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Darmkrebs

Darmkrebs

Diagnose Darmkrebs – eine Nachricht, die Erkrankte und Angehörige oft in einen Schock versetzt und viele Fragen aufwirft: Wie geht es danach weiter? Was sollten Betroffene wissen? Hier finden Sie Antworten auf einige der wichtigsten Fragen und hilfreiche Informationen, die Ihnen helfen können, mit der Diagnose besser umzugehen.

Was ist Darmkrebs?

Etwa 58.290 Menschen erkrankten im Jahr 2016 neu an Darmkrebs. Doch was bedeutet „Darmkrebs“ überhaupt?

Der Darm ist ein wichtiger Teil des menschlichen Verdauungsapparates. Alles, was wir essen oder trinken gelangt über Speiseröhre und Magen in den Darm, wo es bis zur Ausscheidung verarbeitet wird. Der Darm unterteilt sich in Dünndarm, Dickdarm (Kolon) und Mastdarm/Enddarm (Rektum). Die Darmwand aller Abschnitte besteht aus einer innen liegenden Schleimhaut, gefolgt von einer Bindegewebsschicht mit Blutgefäßen, Lymphbahnen und Nerven. Darauf liegt eine Muskelschicht und abschließend eine dünne Bindegewebsschicht. Das Besondere am Darm ist, dass er ein sehr aktives Organ ist. Die Darmschleimhaut erneuert sich innerhalb weniger Tage aus sogenannten Stammzellen. Bei diesem Vorgang kann es zu Fehlern kommen, die meistens behoben werden können. Einige können jedoch bestehen bleiben – und unter Umständen dazu führen, dass sich das Erbgut der Zellen verändert. Eine bösartige Tumorzelle entsteht. Ungehindert vermehrt sich diese, bis die entstandenen Zellen eine Geschwulst bilden – den Tumor.

Die meisten Darmkrebs-Erkrankungen betreffen den Dickdarm (Kolon) und Enddarm (Rektum). Sie werden daher kolorektale Karzinome genannt. Bleibt der Tumor unentdeckt und die Erkrankung schreitet weiter fort, können sich Tumorzellen auch in benachbarte Gewebe und Organe ausbreiten und dort Tochtergeschwülste oder Metastasen bilden. 

Wer ist betroffen?

Es hat sich gezeigt, dass Menschen unter 50 Jahren selten erkranken, danach steigt die Häufigkeit mit dem Alter. Statistisch gesehen sind Männer etwas häufiger als Frauen von Darmkrebs betroffen: 2016 erkrankten 32.300 Männer und 25.990 Frauen neu an Darmkrebs. Die meisten der Kolorektalkarzinome treten im Dickdarm auf. In der Grafik unten haben wir Ihnen die Erkrankungszahlen von Frauen und Männern einander gegenübergestellt. Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung.

Welche Ursachen und Symptome gibt es bei Darmkrebs?

Auch wenn die genauen Ursachen von Darmkrebs noch nicht eindeutig geklärt sind, konnten einige Risikofaktoren nachgewiesen werden, die mit einer Erkrankung in Verbindung stehen. Wie oben bereits erwähnt, steigt das Risiko für Darmkrebs mit dem Alter. Daneben erhöhen folgende Faktoren das Risiko für eine Darmkrebserkrankung:

  • Rauchen
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Übergewicht
  • Zu wenig Bewegung
  • Ballaststoffarme Ernährung und der Verzehr von viel Fleisch und Wurstwaren
  • Schwere, langwierige Entzündungen der Darmschleimhaut (Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn)
  • Dickdarmpolypen (auch Fälle in der Familie)
  • Darmkrebsfälle in der Familie, besonders wenn der/die Betroffene bei Erkrankung unter 45 Jahre alt war
  • Eine Genveränderung in der Verwandtschaft, bei der schon im Alter zwischen 10 und 25 Jahren Hunderte Polypen im Dickdarm entstehen (familiäre adenomatöse Polyposis, FAP)
  • Eine Genveränderung in der Verwandtschaft, bei der der Zeitraum der Krebsentstehung aus den Polypen verkürzt ist (HNPCC oder auch Lynch-Syndrom)
  • Eine Krebserkrankung, z. B. von Magen, Blase, Haut, Gebärmutterschleimhaut oder Eierstock (auch, wenn nahe Verwandte betroffen sind)

Die Veranlagung für Darmkrebs kann vererbbar sein. Dies ist insbesondere der Fall, wenn mehrere Verwandte ersten oder zweiten Grades an Dickdarmkrebs erkrankt sind und noch mehr, wenn die Erkrankung schon von dem 45. Lebensjahr festgestellt wurde. Trifft dies auf Sie und Ihre Familie zu, sollten Sie Ruhe bewahren. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt über die Krebsfrüherkennung beraten.

Aber auch ohne geerbte Veranlagung kann es zu einer Erkrankung an Darmkrebs kommen. Tatsächlich können Sie auch aktiv Ihr persönliches Risiko für eine Dickdarmkrebserkrankung verringern. Statistisch gesehen lässt sich z. B. die Wahrscheinlichkeit, an Dickdarmkrebs zu erkranken, durch viel Bewegung um 20–30 % verringern.

Hinweis: Wenn einer oder mehrere dieser Risikofaktoren zutrifft, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass Sie oder Ihre Familie an Darmkrebs erkranken werden. Das persönliches Risiko ist jedoch erhöht. Verringern Sie es, indem Sie sich ausgewogen ernähren, auf Rauchen verzichten, Ihren Alkoholkonsum verringern und sich regelmäßig bewegen.

Leider kann auch eine gesunde Lebensweise nicht gänzlich verhindern, dass es zu einer Darmkrebserkrankung kommen kann. Es ist daher für jeden Menschen wichtig, auf seinen Körper und eventuelle Warnzeichen zu hören. Folgende Symptome können auf Darmkrebs hinweisen:

  • Sichtbares Blut im Stuhl
  • Blutarmut, die sich z. B. durch Blässe und Schwäche äußern kann
  • Häufiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung
  • Gewichtsabnahme

Sollten Sie eines dieser Warnsignale feststellen, ohne dass Sie eine Ursache dafür festmachen können (wie z. B. eine Diät, die zur Gewichtsabnahme geführt hat), ist es wichtig, dass Sie aktiv werden und einen Arzt aufsuchen.

All diese Beschwerden treten bei Darmkrebs in der Regel erst spät auf, sodass, insbesondere wenn ein erhöhtes persönliches Risiko besteht, auch ohne Beschwerden schon regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden sollten. Diese sogenannten Früherkennungsuntersuchungen bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen für Männer und Frauen ab 50 Jahren. Das Ziel ist dabei, mögliche Vorformen des Darmkrebses frühzeitig zu erkennen und entfernen zu können. Der Grund dafür ist, dass Darmkrebs häufig aus gutartigen Vorformen entsteht – den bereits erwähnten adenomatösen Polypen (auch Adenome genannt). Diese lassen sich z. B. bei einer Darmspiegelung entdecken und entfernen. So kann meistens schon verhindert werden, dass sich aus den Polypen Darmkrebs entwickelt. Den Erfolg dieser Behandlung zeigen die sinkenden Erkrankungsraten bei Frauen und Männern, seitdem die Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung eingeführt wurde. Eine weitere Methode zur Darmkrebs-Früherkennung ist der Test auf Blut im Stuhl. Ab einem Alter von 50 Jahren können Frauen und Männer diesen einmal im Jahr durchführen. Hierbei wird der Stuhl auf nicht sichtbares Blut untersucht – denn dieses kann ein Hinweis auf Anzeichen oder Vorstufen von Krebs (Polypen) im Darm oder Darmkrebs sein.

Insgesamt lässt sich Darmkrebs schonender behandeln und die Heilungschancen sind besser, wenn er früh entdeckt wird.

Verdacht auf Darmkrebs – wie geht es weiter?

Wenn Sie den Verdacht haben, Sie könnten an Darmkrebs erkrankt sein, sollten Sie Ruhe bewahren und sich nicht aus Angst vor einer lebensverändernden Diagnose vor einem Arztbesuch drücken. Wichtig ist es, Klarheit zu gewinnen – viele Symptome können schließlich auch andere Ursachen haben. Suchen Sie am besten zeitnah Ihren Hausarzt auf. Er wird Sie zunächst ausführlich zu Ihren Beschwerden befragen und klären, ob Krankheiten vorliegen oder in der Vergangenheit vorhanden waren. Im Rahmen der Anamnese wird er auch erfragen, welche Medikamente oder ergänzende Substanzen Sie einnehmen und ob es Risikofaktoren gibt. Im Anschluss an das Gespräch wird Ihr Arzt Sie körperlich untersuchen und dabei auch bereits Ihren Mastdarm mit dem Finger austasten. Tatsächlich können dabei schon über die Hälfte aller Mastdarmtumore entdeckt werden.

Eine gängige Untersuchung bei Verdacht auf Darmkrebs ist daneben die Darmspiegelung (Koloskopie). Hierbei schiebt der Arzt einen dünnen, biegsamen Schlauch, in dem sich eine Lampe und Kamera befinden, vom After aus durch End- und Dickdarm bis zum Übergang zum Dünndarm. Während er den Schlauch langsam wieder zurückzieht, betrachtet der Arzt ganz genau die Darmschleimhaut und sucht nach Polypen. Entdeckt er bei dieser Untersuchung Polypen, kann er diese schon währenddessen mit einer Schlinge oder kleinen Zange entfernen.

Ist eine komplette Spiegelung des Darms nicht möglich, können andere Untersuchungen vorgenommen werden. Bei der Sigmoidoskopie wird nur ein Teil des Darms untersucht. Die CT-Kolonographie beschreibt eine Durchleuchtung des Darms von außen mittels Computertomographie. Und bei der Kapselendoskopie schluckt der Patient eine Kapsel mit Kamera, die durch den Verdauungstrakt wandert und dabei Bilder machen kann.

Diagnose Darmkrebs – und jetzt?

Doch wie geht es weiter, wenn die vorherigen Untersuchungen den Verdacht auf Darmkrebs bestätigt haben? Selbstverständlich wird Ihr Arzt den genauen Ablauf der weiteren Schritte genau mit Ihnen besprechen. In der Regel soll als nächstes festgestellt werden, wie weit Ihre Erkrankung fortgeschritten ist. Ihr Arzt wird Sie dazu an eine Klinik überweisen, die im Idealfall auf die Diagnostik und Behandlung Ihrer Krebserkrankung spezialisert ist. Dort werden voraussichtlich manche oder einige der folgenden Untersuchungen durchgeführt. Fahren Sie einfach mit der Maus auf die einzelnen Kacheln, um mehr zu erfahren.

Wenn bei der Darmspiegelung eine Geschwulst entdeckt wird, entnimmt der Arzt häufig direkt etwas Gewebe, um es von einem Pathologen untersuchen zu lassen. Dieser untersucht das Gewebe und kann feststellen, ob es sich um einen bösartigen Tumor handelt. Zudem kann der Pathologe sogenannte Biomarker-Tests durchführen, die dabei helfen, den Tumor zu charakterisieren.

Daneben gibt es noch einige weitere Untersuchungen, die bei Tumoren im Mastdarm/Enddarm (Rektum) vorgenommen werden. Das Ziel ist hierbei, genau zu erkennen, wo die Geschwulst sitzt und wie weit sie in die Darmwand hineingewachsen ist. Dies kann die Behandlung im weiteren Verlauf beeinflussen.

Wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, werden sich Ihr Arzt und sein Team die Ergebnisse ansehen, um das genaue Krankheitsstadium zu bestimmen. Dieses nimmt Einfluss auf die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie. Für diese Einordnung des Tumorstadiums gibt es international einheitliche Klassifikationen. Die TNM-Klassifikation ist die bekannteste. Das T steht dabei für Tumor und gibt an, wie groß der Primärtumor ist. N steht für Nodi bzw. Knoten und beschreibt ob, wie viele und wo Lymphknoten befallen sind. M steht schließlich für Metastasen und zeigt, ob und wo Fernmetastasen vorliegen. Kleine tiefgestellte Zahlen hinter den Buchstaben geben dabei an, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Auf dem folgenden Bild sehen Sie die verschiedenen Tumorstadien. Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern und auf die Pfeile, um weiter- oder zurückzublättern (schematische Darstellung).

Welche Therapieoptionen gibt es bei Darmkrebs?

Konnte Ihr Arzt alle nötigen Informationen bei den Voruntersuchungen sammeln, wird er sich im Folgenden mit seinen beteiligten Kollegen beraten, um Ihnen eine Therapie zu empfehlen. Diese ist zum einen davon abhängig, wo der Tumor liegt, wie groß er ist, wie weit er sich bereits ausgebreitet hat und wie die Eigenschaften des Tumors sind. Zum anderen sind auch Ihr allgemeiner Gesundheitszustand und Ihre individuellen Wünsche entscheidend. Gemeinsam mit Ihrem Arzt können Sie seine Empfehlung und Ihre eventuellen Sorgen ganz genau besprechen.

Eines haben alle Behandlungen gemeinsam: Wenn möglich sollen sie den Tumor und eventuelle Tochtergeschwülste entfernen oder vernichten. Lässt sich dieses Ziel nicht mehr erreichen, soll der Tumor möglichst lange kontrolliert werden und die Lebensqualität erhalten bleiben.

Folgende Therapieoptionen gibt es bei Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom). Klicken Sie auf die Bezeichnung, um die Erklärung auszuklappen.

Operation
Chemotherapie
Immunonkologische Therapie

Folgende Therapieoptionen gibt es bei Mastdarmkrebs. Klicken Sie auf die Bezeichnung, um die Erklärung auszuklappen.

Operation
Strahlentherapie (Radiotherapie)

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

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