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Therapie-Übersicht und Medikamente

Therapie-Übersicht und Medikamente

Rheumatoide Arthritis (RA) ist bisher nicht heilbar, lässt sich aber in ihrem Verlauf positiv beeinflussen. Wird die Erkrankung rechtzeitig diagnostiziert und ein früher Behandlungsbeginn eingeleitet, kann ein Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamt oder sogar völlig zum Stillstand gebracht werden.

Das vorrangige (primäre) Therapieziel bei der frühen RA ist das Erreichen einer Symptomfreiheit (Remission) bzw. bei fortgeschrittenen Krankheitsverläufen eine niedrige Krankheitsaktivität. Das Therapieziel sollte so schnell wie möglich erreicht werden. Hierfür stehen heutzutage verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Engmaschige Kontrollen und Therapieanpassungen sind häufig zum Erreichen des Behandlungsziels notwendig.

Die Behandlung der RA basiert im Allgemeinen auf 3 Säulen:

  • Die medikamentöse Behandlung, um den Krankheitsverlauf abzubremsen oder aufzuhalten
  • Ergotherapie, Physiotherapie und physikalische Maßnahmen, um die Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit der Gelenke zu erhalten
  • Operative Maßnahmen als letzte Möglichkeit, wenn kein anderer Behandlungsansatz hilft

So wird das Therapiekonzept in der Regel für jeden Patienten individuell maßgeschneidert.

Therapie bei Kindern und Jugendlichen

Aufgrund der speziellen Anforderungen ist die Behandlung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen durch einen Kinderrheumatologen empfehlenswert.

Medikamente

Moderne Medikamente sind im Allgemeinen in der Lage, den Krankheitsverlauf der RA positiv zu beeinflussen und die Beschwerden auch zu lindern. Grundsätzlich gilt: Je früher man mit der Behandlung beginnt, desto größer die Chance, Entzündungsvorgänge in den Gelenken zu beeinflussen und schweren Schäden vorzubeugen.

Zur medikamentösen Behandlung der RA werden häufig sogenannte DMARDs (kurz für disease modifying antirheumatic drugs) eingesetzt. Medikamente dieser Gruppe besitzen krankheitsmodifizierende Eigenschaften und werden entsprechend des Schweregrads der Erkrankung eingesetzt.

Zu der Gruppe der DMARDs zählen:

  • konventionell-synthetische DMARDs
  • biologische DMARDs (Biologika)
  • zielgerichtet-synthetische DMARDs

Konventionell-synthetische DMARDs

Konventionell-synthetische DMARDs werden im Allgemeinen zur langfristigen Therapie, die umgehend nach der Diagnosestellung begonnen werden sollte, eingesetzt. Der frühestmögliche Beginn bei neu diagnostizierter Rheumatoider Arthritis kann sich positiv auf die Krankheitssymptome, das therapeutische Ansprechen, den Funktionsstatus der Gelenke und das Fortschreiten der Gelenkzerstörung auswirken. Ein Wirkstoff, der bei Rheumatoider Arthritis beispielsweise eingesetzt wird, ist Methotrexat.

Biologische DMARDs (Biologika)

Biologika sind natürlichen Stoffgruppen nachempfunden und greifen ganz spezifisch in bestimmte biologische Vorgänge ein. Zu den derzeit für die Behandlung der RA bei Erwachsenen zugelassenen Biologika gehören verschiedene TNFalpha-Blocker sowie Biologika mit anderen Wirkmechanismen. Die Anwendung richtet sich u. a. nach Diagnose, Krankheitsdauer und Schweregrad der Erkrankung.

Zielgerichtet-synthetische DMARDs

Nicht allen Patienten kann ausreichend mit konventionellen bzw. biologischen DMARDS geholfen werden, weshalb andere therapeutische Angriffspunkte untersucht werden. Die tsDMARDS, oder auch zielgerichtete synthetische DMARDS, richten sich zielgenau gegen die Produktion von entzündlichen Botenstoffen in den Zellen.

Neben den DMARDs können weitere Medikamentengruppen zur Behandlung eingesetzt werden:

Glukokortikoide (auch bekannt als Kortison- Präparate)

Glukokortikoide gehören zu den Hormonen, die in der Nebennierenrinde des Menschen gebildet werden. Für den menschlichen Stoffwechsel sind sie lebensnotwendig. Als Medikament wirkt „Kortison“ rasch entzündungshemmend und unterdrückt die Reaktion des Immunsystems. Für eine Dauertherapie sind Glukokortikoide nicht geeignet; maximal 3–6 Monate nach Beginn der Therapie sollte die Therapie wieder beendet werden.

Nicht-steriodale Antirheumatika (NSAR)

NSAR sind kortisonfreie, entzündungshemmende Schmerzmedikamente. Diese können zur symptomatischen Behandlung von Schmerz und Entzündung eingesetzt werden. NSAR haben keinen Einfluss auf die langfristige Gelenkzerstörung bzw. den Funktionsverlust von Gelenken.

Wenn ein Patient NSAR nicht verträgt, können auch Nichtopioide wie beispielsweise Paracetamol zum Einsatz kommen. Auch hier liegt eine rein symptomatische Wirkung vor.

Die Wahl des passenden Medikaments

Zu Beginn der Rheumatoide Arthritis wissen weder Arzt noch Patient, wie der Verlauf über die Jahre sein wird. Die Wahl des passenden Medikaments hängt von zahlreichen Faktoren ab, z. B. von der individuellen Prognose, der vorliegenden Krankheitsaktivität, möglichen anderen Vorerkrankungen sowie von bekannten und unerwünschten Reaktionen auf bestimmte Medikamentengruppen.

 

Weitere Informationen zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis finden Sie auch in unserer Patientenbroschüre "Rheumatoide Arthritis - Schritt für Schritt erklärt", die Sie sich hier kostenlos herunterladen können.

Nähere Informationen zu den beschriebenen Therapieoptionen erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt. Medikamente können grundsätzlich Nebenwirkungen haben. Diese müssen aber nicht zwangsläufig bei jedem Anwender auftreten. Einige unerwünschte Wirkungen bedürfen einer Behandlung. Es ist wichtig, als Patient die jeweiligen Beipackzettel der Medikamente zu beachten und den behandelnden Arzt bei Bedarf zu kontaktieren. Nur so können eventuell auftretende Nebenwirkungen erkannt und die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden.