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Nierenkrebs

Nierenkrebs

Verdacht auf Nierenkrebs. Mit diesen wenigen Worten steht für Patienten plötzlich alles Kopf. Ein Organ, das wir normalerweise überhaupt nicht spüren und mit dem die meisten Menschen sich kaum auseinandersetzen, wird nun mit einem Mal zur Ursache vieler Sorgen, Ängste und Fragen. Doch was bedeutet Nierenkrebs überhaupt?

Hier finden Patienten und Angehörige Antworten auf die wichtigsten Fragen zur häufigsten Nierenkrebsart, dem Nierenzellkarzinom, und was sie während der Untersuchungen und Behandlungen erwarten können. 

Was ist Nierenkrebs?

Wie eine Kläranlage filtern die Nieren Giftstoffe aus dem Körper heraus und regeln unter anderem seinen Wasser- und Salzhaushalt. Mit dieser Reinigung und Steuerung übernehmen die bohnenförmigen Organe eine lebenswichtige Funktion.

Wenn sich die Zellen der Niere verändern und unkontrolliert wachsen, entsteht Nierenkrebs. Aus diesem Nierenkarzinom können sich einzelne Zellen ablösen und durch das Blut oder das Gewebswasser in die Lymphknoten und in andere Organe gelangen. Dort bilden sie neue Tumoren, sogenannte Metastasen

Nierenkrebs ist vielfältig

Unter dem Begriff Nierenkrebs werden verschiedene Krebsarten an und in der Niere zusammengefasst. In 96 % der Nierenkrebsfälle in Deutschland handelt es sich um ein Nierenzellkarzinom. In den folgenden Inhalten steht diese Form des Nierenkrebses daher im Vordergrund.

Mehr über die Entstehung von Krebs erfahren Sie im Artikel „Krebs: Die Krankheit“.

Verdacht auf Nierenkrebs – Wie geht es jetzt weiter?

Jede Nierenkrebserkrankung ist individuell. Deshalb ist es zunächst einmal wichtig, die Art des Nierenkrebs so genau wie möglich zu bestimmen. Dafür müssen die Ärzte durch verschiedene Untersuchungen herausfinden, ob tatsächlich ein Tumor vorliegt, ob er gut- oder bösartig ist, wo genau er sich befindet und ob er bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet hat.

Zu diesen Untersuchungen gehören zum Beispiel bildgebende Untersuchungen wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Ultraschalluntersuchung (Sonographie). In besonderen Fällen kann auch Gewebe aus dem Tumor entnommen (Biopsie) und anschließend untersucht werden. Biopsien sind aktuell bei Nierenkrebs eher selten und werden nur unter bestimmen Voraussetzungen gemacht.

Krebspatientin bei einer MRT Untersuchung

Bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind, vergehen meist mehrere Tage oder Wochen. Das kann von Patienten und Angehörigen viel Geduld fordern. Denn als Betroffener möchte man natürlich schnell Klarheit haben. Es ist jedoch wichtig, sich und den untersuchenden Ärzten die Zeit für genaue Untersuchungen zu geben. Denn je gründlicher die Untersuchung ausfällt, desto gezielter kann die Therapie auf die Erkrankung des Patienten zugeschnitten werden. 

Tipp: Bewahren Sie von allen Untersuchungsergebnissen eine Kopie auf, damit sich jeder Arzt schnell orientieren kann, zum Beispiel wenn Sie den Arzt wechseln oder eine Zweitmeinung einholen möchten.

Welche Arten von Nierenkrebs gibt es?

Tumore der Niere können an unterschiedlichen Orten innerhalb der Niere entstehen und aus unterschiedlichen Zellen hervorgehen. 

Das Nierenzellkarzinom ist die häufigste Nierenkrebsart und kann in weitere Unterarten unterteilt werden. Diese unterscheiden sich unter anderem dadurch, wo genau sie in der Niere entstehen.

Für die Behandlung ist nicht nur die Art der Krebserkrankung wichtig, sondern auch, wie weit sie fortgeschritten ist. Für die Beschreibung des Krankheitsstadiums gibt es dafür eine international einheitliche Einteilung: die TNM-Klassifikation.

Beim Nierenzellkarzinom unterscheiden Ärzte folgende Stadien:

Anhand der TNM-Klassifikation kann der Arzt das Stadium des Tumors ermitteln. Eine genaue Bestimmung ergibt aber erst die histologische Untersuchung einer Gewebeprobe durch einen Pathologen. Sie wird bei der Resektion (Operation) entnommen und sofort untersucht. 

Wie wird Nierenkrebs behandelt?

Die gründliche Untersuchung und Bestimmung des Tumorstadiums hilft dem Arzt, die Nierenkrebserkrankung möglichst genau einzuschätzen. Nur so kann er festlegen, welche Behandlung zur individuellen Krebserkrankung des Patienten passt. Welche Therapie in Frage kommt, ist außerdem auch vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten abhängig.

Behandlung bei Nierenkrebs ohne Metastasen
Behandlung bei Nierenkrebs mit Metastasen

Tipp: Wenn Sie die Medikamente als Tabletten bekommen, achten Sie unbedingt darauf, sie regelmäßig einzunehmen. 

Eine weitere Therapieoption ist bei bestimmten Formen von Nierenkrebs die sogenannte immunonkologische Therapie. Dabei soll das körpereigene Immunsystem angeregt werden, die Krebszellen selbst zu bekämpfen.

Mehr über die Wirkweise der immunonkologischen Therapie und wie sie angewendet wird, erfahren Sie hier.

Viele dieser Therapien haben zum Ziel, Heilungsaussichten zu verbessern. Man nennt diese Art der Behandlungsansätze kurative Therapien. Wenn der Krebs bereits so weit fortgeschritten ist, dass eine kurative Therapie keine erfolgreichen Aussichten mehr bietet, wird meist eine palliative Therapie angewendet. Sie soll krankheitsbedingte Beschwerden lindern, den Tumor möglichst lange kontrollieren und die Lebensqualität der Patienten erhalten.

Angesichts der vielfältigen Therapieoptionen ist es wichtig, dass behandelnde Ärzte und Patienten die Vor- und Nachteile der passenden Optionen offen besprechen und gemeinsam die passende Therapie wählen.

Eine Orientierungshilfe finden Sie im Informationsblatt Behandlungswahl:  Was muss ich wissen? des Deutschen Krebsinformationsdienstes.
Dieser bietet auch persönliche Beratung in seinen Krebsberatungsstellen.