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Colitis ulcerosa - Beschwerden & Ursachen

Colitis ulcerosa - Beschwerden & Ursachen

Was sind die Beschwerden?

Zu Beginn der Erkrankung treten meist nur unspezifische Beschwerden wie Schleimbeimengungen beim Stuhlgang, Blähungen, ein vermehrter Stuhldrang und leichte Bauchschmerzen auf – Symptome, die oft wieder vergehen können und zunächst auch an andere Ursachen denken lassen, wie beispielsweise eine leichte Magen-Darm-Verstimmung.

Bedingt durch die chronische Entzündung des Dickdarms und des Enddarms kann es dann im weiteren Verlauf zu Durchfällen mit stärkeren Schleim- und Blutbeimengungen und einem beständigen Drang zur Stuhlentleerung kommen. Häufig klagen die Patienten dabei über heftige, krampfartige Bauchschmerzen vor dem Stuhlgang mit anschließender Besserung nach Entleerung.

Typische Symptome bei Colitis ulcerosa:

  • Blutige Durchfälle
  • Bauchschmerzen
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit und Gewichtsverlust
  • Blutarmut

Beschwerden außerhalb des Verdauungstrakts

Neben den bereits erwähnten Symptomen können die Colitis ulcerosa-Patienten auch unter sogenannten extraintestinalen Begleiterkrankungen leiden, also Beschwerden beziehungsweise entzündliche Veränderungen außerhalb des Magen-Darm-Trakts. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt stets auch über Beschwerden außerhalb des Verdauungstrakts informieren.

Mögliche zusätzliche Symptome:

  • Entzündung der Gelenke
  • Entzündung der Augen
  • Verminderte Knochendichte
  • Erkrankungen der Haut und der Blutgefäße
  • Entzündung der Gallenwege

Verlauf beobachten, Ziele im Blick behalten

Der Verlauf und die Symptome der Colitis ulcerosa können von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Die Dauer der beschwerdefreien Phase sowie der Zeitpunkt eines erneuten Schubs sind meist nicht vorhersehbar.

Entzündungen können Spuren hinterlassen. Je länger und je ausgeprägter die Entzündungen sind, desto mehr kann es zu strukturellen und funktionellen Veränderungen im Dickdarm kommen. Um solchen Strukturveränderungen, die die Darmfunktion beeinträchtigen können, entgegenzuwirken, ist es wichtig, Entzündungen so früh wie möglich festzustellen und mit geeigneten Maßnahmen zu behandeln.

Experten sollten regelmäßig miteinbezogen werden. Ein Termin beim Gastroenterologen sollte demnach nicht nur zur Diagnosefindung und bei akuten Schüben vereinbart werden. Regelmäßige Untersuchungen ermöglichen dem Facharzt, den weiteren Verlauf der Erkrankung zu beurteilen, bei Bedarf die Therapie anzupassen und gegebenenfalls weitere Experten hinzuzuziehen (z. B. Augenarzt, Hautarzt, Chirurg).

So unterschiedlich die Krankheitsverläufe und Symptome der Colitis ulcerosa von Patient zu Patient sind, so verschieden sind auch die jeweiligen Anforderungen an eine Therapie.

Dokumentieren Sie Ihren individuellen Krankheitsverlauf und helfen Sie so bei der Beurteilung des Therapieerfolgs mit. Beantworten Sie beispielsweise folgende Fragen zur Vorbereitung Ihres nächsten Arzttermins:

  1. Hatten Sie seit Ihrem letzten Besuch einen Schub oder neue Symptome?
  2. Wie viele Stuhlgänge haben Sie am Tag?
  3. Haben Sie vermehrten Stuhldrang?
  4. Hatten Sie seit Ihrem letzten Besuch Blut im Stuhl?
  5. Welche Lebensbereiche wurden aufgrund Ihrer Colitis ulcerosa-Erkrankung seit Ihrem letzten Besuch negativ beeinflusst?
  6. Hatten Sie Bauchschmerzen oder Krämpfe seit Ihrem letzten Besuch?
  7. Hatten Sie Schwierigkeiten bei der Anwendung Ihrer Therapie?

Ist Colitis ulcerosa eine Erbkrankheit?

Colitis ulcerosa kann durch eine familiäre Häufung charakterisiert sein. Man geht davon aus, dass eine genetische Veranlagung zur Entwicklung der Colitis ulcerosa beiträgt. Jedoch bedeutet dies nicht, dass die Kinder Betroffener ebenfalls an Colitis ulcerosa erkranken müssen. Die Kinder können ein etwas höheres Risiko haben.

Welche weiteren Faktoren können zur Entwicklung einer Colitis ulcerosa beitragen?

Man geht von einem durch mehrere Faktoren verursachten Entzündungsprozess aus. Man glaubt, dass bei entsprechender genetischer Veranlagung sowohl äußere Faktoren (Umweltfaktoren) als auch innere Faktoren (z. B. eine gestörte Barrierefunktion der Darmschleimhaut und eine übertriebene Immunantwort innerhalb der Darmschleimhaut) zu einem Ungleichgewicht des Immunsystems führen können.

Obwohl die Forschung auf diesem Gebiet enorm erfolgreich war, ist bis heute unklar geblieben, was die anfängliche Fehlsteuerung des Immunsystems auslöst, die schließlich zum Ausbruch der Erkrankung führt.

Auffällig ist, dass die Erkrankung vor allem in den westlichen Industrieländern verbreitet ist und dort einem deutlichen Nord-Süd- sowie Stadt-Land-Gefälle folgt. Man vermutet daher einen Zusammenhang zwischen einem westlichen Lebensstil und der Krankheitsentwicklung.