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Fakten und praktische Tipps zum Fastenmonat

Fakten und praktische Tipps zum Fastenmonat

Nach Aussage von Gesundheitsexperten sind die meisten Diabetiker vom Fasten während des Ramadan ausgenommen. Vielleicht entscheiden Sie persönlich sich aber dafür, trotz Ihres Diabetes im Ramadan während der Tagesstunden zu fasten. Dann sollten Sie einige grundlegende Fakten und Ihre besonderen Risiken kennen.

Die Kenntnis dieser Tatsachen kann Ihnen auch helfen, sich auf ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater über dieses Thema vorzubereiten. Sprechen Sie in jedem Fall ein bis zwei Monate vor Beginn des Ramadan mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater über Ihre Absicht, im Ramadan zu fasten. Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin.

Welche Diabetiker sollten das Fasten vermeiden?

Einige Diabetespatienten sollten nach Empfehlungen wissenschaftlicher Fachgesellschaften das Fasten vermeiden. Dazu gehören alle Typ-1-Diabetiker. Aber auch Typ-2-Diabetiker mit zusätzlichen ernsten Komplikationen sollten lieber nicht fasten. Das sind zum Beispiel alle, die häufiger schwere Unterzuckerungen (Hypoglykämien) erlebt haben, und alle, die in den letzten drei Monaten mindestens eine schwere Unterzuckerung hatten. Als „schwer“ wird eine Unterzuckerung eingestuft, wenn der Patient dabei das Bewusstsein verloren hat oder Hilfe von Dritten benötigte. Falls Sie zu einer der genannten besonderen Risikogruppen gehören, sich aber trotzdem für das Fasten im Ramadan entscheiden, sind Sie in dieser Zeit besonders großen Gesundheitsrisiken ausgesetzt.

Worüber sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie fasten möchten?

Wenn Sie als Diabetiker im Ramadan fasten möchten – ob Sie nun zu den oben genannten besonderen Risikogruppen gehören oder nicht – , dann sollten Sie mit ihrem Arzt oder Diabetesberater mindestens einen oder zwei Monate vorher einige wichtige Punkte besprechen.

Dazu gehören

  • das Fasten selbst und die Risiken dabei,
  • die Ernährung in den fastenfreien Nachtzeiten,
  • die Flüssigkeitsaufnahme,
  • Blutzuckermessungen, die Sie selbst durchführen,
  • Ihre Tabletteneinnahme oder/und Ihr Insulin,
  • eine eventuelle Anpassung Ihrer Medikamente,
  • Ihre körperliche Betätigung in dieser Zeit und
  • an wen Sie sich im Notfall wenden können.

Ihr betreuender Arzt oder Diabetesberater kann Ihnen Informationen und Ratschläge für Ihre spezielle Situation und Ihre persönliche Krankengeschichte geben. Einige Tipps finden Sie bereits in diesem Text. Das Lesen dieser Informationen kann aber den Arztbesuch keinesfalls ersetzen. Hier finden Sie außerdem einen Link zu einem speziellen Blutzuckertagebuch, einem Hypoglykämie-Protokoll sowie einem Ramadankalender. Das Führen eines Blutzuckertagebuchs ist beim Fasten im Ramadan besonders wichtig.

Als erstes wird Ihr Arzt Ihnen vermutlich die speziellen Risiken des Fastens bei Diabetes erklären.

Welche besonderen Risiken gibt es für Diabetiker beim Fasten?

Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Überzuckerung (Hyperglykämie)
Austrocknung (Dehydratation)
Verstopfung von Blutgefäßen (Thrombose)
Diabetische Ketoazidose

Was könnte Ihr Arzt Ihnen noch sagen?

Ihr Arzt wird Ihre Blutzuckerwerte messen, Sie nach Ihrem allgemeinen Befinden fragen und Ihre Krankenakte zu Rate ziehen. Wenn er Ihre Krankengeschichte und Ihre persönlichen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten kennt, dann kann er Ihnen – zusammen mit Ihrem Diabetesberater – wertvolle Tipps geben, wie Sie die Risiken während des Fastens minimieren können.

Häufigere Blutzuckermessung
Die richtige Ernährung in der fastenfreien Zeit
Beibehalten der gewohnten (leichten) körperlichen Bewegung
Anpassung der Blutzuckermedikamente
Erreichbarkeit von Ärzten oder Diabetesberatern in Notfällen