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Psoriasis-Arthritis

Für Menschen mit Psoriasis-Arthritis

Was sind die Psoriasis-Arthritis Symptome?

Die Psoriasis-Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der sowohl die Haut (Psoriasis, Schuppenflechte) als auch die Gelenke (Arthritis) betroffen sind. In vielen Fällen kann die Erkrankung dazu führen, dass die betroffenen Gelenke schmerzen und in der Beweglichkeit eingeschränkt sind. Bei entsprechender Behandlung kann der Erkrankungsverlauf jedoch positiv beeinflusst werden.

Zu den typischen Hautveränderungen bei Psoriasis zählen Schuppung und Rötung, die überall an der Haut auftreten können. Bestimmte Körperstellen sind jedoch bevorzugt betroffen:

  • Ellenbogen
  • Knie
  • Nagelbereich
  • Kopfhaut

Mögliche Gelenkbeschwerden bei Psoriasis-Arthritis

  • Die Gelenke sind geschwollen, die Haut der betroffenen Gelenkregion spannt und verfärbt sich rötlich bis bläulich.
  • Oft sind viele kleine Gelenke entzündet, schmerzen und lassen sich nur schwer bewegen.
  • Bei einem Finger oder Zeh sind häufig gleichzeitig alle Gelenke und Sehnen betroffen („Wurstfinger“ bzw. „Wurstzeh“).
  • Typisch für eine Psoriasis-Arthritis sind asymmetrische Beschwerden.
  • Ist die Wirbelsäule entzündet, kommt es typischerweise zu nächtlichen Rücken- oder Nackenschmerzen oder zu einem steifen Kreuz am Morgen (Morgensteifigkeit).

Nicht selten sind auch die Sehnen bzw. die Sehnenansatzpunkte an den Knochen entzündet bzw. schmerzhaft betroffen und verdickt.

Psoriasis geht häufig der Arthritis voraus

Haut- und Gelenkbeschwerden können zeitlich getrennt voneinander auftreten. Häufig geht jedoch die Psoriasis der Gelenkerkrankung voraus. Bei jedem fünften von Psoriasis Betroffenen kommt im Laufe der Zeit eine entzündliche Gelenkerkrankung hinzu. Bei etwa 15 % der Betroffen beginnen Haut- und Gelenkveränderungen gleichzeitig. Im Durchschnitt liegen 10 Jahre zwischen den ersten Hauterscheinungen und den ersten Gelenkentzündungen.

Die Ursachen für eine Psoriasis-Arthritis sind nach wie vor unbekannt

Man geht heute davon aus, dass bei der Krankheitsentwicklung eine Fehlsteuerung des Immunsystems vorliegt, bei der das Immunsystem Teile des eigenen Körpers angreift („Autoimmunkrankheit“). Genetische Ursachen spielen bei dem Ausbruch der Psoriasis-Arthritis eine Rolle. Die Erkrankung selbst wird zwar nicht vererbt, wohl aber die Veranlagung dazu. Bestimmte Auslöser können dann für einen Krankheitsausbruch sorgen, z. B. eine Infektion, ein Medikament, eine Allergie, eine Veränderung im Hormonsystem des Körpers, psychischer Stress oder langfristiges Rauchen. Der genaue Entstehungs- und Auslösemechanismus der Psoriasis-Arthritis ist jedoch bis dato nicht eindeutig geklärt.

Psoriasis-Arthritis – Diagnose

Gerade zu Beginn der Erkrankung, bei minimalem Befall der Haut oder nur geringen Gelenkbeschwerden ist die Psoriasis-Arthritis oft nicht einfach zu erkennen. Die Diagnose sollte dementsprechend von einem Facharzt bzw. einer Fachärztin gestellt werden.

Steht die Haut im Mittelpunkt der Beschwerden, wird in der Regel ein / eine Fachärzt:in fürHauterkrankungen (Dermatologie) konsultiert. Bestehen Gelenkschmerzen, werden Sie gegebenenfalls zu einem / einer Rheumatolog:in überwiesen.

Es existiert kein einzelner Test, der zielsicher zur Diagnose Psoriasis-Arthritis führt. Daher werden Informationen aus verschiedenen Untersuchungen beurteilt. Die (Familien-) Anamnese und die körperliche Untersuchung sowie Labor- und bildgebende Verfahren stellen die wichtigsten Säulen der Diagnosestellung dar.

Die Krankengeschichte – ein wichtiger Baustein zur Diagnose

Hier befragt Sie der Arzt bzw. die Ärztin möglicherweise nach:

  • Ihren Beschwerden wie bspw. Ort und Dauer der Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen,
  • Vorliegen von Haut- und Gelenkerkrankungen in der Familie,
  • möglichen Provokationsfaktoren, die zum Ausbruch oder zur Verschlechterung der Hautbefunde geführt haben könnten.

Zur Diagnosefindung, aber auch um den weiteren Verlauf abschätzen zu können, ist es wichtig, die Symptome und Beschwerden so genau wie möglich zu schildern. Steht der Gelenkschmerz im Mittelpunkt des Geschehens, sind vor allem Fragen über das Wo, Wann und Wie von Bedeutung.

Körperliche Untersuchung – Gelenke abtasten und Haut begutachten

Bei der Untersuchung der Haut wird insbesondere an den bevorzugten Stellen (z. B. Ellenbogen, Kopfhaut, Kniescheiben und Gesäß) nach Hautveränderungen gesucht und veränderte Hautareale werden begutachtet.

Ist die körperliche Untersuchung der Haut nicht eindeutig, kann eine mikroskopische Untersuchung der Haut oft Klarheit bringen.

Bestehen Gelenkbeschwerden, werden die Gelenke meist zunächst abgetastet und begutachtet, welche Gelenke befallen sind. Typisch für eine Psoriasis-Arthritis ist ein asymmetrisches Befallsmuster.

Laboruntersuchungen können zur Diagnosefindung beitragen.

Laborwerte, die ausschließlich für eine Psoriasis-Arthritis typisch sind, sind bisher nicht bekannt. Einige Blutwerte, die auf eine unspezifische Entzündungsreaktion im Körper hinweisen, können erhöht sein (Blutsenkung, C-reaktives Protein). Diese Entzündungszeichen können jedoch auch bei anderen Entzündungen im Körper erhöht sein. Auch ein möglicherweise erhöhter Harnsäurewert im Blut, der bei etwa 10 – 20 % der Betroffenen erhöht ist, ist kein eindeutiges Indiz für eine vorliegende Psoriasis-Arthritis.

Bildgebende Diagnostik

Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Magnetresonanztherapie oder Szintigraphie sind neben der körperlichen Untersuchung bedeutende diagnostische Methoden bei der Erstdiagnose und der Verlaufskontrolle der Psoriasis-Arthritis mit Gelenkbeschwerden.

Diese Verfahren können Hinweise zum Stadium der Erkrankung geben und zeigen inwiefern das Gelenk schon durch die Erkrankung geschädigt wurde. Zu Beginn der Erkrankung sind allerdings selten Veränderungen am Gelenk zu sehen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Psoriasis-Arthritis

Mit den heute zur Verfügung stehenden Therapieoptionen kann der Krankheitsverlauf in vielen Fällen positiv beeinflusst werden. Als Hauptziele der Behandlung gelten unter anderem die weitgehende und dauerhafte erscheinungsfreie Haut sowie die Eindämmung der Gelenksentzündungen.

Die Psoriasis-Arthritis ist eine sehr heterogene Erkrankung. Dementsprechend werden für die Behandlung unterschiedliche Maßnahmen für jeden Patienten bzw. jeder Patientin bezüglich der Haut und der Gelenke getroffen. Dazu zählen Medikamente und begleitende Maßnahmen wie z. B. Physiotherapie und Funktionstraining (Trocken- oder Wassergymnastik) und für die Haut beispielsweise Licht- oder Balneotherapie.

Von entscheidender Wichtigkeit bei der Therapie ist,

  • dass der Medikamentengebrauch stets unter ärztlicher Beobachtung verbleibt und gegebenenfalls bei unzureichender Wirksamkeit und / oder Unverträglichkeit die Therapiemaßnahme verändert wird.
  • dass insbesondere bei fortschreitender Gelenkerkrankung bereits vereinbarte Arztbesuche wahrgenommen werden, auch wenn die Krankheitsaktivität bzw. die Symptomatik erfolgreich reduziert werden konnte.

Medikamentöse Therapieoptionen bei Psoriasis-Arthritis

Mit einem passenden Behandlungskonzept ist es in vielen Fällen möglich, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und durchaus eine jahrelange Beschwerdefreiheit bei einigen Patient:innen zu erreichen.
Grundsätzlich gilt: Je früher man mit der Behandlung beginnt, desto größer die Chance, Entzündungsvorgänge in den Gelenken einzudämmen und schweren Schäden vorzubeugen. Zur medikamentösen Behandlung werden häufig sogenannte DMARDs (kurz für disease modifying antirheumatic drugs) eingesetzt. Medikamente dieser Gruppe besitzen krankheitsmodifizierende Eigenschaften und werden häufig auch als „Basismedikamente“ bezeichnet. Zu der Gruppe der DMARDs zählen:

  • konventionell-synthetische DMARDs (csDMARDs)
  • biologische DMARDs (Biologika, bDMARDs)
  • zielgerichtet-synthetischen DMARDs (tsDMARDs)

Konventionell-synthetische DMARDs 
Biologische DMARDs (Biologika)
Zielgerichtet-synthetische DMARDs
Kortikoide (auch bekannt als Steroide oder Kortison-Präparate)
NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika)

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