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Immunonkologie

Immunonkologie

Was ist die Immuntherapie?

Immuntherapeutische Arzneimittel stellen eine innovative Generation von Krebsmedikamenten im Bereich der Immunonkologie dar: Sie können das körpereigene Immunsystem reaktivieren und dadurch wieder in die Lage versetzen, gegen den Krebs vorzugehen und ihn zu zerstören. Bisherige Krebstherapien, wie beispielweise die Chemotherapie, greifen vor allem die Krebszellen direkt an. Das Ziel der Immuntherapie ist es, das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs zu stärken.

Immunonkologie – ein Therapieprinzip mit Geschichte

Eine aufgeschlagene Mappe mit historischen Chirurgie-Instrumenten.
Den Krebs mit Hilfe des Immunsystems zu bekämpfen ist ein Therapieprinzip mit Geschichte. Arztbesteck© Marina _AdobeStock

Die Überlegung, ob das Immunsystem in der Lage ist, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören, ist nicht neu.

  • Bereits seit über 100 Jahren beschäftigen sich Forscher mit diesem Thema. So legte der Bonner Chirurg Wilhelm Busch im Jahr 1867 eine Frau, die an einem lebensbedrohlichen Tumor im Hals litt, in das Bett eines Patienten mit Wundrose. Daraufhin schrumpfte der Tumor.
  • Dennoch sollte es noch bis ins 21. Jahrhundert dauern, bis das Zusammenspiel zwischen Krebszellen und dem Immunsystem soweit untersucht und verstanden war, um damit neue Wege in der Krebstherapie zu gehen.

Die wichtigsten Ansätze der Immuntherapie

Zytokine: Bei Zytokinen handelt es sich um so genannte Zellhormone. Sie wirken als Botenstoffe des Immunsystems und können immunstimulierend wirken. Zytokine werden als Medikamente jedoch nur noch bei wenigen Tumorarten bzw. nur in bestimmten Situationen eingesetzt.

Tumorimpfstoffe: Bereits seit vielen Jahren werden so genannte Tumorvakzine untersucht. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze:

  • Impfungen gegen eine bestehende Krebserkrankung: Ziel ist es, krebstypische Merkmale, sogenannte Tumorantigene, die eine Krebszelle von einer gesunden Zelle unterscheiden, für das Immunsystem sichtbar zu machen. Diese Therapien werden nicht vorbeugend angewendet, wie eine Schutzimpfung, sondern bei bereits bestehender Krebserkrankung. Die meisten der bisherigen Entwicklungen waren jedoch noch nicht erfolgreich, bzw. befinden sich noch in frühen Phasen der klinischen Untersuchung.
  • Impfstoffe zum Schutz von Gesunden vor einer Krebserkrankung: Es gibt einige Viren, die Krebs auslösen können. Eine Schutzimpfung gegen solche Erreger könnte die Zahl der durch Krebsviren verursachten Krebsarten zukünftig senken. Einige Vertreter sind bereits zugelassen.

Antikörper: Antikörper sind Eiweißmoleküle, die körperfremde und krankhaft veränderte körpereigene Strukturen erkennen können. Sie heften sich an diese an und markieren sie dadurch. Andere Bestandteile des Immunsystems können damit diese Strukturen ebenfalls erkennen und abbauen. So werden vor allem Krankheitserreger abgewehrt. In der Krebstherapie werden heute vermehrt Antikörper als Medikamente eingesetzt, die gezielt Stoffwechselsignale blockieren, die für das Wachstum von Krebszellen entscheidend sind. Damit handelt es sich um sogenannte „zielgerichtete Therapien“, die in der Krebsbehandlung immer wichtiger werden.

Immun-Checkpoint-Inhibitoren: sind Antikörper, die zur Aktivierung des Immunsystems entwickelt wurden. Das Wirkprinzip: Sie richten sich gegen körpereigene „Bremsen“ im Immunsystem und verhindern damit eine Unterdrückung der Immunantwort durch die Tumorzellen. So versetzen sie das Immunsystem wieder in die Lage gegen den Krebs vorzugehen und ihn zu zerstören. Inzwischen sind mehrere dieser Checkpoint-Inhibitoren zur Krebstherapie bestimmter fortgeschrittener Krebsarten zugelassen, weitere werden aktuell in klinischen Studien geprüft.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.krebsinformationsdienst.de sowie www.krebshilfe.de.