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Patientengeschichte: Helga Kröner-Schock

Patientengeschichte: Helga Kröner-Schock

Patientengeschichte Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium mit Helga Kröner-Schock:

Das Immunsystem – ein Schlüssel im Kampf gegen Krebs

Als bei Helga Kröner-Schock 2013 Lungenkrebs diagnostiziert wurde, schien zunächst eine Welt zusammenzubrechen. Nachdem in Frau Kröner-Schocks Fall die Behandlungsmöglichkeiten durch Chemotherapie und Bestrahlung ausgeschöpft zu sein schienen, berichtete ihr der behandelnde Arzt von den immunonkologischen Therapiemöglichkeiten.

Nach einer von Schicksalsschlägen geprägten Zeit freute sich die damals 52-jährige Helga Kröner-Schock auf den näher rückenden jährlichen Familienurlaub in der Toskana. Doch sie fühlte sich zunehmend müde und ausgelaugt: „Ich habe die Erschöpfung natürlich zuerst auf die jüngsten Ereignisse in der Familie geschoben“, erinnert sie sich. „Doch dann traten noch Sprachstörungen auf. Im Supermarkt konnte ich an der Theke nicht mehr sagen, was ich kaufen will.“ Vor der Reise suchte sie deshalb ihre Hausärztin auf. Diese wurde bei der Schilderung der Symptome sofort hellhörig und überwies sie zum Neurologen.

Diagnose: Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium


Nach einer computertomographischen Untersuchung erhielt Frau Kröner-Schock 2013 die Diagnose: „Meine Ärztin hatte Tränen in den Augen, als sie mir sagte, sie hätte einen ganz schlechten Befund.“ Auf den Röntgenbildern hatten die Ärzte drei Metastasen im Gehirn gefunden. „Von einem auf den anderen Moment brach für mich die Welt zusammen“, gesteht sie. Dann ging es Schlag auf Schlag: Auf der Suche nach dem Primärtumor, also dem Ort von dem aus der Tumor gestreut hat, wurden die Ärzte am Universitätsklinikum in Tübingen in der Lunge fündig. „Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium hat in der Regel eine ungünstige Prognose. Die Symptome ließen sich durch Chemotherapie und Bestrahlung der Metastasen für einige Monate lindern“, erläutert Prof. Dr. Hans-Georg Kopp, Oberarzt mit Schwerpunkt Onkologie an der Medizinischen Uni-Klinik Tübingen.

Um die Metastasen im Gehirn zu bekämpfen, wurde Frau Kröner-Schocks Kopf bestrahlt. Doch dann bildeten sich in den Lymphknoten am Hals neue Metastasen, die schnell wuchsen. Die Patientin unterzog sich daraufhin einer Chemotherapie, die zuerst gute Wirkung zeigte, dann jedoch wegen Nebenwirkungen abgebrochen werden musste. Nach der Therapiepause kehrte der Krebs im Sommer 2014 mit aller Macht zurück: Zahlreiche neue Metastasen traten im Bereich der Nieren, der Schulterblätter, des Beckens sowie der Wirbelsäule auf und verursachten Beschwerden. „Mein Zustand verschlechterte sich rasant. Am Ende war es so schlimm, dass sogar einer meiner Brustwirbel eingestürzt ist“, sagt sie. „Zeitweise konnte ich mich ohne starke Schmerzmittel nicht mehr bewegen.“

Das Immunsystem – ein Schlüssel im Kampf gegen Krebs

Die Therapieaussichten durch die Anwendung einer weiteren Chemotherapie waren begrenzt. Die Metastasen und der Tumor galten als inoperabel. Schließlich informiert ihr behandelnder Arzt Frau Kröner-Schock über die Behandlungsmöglichkeiten mit der sogenannten immunonkologischen Therapie. „Professor Kopp hat uns das Wirkprinzip der Behandlungsmethode erklärt. Der Ansatz, das eigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs zu nutzen, hat für uns sofort Sinn ergeben“, erläutert Frau Kröner-Schock. „Ein aktiviertes Immunsystem ist in der Lage, Tumorzellen zu erkennen und abzuwehren. Doch bestimmte Tumore schaffen es, das Immunsystem zu täuschen und auszubremsen. Ziel ist es, das ausgebremste Immunsystem zu reaktivieren. Es wird sozusagen als ein Schlüssel im Kampf gegen den Krebs wieder in Gang gebracht, um das Wachstum der Krebszellen lahmzulegen“, erläutert Prof. Dr. Kopp.

„Ich habe wieder mehr Lebensqualität zurückgewonnen.“


In der ambulanten Tagesklinik an der Medizinischen Uni-Klinik wurde die immunonkologische Therapie in mehreren Sitzungen per Infusion verabreicht. „Zwar weist Frau Kröner-Schock eine Besserung durch die Behandlung auf, jedoch sprechen nicht alle Patienten im fortgeschrittenen Stadium auf die Therapie an. Mit Hilfe eines sogenannten Biomarkertests kann im Vorfeld die Wahrscheinlichkeit geprüft werden, mit der das Medikament wirken kann. Dies hängt vor allem von der Beschaffenheit des Tumors ab“, erläutert Prof. Dr. Kopp.

„Ich habe wieder mehr Lebensqualität zurückgewonnen“, sagt Frau Kröner-Schock. „Das Ehepaar Schock hat mich während der Therapie kontinuierlich über den Gesundheitszustand auf dem Laufenden gehalten“, so Prof. Dr. Kopp. „Gegen Ende der Behandlung kamen dann immer öfter gemeinsame Urlaubsfotos dazu, was mich sehr freute.“

Die Therapie wurde Anfang Oktober 2016 abgeschlossen. Frau Kröner-Schock geht regelmäßig zu ihren Kontrollterminen, um den Gesundheitszustand zu überprüfen.

Lungenkrebs gehört zu einer der häufigsten malignen Tumorerkrankung in deutschsprachigen Ländern. Die Zahl an Neuerkrankungen mit der Diagnose Lungenkrebs lag in Deutschland im Jahr 2019 bei 33.000 bei Männern und bei ca. 17.000 bei Frauen. Mehr als 80 Prozent der Lungenkarzinome sind nicht-kleinzellige Lungentumore.

„Dass es mir wieder bessergehen würde, hätte ich nicht zu hoffen gewagt.“

Frau Kröner-Schock ist froh, heute wieder aktiv am Leben teilzunehmen: „Dass es mir wieder bessergehen würde, hätte ich nicht zu hoffen gewagt. Ich bin besonders meinem Mann und meiner Familie dankbar für die Unterstützung während meiner Krankheit – mein Mann tut zu jedem Zeitpunkt alles, damit es mir gut geht“, so die Mutter von drei Söhnen. Mittlerweile hat Frau Kröner-Schock auch wieder angefangen, Sport zu treiben. „Sport ist immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens gewesen. Ob ein Spaziergang mit meinem Mann oder ein Fahrradausflug.“ Sie möchte sogar im Turnverband Sportkurse in „Wohlfühlgymnastik“ geben, um anderen Menschen zu helfen, die genau wie sie nach längerer Erkrankung wieder den Weg zurück ins Leben finden wollen. Ihr Motto: „Ich möchte alle mutlosen Krebspatienten dazu motivieren, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern zu kämpfen!".

Hier finden Sie weiterführende Informationen und Services, wie z. B. das Video Antikörpertherapie: Die neue Waffe gegen Krebs“, in dem die wichtigsten Fragen zur immunonkologischen Therapie verständlich und ansprechend beantwortet werden.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.krebsinformationsdienst.de