unterzuckerungen besser wahrzunehmen. Deshalb sollten Sie zusätzlich zu einer Portion Traubenzucker auch immer einen Diabetiker-Notfallausweis mit sich führen. Damit können Sie das Rettungspersonal über Ihre Diabeteserkrankung informieren, so dass dieses gezielt und schnell handeln kann.