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Sonnencreme: Sicherer Schutz?

Sonnencremes können bei richtiger und ausreichender Anwendung nicht nur das Risiko eines Sonnenbrandes mindern. Inzwischen zeigen Untersuchungen, dass tatsächlich auch das Hautkrebsrisiko sinken kann. Eine australische Studie ergab beispielsweise, dass Erwachsene, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig Sonnencreme auftrugen, seltener an Melanomen erkrankten als eine Vergleichsgruppe ohne konsequenten Hautschutz. (Für Fachleute, in englischer Sprache: Journal Of Clinical Oncology" 2011, 29(3). 257-63. DOI: 10.1200/JCO.2010.28.7078)

Kinder scheinen mit hohem Sonnenschutz zudem weniger Nävi zu entwickeln: Nävus (Mehrzahl: Nävi) ist der Fachausdruck für "Muttermale" oder "Leberflecke". Manche sind bereits bei der Geburt vorhanden, andere können erst im Alter entstehen und größer werden. In den meisten Fällen sind diese "braunen Flecken", die praktisch jeder Mensch aufweist, völlig harmlos. Gleichwohl gilt eine hohe Anzahl an Nävi als wichtiger Risikofaktor für schwarzen Hautkrebs im Erwachsenenalter.

Für alle Sonnenhungrigen gilt jedoch: Niemals allein auf den Schutz durch Sonnencremes vertrauen, sondern maßvoll mit der Sonne umgehen und normalerweise bedeckte Körperpartien, wie etwa Po, Oberkörper oder Beine, durch entsprechende Bekleidung schützen. Augen und Lider schützt eine Sonnenbrille.
Anwendung: Sonnencremes richtig auftragen

Wichtig bei der Anwendung von Sonnencreme ist, dass die Mittel passend zum Hauttyp ausgesucht werden. Dabei ist auf die Angabe der Hersteller zum UV-Filter zu achten: Die kurzwellige UV-B-Strahlung verursacht den sogenannten "Sonnenbrand". Die langwellige UV-A-Strahlung dringt tief in die Haut ein, sie zerstört Gewebe und löst eine vorzeitige Hautalterung aus. Beide Strahlungsarten tragen zur Entstehung von Hautkrebs bei. Der sogenannte Lichtschutzfaktor LSF von Sonnencremes bezieht sich nur auf den durch UV-B verursachten entsprechenden Grad an Sonnenbrand, aber nicht auf die gesundheitlichen Auswirkungen durch UV-A-Strahlung.

Verbraucher sollten bei ihrer Suche nach einem geeigneten Sonnenschutzmittel daher besonders auf das "UV-A-Siegel" achten, dessen Einführung auf einer Empfehlung der Europäischen Kommission beruht. Die Empfehlung der Kommission über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben sowie allgemeine Informationen zum Thema sind im Internet unter ec.europa.eu einzusehen.

Die Experten der Kommission weisen ebenfalls daraufhin, wie wichtig es ist, Sonnenschutzmittel korrekt und ausreichend anzuwenden. Das Produkt solle häufig und wiederholt aufgetragen werden, auch wenn wiederholtes Eincremen die Gesamtschutzzeit nicht verlängert.

Darüber hinaus scheint die Menge an Sonnencreme eine Rolle zu spielen: Um das auf der Verpackung angegebene Sonnenschutzniveau zu erreichen, müssten etwa 2 Milligramm der Creme pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Diese Menge entspräche etwa sechs Teelöffeln Sonnenschutzmittel für den Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen. Untersuchungen deuten allerdings daraufhin, dass die meisten Menschen deutlich weniger Sonnenmilch verwenden. Dadurch wird der angegebene Lichtschutz unter Umständen nicht vollständig erreicht. Forscher berücksichtigen diesen Aspekt verstärkt bei der Entwicklung neuerer Produkte, um Verbraucher besser zu schützen.

Selbst ein sehr hoher Lichtschutzfaktor garantiert kein absolut "sicheres" Sonnenbad: Auf Empfehlung der Europäischen Kommission wurde deshalb ein Verbot von irreführenden Angaben auf Sonnenschutzmitteln wie "Sunblocker" oder "völliger Schutz" eingeführt.

Bitte beachten
Auch sehr wirkungsvolle Sonnenschutzmittel können nicht vollständig vor Gesundheitsrisiken durch ultraviolette Strahlung schützen!

Quelle: dkfz. Deutsches Krebsforschungszentrum

Disclaimer

Die hier zur Verfügung gestellten aktuellen Meldungen verweisen auf unabhängige Informationsquellen und stellen nicht notwendigerweise die Meinung von MSD dar.