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Hautkrebs

Hautkrebs

Hautkrebs

„Sie haben Hautkrebs.“ Ein Satz, der Patienten erstarren lässt. Tausend Fragen drehen sich im Kopf, Sorgen und Ängste kommen auf, begleitet von der Unsicherheit, was die Diagnose überhaupt bedeutet und wie es jetzt weitergeht.
Hier finden Patienten und Angehörige Antworten auf die wichtigsten Fragen zu verschiedenen Hautkrebsarten und ihren Symptomen, wie sie behandelt werden können und Informationen zu psychosozialen Aspekten.

Dem Hautkrebs auf der Spur

Insbesondere jetzt im Sommer freuen sich Sonnenanbeter über die vielen trockenen Tage. Ob Berge oder Meer – gutes Wetter hebt die Urlaubslust.
Doch auch in Deutschland sollten wir uns bewusst sein, dass die UV-Strahlung der Sonne Risiken birgt. Lernen Sie in diesem kurzen Video, warum es wichtig ist, die Spuren lesen zu können:

Was ist Hautkrebs?

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie bedeckt eine Fläche von etwa 1,7 Quadratmetern und hat zahlreiche wichtige Funktionen. Sie schützt uns beispielsweise vor dem Eindringen krankmachender Keime, dient der Ausscheidung von Giftstoffen und reguliert unseren Wärmehaushalt. Nicht zu vergessen: Die Haut ist auch unser größtes Sinnesorgan – nämlich das für den Tastsinn.

Die Haut besteht aus drei Schichten: Epidermis (Oberhaut), Lederhaut und Unterhaut. In jeder dieser Schichten befinden sich unterschiedliche Zelltypen. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Aufbau der Hautschichten. Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern. 

Diese Hautzellen können sich verändern. Gutartige Veränderungen sind zum Beispiel Muttermale. Manche Menschen haben diese von Geburt an. Es gibt jedoch auch bösartige Veränderungen, die unter dem Oberbegriff Hautkrebs zusammengefasst werden. Sie treten in verschiedenen Formen auf und werden auch unterschiedlich behandelt.

Die wichtigsten Zahlen und Fakten im Überblick finden Sie auf der nachfolgenden Abbildung. Mehr über die Entstehung von Krebs erfahren Sie im Artikel „Krebs – die Krankheit“.

Als eine der häufigsten Krebserkrankungen wird viel über Hautkrebs und seine Risiken gesprochen. Doch wie genau entsteht er eigentlich, welche Rolle spielt die Sonnenstrahlung und welche Bedeutung haben Muttermale? Testen Sie Ihr Wissen über Hautkrebs in unserem Quiz und lernen Sie, wie Sie sich schützen können.

Zum Quiz

Welche Arten von Hautkrebs gibt es?

Verschiedene Ausprägungen von Hautkrebs werden in der Medizin in Gruppen eingeteilt, meist basierend auf den betroffenen Zellen. Lesen Sie hier mehr über die einzelnen Hautkrebsarten, indem Sie auf die einzelnen Kacheln klicken. 

Heller, weißer Hautkrebs

Der helle oder weiße Hautkrebs geht von den hornbildenden Zellen aus und kommt am häufigsten vor. Darunter fallen das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Beide Krebsarten bilden meist nur sehr selten Tochtergeschwüre (Metastasen) und haben daher gute Aussichten (Prognosen).
Klicken Sie auf die Kacheln, um mehr zu erfahren.

Basaliom
Plattenepithelkarzinom

Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom)

Der schwarze Hautkrebs ist ein bösartiger Tumor, der von den pigmentbildenden Zellen der Haut ausgeht und daher auch den Namen malignes Melanom („bösartige Pigmentzelle“) trägt.

Schwarzer Hautkrebs

Roter/seltener Hautkrebs

Unter dem roten Hautkrebs werden drei unterschiedliche seltene Hautkrebserkrankungen zusammengefasst, die wiederum in anderen Zellen der Haut entstehen.

Merkelzellkarzinom
Dermatofibrosarcoma protuberans
Kaposi-Sarkom

Wer kann von Hautkrebs betroffen sein?

Die meisten Hautkrebsarten betreffen Männer und Frauen gleichermaßen. Beim schwarzen Hautkrebs variiert das Erkrankungsalter: Frauen erkranken im Durschnitt mit 59 Jahren, Männer durchschnittlich erst mit 67 Jahren. Auch der Entstehungsort ist häufig unterschiedlich. Bei Frauen befindet sich der Tumor eher an den Armen und Beinen, bei Männern sehr oft am Rumpf. Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. 

Häufigkeit der Krebsneuerkrankungen in Deutschland nach Geschlecht

Hautkrebs bei Kindern
Hautkrebs bei älteren Menschen

Tipp: Es ist ein weitverbreiteter Mythos, dass man für eine gute Vitamin-D-Produktion möglichst viel Zeit in der Sonne verbringen muss. Tatsächlich reicht schon ein 20- bis 30-minütiger Mittagsspaziergang mit unbedeckten Händen, Armen und Gesicht für die Bildung von Vitamin-D.

Welchen Einfluss hat die Sonne auf die Entstehung von Hautkrebs?

Regelmäßige, intensive UV-Strahlung erhöht das Hautkrebsrisiko

Einige Menschen haben ein erblich bedingtes Risiko für die Entstehung von Hautkrebs, allerdings spielen auch die UV-Strahlen eine große Rolle. Jedes Mal, wenn Sonnenlicht ungefiltert auf unsere Haut trifft, verursacht es dort kleine Schäden. Normalerweise repariert unser Körper diese schnell wieder. Bei ausgedehnten Sonnenbädern oder zu viel Sport im Freien ohne ausreichend Sonnenschutz, ist die Haut allerdings schnell überlastet und schafft es nicht mehr, alle Schäden zu beseitigen. Selbst Jahre später können daraus Pigmentflecken, Falten oder eben Hautkrebs entstehen. Deshalb haben Menschen, die viel im Freien arbeiten, ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs – zum Beispiel Bauarbeiter, Gärtner, Bademeister oder Seeleute.

Die Dermatologin und Expertin für Hautkrebs Dr. Mareike Alter von der Universitätshautklinik Magdeburg empfiehlt: „Grundsätzlich gilt: Der beste Sonnenschutz ist es, wenn wir zu viel intensive UV-Strahlung vermeiden. Hierzu müssen wir unsere Gewohnheiten ändern. Ein sich ‚vorsätzlich‘ der Sonne aussetzen, um braun zu werden (Sonnen-Baden) ist selbst mit der besten Sonnencreme gefährlich. Wir sollten unsere Tagesaktivitäten so planen, dass wir zu Zeiten mit hoher UV-Strahlung, zwischen 11 und 15 Uhr, nicht im Freien sind. Sollten sich Tätigkeiten nicht anders organisieren lassen, müssen wir unsere Haut besonders schützen.“

An einigen Körperstellen reagiert die Haut besonders empfindlich auf Sonnenlicht. Zu diesen sogenannten „Sonnenterrassen“ zählen Stirn (Glatze), Nasenrücken, Augen, Ohren, Lippen, Kinn, Schultern, Rücken, Brüste, Po und Fußrücken.

Tipp: Übrigens kann der Besuch eines Solariums genauso hautschädigend sein wie der Aufenthalt in der Sonne. Wer die Sonnenbank vermeidet, kann das Hautkrebsrisiko reduzieren.

 

Der Expertentipp von Dr. Alter: „Vor dem Urlaub im Solarium vorbräunen und damit Sonnenbrand vermeiden? Bitte nicht! Es ist nachgewiesen, dass durch Benutzung von Solarien das Hautkrebsrisiko steigt. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist daher darauf hin, dass Solarien grundsätzlich tabu sind. Die Bräune, die im Solarium erreicht wird, schützt uns nicht vor der UV-Strahlung der Sonne. Im Gegenteil, wir wiegen uns in falscher Sicherheit und schädigen unsere Haut umso mehr.“

Was sind Symptome oder mögliche Ursachen von Hautkrebs?

Wie kann ich Hautkrebs erkennen?

Hautkrebs entwickelt sich fast immer sichtbar auf der Haut und ist deshalb meist gut zu erkennen. Wir können Hautveränderungen zum Teil selbst feststellen. Wenn ein Muttermal brennt, juckt, nässt oder sogar blutet, sollten Sie es unbedingt einem Hautarzt zeigen. Auch wenn sich die Farbe oder Form eines Muttermals verändert oder es sich deutlich von anderen Muttermalen unterscheidet, ist das ein Warnzeichen.

Die ABCDE-Regel – bei der Früherkennung besonders hilfreich und aussagekräftig

Durch eine regelmäßige Selbstuntersuchung können Sie selbst einen wichtigen Beitrag zur Hautkrebsvorsorge leisten. Die ABCDE-Regel gibt Ihnen wichtige Richtlinien, die Sie bei der Selbstuntersuchung beachten sollten.

Weil die frühe Entdeckung von Hautkrebs extrem wichtig für den Behandlungserfolg ist, bietet die Krankenkasse eine Vorsorgeuntersuchung an. Beim sogenannten Hautkrebs-Screening mit Lichtdermatoskop sucht Ihr Hautarzt oder Hausarzt die gesamte Haut nach verdächtigen Veränderungen ab. Die Untersuchung dauert ungefähr 15 Minuten und es werden dabei sämtliche Körperstellen genau betrachtet – auch die Kopfhaut, die Nägel, die Mundhöhle und der Genitalbereich.

Tipp: Wussten Sie, dass Sie ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening haben, bei dem Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt?

 

Hautkrebs-Expertin Dr. Mareike Alter empfiehlt: „Eine Hautkrebsvorsorge beim Hautarzt ist auch für jüngere Personen sinnvoll, selbst wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt. Insbesondere für Menschen, die einen hellen Hauttyp und/oder viele Muttermale haben oder wenn Angehörige von Hautkrebs betroffen waren, ist die Vorsorge empfehlenswert. Viele Hautärzte bieten zudem besondere moderne Untersuchungstechniken an, die Sie zusätzlich durchführen lassen können.“

Verdacht auf Hautkrebs – Wie geht es jetzt weiter?

Findet der Arzt beim Hautkrebs-Screening eine auffällige Hautveränderung, muss zunächst einmal festgestellt werden, ob der Fleck harmlos ist oder nicht.
Die Diagnose wird anhand von verschiedenen diagnostischen Verfahren gestellt. Dazu gehören:

Wenn die Untersuchung bestätigt, dass die Hautveränderung eine Krebserkrankung ist, heißt es handeln. Je früher der Krebs entdeckt wird, desto besser: Die Heilungschancen und die Lebenserwartung hängen beim Hautkrebs stark davon ab, wie früh er entdeckt und behandelt wird.
Im nächsten Schritt untersucht der Arzt die Ausbreitung der Erkrankung. Dies ist wichtig, um die bestmögliche Therapie für den einzelnen Patienten zu bestimmen.
Dabei wird der Tumor nach dem sogenannten TNM-System in verschiedene Stadien I bis IV unterteilt:
Tumor (Tumor): die Größe des Tumors
Nodes (Lymphknoten): ob die benachbarten Lymphknoten befallen sind
Metastasis (Metastasen): ob schon Metastasen, also Tumorabsiedlungen oder Tochtergeschwülste, in anderen Organen zu finden sind

Sind bereits Metastasen im Körper vorhanden, sagt man auch, dass der Tumor „gestreut“ hat. Er befindet sich dann im fortgeschrittenen Stadium.
Lernen Sie mehr über die jeweiligen Stadien von Hautkrebs, indem Sie auf die Pfeile in der Abbildung klicken.

Behandlung von Hautkrebs

Neben dem Stadium des Tumors ist für die Behandlung von Hautkrebs auch der körperliche Allgemeinzustand des Patienten ausschlaggebend. In Abhängigkeit davon können unterschiedliche Therapieformen zum Einsatz kommen. Ärzte unterscheiden hier zwischen kurativen Therapien und jenen, die im fortgeschrittenen Stadium zum Einsatz kommen: Die kurative Therapie zielt darauf ab, den Tumor und mögliche Tochtergeschwülste vollständig zu entfernen oder zu vernichten. Wenn sich die Erkrankung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, sodass sie nicht mehr geheilt werden kann, sollen die Therapien in erster Linie Symptome lindern, die Lebensqualität der Patienten verbessern und dabei das Leben verlängern. Bei beiden Formen kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden zum Einsatz: 

  • Die wirksamste Behandlungsmethode bei Hautkrebs ist die Operation, solange noch keine Metastasen vorhanden sind. Je nach Tumorart wird das betroffene Gewebe und auch 1 bis 2 cm gesundes, benachbartes Gewebe entfernt.
  • Nach der operativen Entfernung entscheiden Arzt und Patient, ob eine unterstützende Therapie, eine sogenannte adjuvante Therapie, durchgeführt werden soll. Denn auch nach der Operation besteht die Gefahr, dass der Tumor wiederauftritt – also ein Rezidiv ausbildet. Insbesondere in den fortgeschrittenen Stadien II und III besteht in den ersten Jahren ein höheres Risiko. Zu den adjuvanten Therapien zählen Maßnahmen, die verhindern sollen, dass möglicherweise im Körper verbliebene Krebszellen dazu führen, dass sich der Tumor nach der Operation wieder ausbreitet.
  • Je nach Art der Erkrankung kann der Tumor auch mit einer Strahlentherapie, der sogenannten Radiotherapie, behandelt werden. Die Tumorzellen sollen abgetötet werden, indem die Erbsubstanz beschädigt wird, sodass sich die Zellen nicht mehr vermehren können.
  • Können die Krebszellen nicht alle mit einer Operation entfernt werden, weil sie sich bereits im Körper verbreitet (gestreut) haben, kommt die Chemotherapie zum Einsatz. Die Medikamente, sogenannte Zytostatika, zerstören Zellen, die sich schnell teilen. Dadurch können die Krebszellen nicht mehr wachsen.
  • Eine weitere Therapiemöglichkeit, die zur Behandlung von Erkrankungen im fortgeschrittenen Stadium in Frage kommen kann, ist die sogenannte zielgerichtete Therapie. Bei dieser Methode greifen die Medikamente in den Stoffwechsel der Tumorzellen ein. Sie werden dadurch zerstört oder in ihrem Wachstum gebremst.
  • Mit den Fortschritten in der Krebsforschung hat sich außerdem die immunonkologische Therapie als Alternative entwickelt. Sie kann bei bestimmten Patienten mit schwarzem Hautkrebs eingesetzt werden. Was die immunonkologische Therapie ist und wann sie Einsatz finden kann, erfahren Sie im folgenden Kapitel.

Kann die Immunonkologie bei Hautkrebs eingesetzt werden?

Schwarzer Hautkrebs im fortgeschrittenen Stadium kann bei bestimmten Patienten auch mit der sogenannten immunonkologischen Therapie behandelt werden. Dabei wird das Immunsystem wieder in die Lage versetzt, den Tumor mit dem körpereigenen Immunsystem zu bekämpfen.
Wie das funktioniert, erklärt der Onkologe Dr. Overkamp im Interview:

DE-NON-00889

Weitere Informationen zu dieser Methode finden Sie auch in unserem Artikel zur immunonkologischen Therapie.

Auch in der adjuvanten Therapie können Ärzte unter bestimmten Voraussetzungen eine immunonkologische Therapie durchführen. Warum eine adjuvante Therapie beim Schwarzen Hautkrebs in bestimmten Situationen sinnvoll sein kann, erfahren Sie in diesem Video:

In diesem Video wird der Wirkmechanismus adjuvanter Therapien leicht verständlich erklärt:

Ob eine adjuvante Therapie in Frage kommt, sollte immer mit dem Arzt besprochen werden. Dennoch kann es hilfreich sein, sich vor einem Gespräch genauer zu informieren. Detaillierte Informationen zur adjuvanten Therapie und zum Rückfallrisiko nach der Operation bieten auch die Broschüre der Nationalen Versorgungskonferenz Hautkrebs zur adjuvanten Therapie und die dazugehörige Kurzübersicht.

Broschüre hier herunterladen

Kurzübersicht hier herunterladen

Weiterführende Informationen zur Therapie von Hautkrebs

Sie bekommen eine Hautkrebstherapie? Möglicherweise konnten nicht alle Ihre Fragen zum Thema Schwarzer Hautkrebs beantwortet werden. Bei individuellen Fragen können Sie diese auch anonym dem Expertenrat von MSD stellen.

Für weitere Informationen klicken Sie auf die einzelnen Kacheln: 

Erklärfilm „Diagnose schwarzer Hautkrebs – Was stützt mich jetzt?“

In diesem Video erfahren Sie, welche Angebote der psychosozialen Unterstützung Sie in Anspruch nehmen können, damit Sie neben der medizinischen Behandlung auch psychoonkologisch und sozialrechtlich bestmöglich versorgt werden.

Wo bekomme ich Unterstützung?

Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, die Betroffene während dieser schweren Zeit unterstützen. Hier finden Sie einige hilfreiche Links: