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Morbus Crohn: Behandlung

Morbus Crohn: Behandlung

So unterschiedlich Morbus Crohn verlaufen kann, so vielfältig sind auch die Behandlungsmöglichkeiten

Das eine Medikament, das eine Verfahren, das alle Probleme beim Morbus Crohn löst, gibt es leider nicht. Deshalb versuchen Ärzte, aus einer Vielzahl von Maßnahmen diejenigen herauszufinden, die das individuell beste Therapieergebnis bringen. 

Die Erkrankung einzudämmen ist möglich – Heilung jedoch nicht. Neben Medikamenten gehören unter anderem Darmoperationen und bei Kindern zum Beispiel die Ernährungstherapie zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Morbus Crohn. Unkonventionelle Verfahren können die Behandlungsstrategie begleiten. Jeder Patient sollte ein maßgeschneidertes Therapiekonzept bekommen, das auch Begleiterkrankungen, individuelle Risikofaktoren und die Lebensumstände berücksichtigt.

Ziele – was soll erreicht werden?

Das Ziel der Therapie ist die Linderung der Symptome und die Verringerung der Anzahl akuter Schübe. Dabei erfolgt eine schnelle Therapie-Intensivierung sobald keine adäquate Verbesserung mit der bisherigen Therapie in der zu erwartenden Zeit erreicht werden konnte. 

Entscheidung für eine Behandlungsstrategie

Für die Wahl der Therapie sind die Symptome, Begleiterkrankungen, die Ausdehnung der entzündlichen Veränderung (Befallsmuster), der Schweregrad und individuelle Risikofaktoren von Bedeutung. Die Beurteilung des Schweregrads der Erkrankung erfolgt in der Regel durch die Symptomatik und die Befunde der Darmspiegelung sowie weiterer Untersuchungen.

Erfolgsfaktor Therapietreue

In beschwerdefreien Phasen ist die Versuchung groß, die medikamentöse Therapie selbstständig abzusetzen und auf Arztbesuche zu verzichten. Patienten, die die Therapie beenden, riskieren damit, einen Schub zu erleiden. Denn die Medikamente sollen die beschwerdefreie Phase erhalten.

Patienten sollten daher nicht eigenmächtig ihre Medikamente absetzen, sondern mit ihrem Arzt sprechen, warum sie sie nicht mehr nehmen möchten. Möglicherweise kann er die Behandlung so anpassen, dass die Gründe für eine Beendigung der Therapie hinfällig werden.

Mögliche Arzneimittel zur Behandlung des Morbus Crohn bei Erwachsenen

Die Behandlung von akuten Schüben unterscheidet sich grundsätzlich von einer Langzeittherapie. Wann im Einzelfall welche Medikamente eingesetzt werden, wird der behandelnde Arzt erläutern.

Die folgenden Medikamentenklassen können abhängig vom Krankheitsverlauf, der Krankheitsaktivität, der Wirksamkeit und Verträglichkeit vorangegangener Behandlungsversuche sowie allgemeiner Begleitumstände im jeweiligen individuellen Fall eingesetzt werden: 

Aminosalicylate

  • Dienen der Entzündungshemmung im Darm

Kortisonpräparate

(Synonyme: Kortikosteroide, Glukokortikoide oder Steroide)

  • Wirken entzündungshemmend und unterdrücken das Immunsystem
  • Die Unterdrückung des Immunsystems kann die Infektanfälligkeit erhöhen.

Immunsuppressiva

  • Unterdrücken das körpereigene Immunsystem, das bei einem vorliegenden Morbus Crohn fehlgeleitet ist und überschießend reagiert.
  • Die Unterdrückung des Immunsystems kann die Infektanfälligkeit erhöhen.

Biologika

  • TNFα-Hemmer (Anti-TNFα-Antikörper) können den entzündlichen Prozess und die daraus resultierende Zerstörung der Darmschleimhaut reduzieren. 
  • Integrin-Hemmer sind gegen andere Eiweißstrukturen gerichtet wie beispielsweise α4β7-Integrin und können wie TNFα-Hemmer den entzündlichen Prozess und die Zerstörung der Darmschleimhaut reduzieren.
  • Interleukin-Hemmer richten sich gegen eine weitere Form von Eiweißstoffen (Interleukin-12 und -23), die ebenfalls eine Schlüsselrolle bei Entzündungsreaktionen bei Morbus Crohn haben.
  • Bei der Therapie mit Biologika ist die Infektanfälligkeit aufgrund der Unterdrückung des Immunsystems erhöht. 

Nähere Informationen zu den beschriebenen Therapieoptionen erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt. Wie alle Arzneimittel können auch die Medikamente der oben genannten Klassen Nebenwirkungen haben. Diese müssen aber nicht zwangsläufig bei jedem Anwender auftreten. Einige unerwünschte Wirkungen bedürfen einer Behandlung. Es ist wichtig, als Patient die jeweiligen Beipackzettel der Medikamente zu beachten und den behandelnden Arzt bei Bedarf zu kontaktieren. Nur so können eventuell auftretende Nebenwirkungen erkannt und die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden.