zur Hauptnavigation springen zum Inhalt springen
Das Immunsystem

Das Immunsystem

Der Schlüssel im Kampf gegen Krebs

Das Immunsystem ist ein ausgeklügeltes Abwehrsystem, das dafür zuständig ist, den Körper vor Schäden und Eindringlingen zu schützen.

Es handelt sich dabei nicht um ein einzelnes Organ, sondern um ein komplexes System aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen. Es verteilt es sich über den gesamten Körper. Die Blutbahnen und die Lymphgefäße im ganzen Körper stellen Transportwege für die Immunzellen und Botenstoffe dar.3

Generell unterteilt man das Immunsystem in zwei Bereiche:

  • Die unspezifische Immunabwehr. Sie ist angeboren und wird daher auch als „angeborenes Immunsystem“ bezeichnet. Die unspezifische Immunabwehr reagiert innerhalb kürzester Zeit und ist daher für akute Angriffe zuständig.
  • Die spezifische bzw. adaptive Immunabwehr: Auch „erworbenes Immunsystem“ genannt, denn hier „lernt“ das Immunsystem, neue oder veränderte Krankheitserreger zu erkennen und Antikörper zur Abwehr zu bilden. Dieser erste Kontakt mit Fremdstoffen bleibt dem Körper in Erinnerung. So entwickelt sich das so genannte „immunologische Gedächtnis“. Bei weiteren Infektionen mit den gleichen Erregern kann der Körper sehr viel schneller reagieren.11

Paar draußen beim Walken
  • Bei der Abwehr von krankhaft veränderten Zellen wie beispielsweise Krebszellen spielt die spezifische Immunabwehr die wichtigste Rolle: Sie kann bestimmte Strukturen, so genannte Antigene, auf fremden Substanzen erkennen und die Abwehr aktivieren. Hier sind vor allem die B-Zellen und T-Zellen gefragt.

Bestandteile des Immunsystems

Das Immunsystem ist ein komplexes System und setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen:11

  • Mechanische Barrieren: Dazu gehört vor allem die Haut und die Schleimhäute, die verhindern sollen, dass Fremdkörper überhaupt in unseren Körper eindringen können.
  • Proteine: Sie dienen als Botenstoffe und zur Abwehr von Erregern. Zytokine und Antikörper gehören beispielsweise zu den Proteinen.
  • Zellen: Sie sind Bestandteile unterschiedlicher Organe und Gewebe. Beispiele sind B- und T-Zellen.

T-Zelle sind in weißen Blutkörperchen

Einen wichtigen Teil des Immunsystems stellen die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), z.B. B- oder T-Zellen dar. Sie sind neben den roten Blutkörperchen und den Blutplättchen Bestandteil des Bluts und entstehen aus den Blutstammzellen.4

 

Aufgaben des Immunsystems: Schutz für den Körper

Das Immunsystem ist dafür zuständig, Krankheitserreger, körperfremde Stoffe und krankhaft veränderte Zellen wie beispielsweise Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Es erfüllt dabei folgende Aufgaben:5

  • Eine Infektion erkennen.
  • Eine Infektion eindämmen, und, wenn möglich, abwehren.
  • Die Immunantwort regulieren, um nicht versehentlich gesunde körpereigene Zellen anzugreifen.
  • Sich erinnern: Ein immunologisches Gedächtnis schützt vor erneutem Auftreten einer Krankheit.

Ob eine Zelle krankhaft verändert, körperfremd oder körpereigen ist, erkennt das Immunsystem in der Regel anhand von Molekülen, die auf der Oberfläche einer Zelle präsentiert werden, den so genannten Antigenen.1 Mithilfe der Antigene kann das Immunsystem krankhaft veränderte oder körperfremde Zellen sowie Fremdkörper (z. B. auf Viren- und Bakterienoberflächen) von gesunden Zellen unterscheiden und verschiedene Zellen der Immunabwehr aktivieren:

  • Die T-Zellen sind beispielsweise in der Lage, Krebszellen anhand ihrer Oberflächenstrukturen zu erkennen und direkt zu zerstören. Die auf der Oberfläche der T-Zelle befindlichen Rezeptoren docken nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an die Oberflächenmoleküle der Krebszelle (das Antigen) an. Die Krebszelle wird dadurch als krankhaft verändert erkannt und die Immunreaktion wird gestartet.

Die T-Zelle erkennt die Krebszelle anhand von Antigenen als krankhaft veränderte Zelle und leitet die Immunantwort ein.
Die T-Zelle erkennt die Krebszelle anhand von Antigenen als krankhaft veränderte
Zelle und leitet die Immunantwort ein.
  • Die B-Zellen des Immunsystems arbeiten anders, sie bilden Antikörper.13 Das sind Y-förmige Eiweißmoleküle, die körperfremde und krankhaft veränderte körpereigene Strukturen anhand ihrer Oberflächenmoleküle erkennen und an diesen Antigenen andocken.10 Körperfremde oder veränderte körpereigene Zellen werden entweder dadurch direkt unschädlich gemacht oder für weitere Abwehrzellen als „schädlich“ markiert. 

Quellen:

  1. Finn OJ. Immuno-oncology: understanding the function and dysfunction of the immune system in cancer. Ann Oncol 2012; 23 Suppl 8: viii6-9.
  2. Levine DB. The Hospital for the Ruptured and Crippled: William Bradley Coley, Third Surgeon-in-Chief 1925–1933. HSS J. 2008 Feb; 4(1): 1–9.
  3. Deutsche Gesellschaft für Immunologie. Immunologie für Jedermann. Das menschliche Immunsystem. Abrufbar unter: http://das-immunsystem.de/fuer-jedermann/unser-immunsystem. Letzter Zugriff: 17.03.2016.
  4. Deutsche Gesellschaft für Immunologie. Immunologie für Jedermann. Die Zellen des Immunsystems. Abrufbar unter: http://das-immunsystem.de/fuer-jedermann/unser-immunsystem/die-menschlichen-immunzellen. Letzter Zugriff: 17.03.2016.
  5. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Immunsystem. Bedeutung bei Krebs. Abrufbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsentstehung-faq.php. Letzter Zugriff: 24.03.2016.
  6. Deutsche Gesellschaft für Immunologie. Immunologie für Jedermann. Das menschliche Immunsystem. Abrufbar unter: http://das-immunsystem.de/fuer-jedermann/unser-immunsystem. Letzter Zugriff: 17.03.2016.
  7. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Immunsystem. Bedeutung bei Krebs. Abrufbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsentstehung-faq.php