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Colitis ulcerosa: Therapieübersicht und Medikamente

Colitis ulcerosa: Therapieübersicht und Medikamente

Colitis ulcerosa behandeln

So unterschiedlich die Krankheitsverläufe und Symptome sind, so verschieden sind auch die jeweiligen Anforderungen an eine Therapie. Deshalb versuchen Ärzte, aus einer Vielzahl von Maßnahmen diejenigen herauszufinden, die das individuell beste Therapieergebnis bringen sollen.

Therapieziele

Krankheitskontrolle: Bei diesem wesentlichen Ziel gilt es, die Entzündung möglichst früh einzudämmen und eine beschwerdefreie Phase, die sogenannte Remissionsphase, zu erreichen.  

Remissionserhalt: Ist eine beschwerdefreie Phase erreicht, sollte diese, so gut es geht, erhalten werden.

Mukosaheilung: Selbst wenn der akute Schub unter Kontrolle ist und eine beschwerdefreie Phase erreicht wurde, verbleiben bei vielen Patienten entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut (Mukosa). Heute weiß man, dass derartige Restbefunde für eine schlechtere Prognose im weiteren Verlauf stehen können. Daher erscheint es sehr wichtig, die Schleimhaut dauerhaft in einem möglichst gesunden Zustand zu erhalten, um gegebenenfalls Struktur- bzw. Funktionsverluste des Darms verhindern zu können.

Normale Lebensqualität: Viele Colitis ulcerosa-Patienten leiden insbesondere unter den psychosozialen Aspekten der Erkrankung. Ein wichtiges Ziel ist daher, mit einer effektiven und angemessenen Therapie die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Dazu können beispielsweise der Erhalt der Arbeitsfähigkeit und das Ermöglichen einer Ausbildung oder eines Studiums gehören. Überdies sollte die Erkrankung die Betroffenen gesellschaftlich nicht isolieren, sondern eine befriedigende Freizeitgestaltung und kulturelle Aktivitäten erlauben.

Individuelles Therapiekonzept

Vor Beginn einer Therapie sollten die Vor- und Nachteile der Behandlungsoptionen besprochen werden. Auf dieser Basis kann der behandelnde Gastroenterologe gemeinsam mit Ihnen eine langfristige Strategie erarbeiten.

  • Berücksichtigung finden dabei beispielsweise auch Begleiterkrankungen, individuelle Risikofaktoren, die Krebsvorsorge und die jeweiligen Lebensumstände.
  • Das entwickelte Therapiekonzept sollte schriftlich festgelegt werden. So wissen andere Ärzte, die den Patienten mitbetreuen, ebenfalls Bescheid.
  • Für die Wahl der Therapie sind die Symptome, die Ausdehnung der entzündlichen Veränderung (Befallsmuster) und der Schweregrad von Bedeutung.
  • Die Beurteilung des Schweregrads der Erkrankung erfolgt in der Regel durch die Symptomatik und die Befunde der Darmspiegelung sowie durch weitere Untersuchungen.
  • Zudem empfindet jeder Betroffene die Erkrankung anders, daher sollten auch weitere Faktoren wie die Arbeits- bzw. Schulfähigkeit und die Bewältigung des Alltags berücksichtigt werden.

Erfolgsfaktor Therapietreue

Die Therapietreue ist ein entscheidender Faktor für den weiteren Verlauf der Erkrankung. So sind die Medikamente auch bei Besserung der Beschwerden nach den Empfehlungen des behandelnden Arztes unbedingt weiter anzuwenden. Eine abgebrochene Therapie kann dagegen zu erneuten Krankheitsschüben und einer Verschlechterung des Krankheitsbildes führen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Probleme mit Ihrer Therapie haben. Gemeinsam lässt sich meistens eine Lösung finden.

Mögliche Medikamente zur Behandlung einer Colitis ulcerosa bei Erwachsenen

Bei der medikamentösen Therapie der Colitis ulcerosa folgen die meisten Ärzte einem Stufenschema, wobei die Therapie des akuten Schubs von der Behandlung zur Erhaltung der Remission (Erhaltungstherapie) unterschieden werden kann.

Folgende Medikamentenklassen können abhängig vom Krankheitsverlauf, der Krankheitsaktivität, der Wirksamkeit und Verträglichkeit vorangegangener Behandlungsversuche sowie allgemeiner Begleitumstände im jeweiligen individuellen Fall eingesetzt werden:

Weitere Informationen zu den Wirkstoffklassen finden Sie in unserer Patientenbroschüre Colitis ulcerosa.

Nähere Informationen zu den beschriebenen Therapieoptionen erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt. Wie alle Arzneimittel können auch die oben genannten Medikamente Nebenwirkungen haben. Diese müssen aber nicht zwangsläufig bei jedem Anwender auftreten. Einige unerwünschte Wirkungen bedürfen einer Behandlung. Es ist wichtig, als Patient die jeweiligen Beipack-zettel der Medikamente zu beachten und den behandelnden Arzt bei Bedarf zu kontaktieren. Nur so können eventuell auftretende Nebenwirkungen erkannt und die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden.