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Vom Verdacht zur Gewissheit: Die Diagnostik bei Morbus Crohn

Vom Verdacht zur Gewissheit:
Die Diagnostik bei Morbus Crohn

Wie diagnostiziert man Morbus Crohn?

Bei Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung sollte ein Gastroenterologe, also ein Facharzt für diese Erkrankungen, hinzugezogen werden; Kinder-Gastroenterologen sind zudem auf die Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert.

Die Erstdiagnose eines Morbus Crohn wird im Wesentlichen aufgrund der Beschwerden und Symptome und des typischen Krankheitsverlaufs gestellt. Bildgebung sowie Laboruntersuchungen werden durchgeführt.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung können diese Untersuchungen erneut notwendig werden, wenn beispielsweise bei einem akuten Schub Ausmaß, Befallsmuster und Schweregrad erneut beurteilt werden müssen.

Krankheitsgeschichte und körperliche Untersuchung

Vorgeschichte (Anamnese)

Im Rahmen der Anamnese lässt sich der Arzt aktuelle Beschwerden schildern und fragt nach früheren oder begleitenden Erkrankungen sowie nach Auffälligkeiten in der Familie. Weitere wichtige Bestandteile der Anamnese sind unter anderem Medikamenteneinnahmen und der Lebensstil (Ernährung, Rauchen, Sport).

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung prüft der Arzt den Allgemeinzustand (Puls, Blutdruck etc.) und kann bereits Befunde erheben, die auf einen Morbus Crohn hinweisen können. Hierzu zählen etwa Veränderungen im Mundraum, Druckschmerz und Verhärtungen der Bauchdecke und Auffälligkeiten im Analbereich.

Des Weiteren können sich möglicherweise auch Veränderungen außerhalb des Verdauungstraktes (beispielsweise an Mund, Haut, Augen und/oder Gelenken) sowie bei wunden Stellen, Hauteinrissen oder Eiteransammlungen in der Umgebung des natürlichen Darmausgangs bzw. des Schließmuskels erkennen lassen.

Bei Kindern und Jugendlichen können auch Wachstumsstörungen unter Umständen die ersten Hinweise auf einen Morbus Crohn sein.

Spiegelung – der wichtige Blick in den Darm

Darmspiegelung bei gesunder Darmschleimhaut

Zur Sicherstellung der Diagnose wird unter anderem eine Spiegelung des letzten Dünndarmabschnitts und des gesamten Dickdarms mit Probeentnahme stattfinden. Im weiteren Verlauf wird die Spiegelung in der Regel wieder in besonderen Situationen eingesetzt (z. B. akuter Schub oder Verdacht auf Komplikationen).

Diese Untersuchung wird mit Hilfe eines schlauchförmigen Instruments (Endoskop) durchgeführt, das mit einer Lichtquelle, einer Optik und einer Kamera ausgestattet ist. Über die Optik selbst oder einen Bildschirm erhält der Untersucher dann Einblick in den Verdauungstrakt. Ein Werkzeugkanal im Endoskop erlaubt es, Instrumente einzuführen und beispielsweise Gewebeproben (Biopsien) zu entnehmen.

Darmspiegelung bei erkrankter Darmschleimhaut

Zur Vorbereitung wird der Darm durch abführende Maßnahmen von Nahrungs- und Stuhlresten befreit. Vor der Untersuchung erhält der Patient in der Regel beruhigende Medikamente oder eine Kurznarkose. Der Zugang erfolgt über den Mund (Magen-Darm-) bzw. den After (Darmspiegelung). So können Speiseröhre, Magen und oberer Dünndarmabschnitt bei Magen-Darm-Spiegelung) bzw. Dickdarm und unterer Dünndarmabschnitt (Darmspiegelung) eingesehen werden. Der mittlere Dünndarmabschnitt bleibt anderen Verfahren vorbehalten (siehe Kapitel "Röntgen, Kapselendoskopie, CT und MRT - Bilder und Schichten").

Röntgen, Kapselendoskopie, CT und MRT - Bilder und Schichten

Computer(CT)- und Magnetresonanz-Tomografie(MRT): CT und MRT sind Verfahren, mit deren Hilfe man Querschnittansichten der zu untersuchenden Bereiche des Körpers erstellt. Diese werden von einem Computer in eine dreidimensionale Darstellung umgewandelt.

Damit sind sämtliche Bereiche des Verdauungstrakts einschließlich der umgebenden Gewebe darstellbar. Bisweilen wird auch Kontrastmittel verwendet. Abszesse und Fisteln lassen sich damit sehr gut erkennen. Die CT arbeitet mit Röntgenstrahlen, die MRT mit einem starken Magnetfeld und Radiowellen.

Kapselendoskopie: Bei diesem Verfahren schluckt der Patient eine Kapsel, die eine Minikamera enthält. Während die Kapsel durch den Verdauungstrakt wandert, werden mittels auf dem Rumpf aufgeklebter Sensoren Bilder auf einen Datenträger aufgenommen. Die Kapselendoskopie ermöglicht so die Darstellung von Dünndarmbereichen, die mit dem herkömmlichen Endoskop nicht erreicht werden können.
Die Entnahme von Gewebeproben und kleinere operative Eingriffe sind jedoch nicht möglich. Darüber hinaus müssen Stenosen vor der Untersuchung ausgeschlossen werden, da die Kapsel dort sonst steckenbleiben könnte.

Ultraschall – das Echo aus dem Bauch

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) ermöglicht Aussagen über Größe, Lage und Beschaffenheit der Organe. Entzündlich verdickte Darmwände, Verengungen oder Fisteln lassen sich damit beispielsweise erkennen.

Laboruntersuchungen

Laborchemische Untersuchungen sind sowohl bei Verdacht auf einen Morbus Crohn als auch bei Verlaufskontrollen sinnvoll.

  • Blut (Entzündungsmarker CRP, Leberwerte, Blutarmut, Mangelzustände von beispielsweise Vitamin B12, Eisen)
  • Stuhl (z. B. Calprotectin, Lactoferrin)