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Beim Geschlechtsverkehr mit einem HIV-positiven Partner ist das Kondom gerissen - was ist zu tun?

 

Nach Einschätzung der Deutschen AIDS-Gesellschaft sowie anderen Fachgesellschaften ist das Übertragungsrisiko bei sexuellen Kontakten zwischen HIV-positiven und HIV-negativen Partnern ausgesprochen gering, sofern die infizierte Person eine wirksame antiretrovirale Therapie erhält. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt folgende Sofortmaßnahmen bei einem „Kondomunfall“ nach eindringendem Geschlechtsverkehr: Penis unter fließendem Wasser mit Seife waschen, die Vorhaut dabei zurückziehen und auch deren Innenseite und die Eichel vorsichtig reinigen. Scheiden- und Darmspülungen werden aufgrund der Verletzungsgefahr und dem damit erhöhten Infektionsrisiko nicht empfohlen!

Möglich ist außerdem eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe (PEP). Hierbei erhält der nicht infizierte Sexualpartner zügig eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie, die die Ansteckung im Nachhinein verhindern kann. Diese Behandlung sollte idealerweise sehr schnell nach dem Geschlechtsverkehr beginnen. 

Anlaufstellen sind unter anderem ortsnahe Krankenhäuser und Notfallambulanzen. Auf der Website der Deutschen AIDS-Hilfe sind Kliniken und Ambulanzen gelistet, die sich mit der HIV-PEP auskennen und rund um die Uhr geöffnet haben.

Telefonische Beratung in solchen Notsituationen erteilt auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Mo-Do von 10 bis 22 Uhr, Fr-So von 10 bis 18 Uhr unter 0221 892031 oder unter der kostenpflichtigen Nummer 01805 555 444 (14 Ct. pro Minute aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 42 Ct. pro Minute).