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Ganz schön hormongesteuert

Ganz schön hormongesteuert

Fast jede Frau kennt das: Hormonschwankungen im Laufe des Zyklus sind manchmal nicht ganz einfach zu ertragen – aber dennoch ganz normal. Denn zentraler Bestandteil des weiblichen Zyklus ist das Zusammenspiel verschiedener Hormone, die auch bei der hormonellen Verhütung eine Rolle spielen. Doch was passiert während eines Zyklus eigentlich im Körper der Frau?

So mischen die Hormone im Zyklusverlauf mit:

  • Den Startimpuls zur Hormonproduktion an die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gibt das Hormon GnRH (Gonadotropin-releasing Hormone, übersetzt Gonadotropin freisetzendes Hormon) im Zwischenhirn (der entsprechende Bereich nennt sich Hypothalamus)
  • In der ersten Zyklushälfte regt das follikelstimulierende Hormon FSH aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) das Wachstum zumeist einer befruchtungsfähigen Eizelle in den Follikeln (Hülle der heranreifenden Eizelle im Eierstock) an. In den Follikeln läuft gleichzeitig die Östrogen-Produktion auf Hochtouren, um den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut zu ermöglichen.
  • Wenn der Östrogenspiegel am Ende der ersten Zyklushälfte – also zwei Wochen vor der Monatsblutung – einen bestimmten Wert erreicht hat, löst das luteinisierende Hormon LH den Eisprung aus und fördert die Umwandlung des Follikels in den Gelbkörper.
  • In der zweiten Zyklushälfte bildet dieser Gelbkörper Progesteron (ein Gestagen), um die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der Eizelle vorzubereiten.
  • Gestagen und Östrogen signalisieren dem Gehirn, die Freisetzung von FSH und LH zu reduzieren.

Dann gibt es zwei Möglichkeiten, wie es weitergeht:

Bleibt die Eizelle unbefruchtet, bildet sich der Gelbkörper zurück und schüttet 14 Tage nach dem Eisprung kein Gestagen mehr aus. Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen und es kommt zur Regelblutung, wobei der Blutverlust im Durchschnitt bei 50 ml liegt. Die Bildung von FSH und LH wird wieder angeregt – der Zyklus beginnt von neuem.

Hat eine Befruchtung der Eizelle stattgefunden, so bildet die Fruchtanlage nach der Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut in den ersten Monaten selbst ein Hormon, das für die Erhaltung des Gelbkörpers sorgt. Danach übernimmt der Mutterkuchen (Plazenta) die Bildung von Gestagen. Es verhindert die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut und sorgt dafür, dass keine weitere Eizelle heranreift und kein Eisprung stattfindet.

So verhindern Hormone eine Schwangerschaft

Nach der Befruchtung einer Eizelle sorgen Hormone aus dem Follikel und, später im Verlauf der Schwangerschaft, aus dem Mutterkuchen (Plazenta) dafür, dass keine weitere Eizelle befruchtet wird und sich die bereits befruchtete Eizelle ungestört entwickeln kann.

Dieser Vorgang wird mit hormonellen Verhütungsmitteln wie z.B. der Pille nachempfunden – allerdings ohne dass zuvor eine Eizelle befruchtet wurde. Zusätzlich wird die Möglichkeit des Eindringens von Spermien in die Gebärmutter herabgesetzt, indem die Undurchlässigkeit des Gebärmutterhalsschleims erhöht wird.

Insgesamt beeinflussen hormonelle Verhütungsmethoden den Menstruationszyklus auf unterschiedliche Weise, um eine Schwangerschaft zu verhindern.