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Gut kombinierbare HIV-Therapie -<br/>warum?

Gut kombinierbare HIV-Therapie -
warum?

Begleitmedikation auf HIV-Therapie abstimmen

HIV-Infizierte leben heute dank der guten Therapiemöglichkeiten länger als Menschen, die sich in den Anfangszeiten der Aids-Pandemie angesteckt haben. Sie können heutzutage davon ausgehen, dass ihre Lebenserwartung mit der von nicht Infizierten nahezu vergleichbar ist.

Dennoch rücken im Laufe der Erkrankung und mit dem Älterwerden andere Erkrankungen in den Vordergrund, die die Lebenserwartung beeinträchtigen können, sogenannte Begleiterkrankungen. So sind bei über 60-jährigen HIV-Patienten inzwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen die dritthäufigste Todesursache. Die ärztlichen Therapieleitlinien empfehlen daher, auch bei allen HIV-positiven Patienten routinemäßig Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus zu erfassen.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass sich die zusätzlich einzunehmenden Medikamente einer Begleitmedikation mit der HIV-Therapie vertragen und gut kombiniert werden können. Damit können Wechselwirkungen vermieden werden, die die Wirkung der HIV-Medikation beeinträchtigen könnten.

HIV-positiv und herzinfarktgefährdet?

Das Herz-Kreislauf-Risikoprofil kann auch die antiretrovirale Therapie beeinflussen. Wenn zum Beispiel ein erhöhter Cholesterinwert vorliegt und eine lipidsenkende Therapie ratsam ist, kann eine Umstellung der HIV-Therapie notwendig sein. Denn zum einen kann es zu Arzneimittel-Wechselwirkungen einiger HIV-Medikamente mit der lipidsenkenden Therapie kommen. Zum anderen könnten die HIV-Medikamente selbst der Auslöser für die Störung des Fettstoffwechsels sein oder diesen zusätzlich verschlechtern.

HIV-positiv und Begleiterkrankungen

Auch bei anderen Begleiterkrankungen wie Nierenproblemen, Virushepatitis oder einer verminderten Knochendichte kann eine Anpassung der antiretroviralen Therapie von Vorteil sein, um die zusätzliche Belastung der bereits geschädigten Organe zu vermeiden.

HIV-Therapie auf andere Medikamente abstimmen

Arzneimittel, die zur Behandlung von Begleiterkrankungen eingesetzt werden, können in ihrer Wirkung durch HIV-Medikamente beeinflusst werden oder umgekehrt deren Wirkung verstärken oder abschwächen.

Dies kann zum Beispiel Antidepressiva, Antibiotika, Blutverdünner, Hochdruckmittel, Beruhigungsmittel, Schmerzmittel und viele andere Substanzen betreffen.

Aber nicht nur verschreibungspflichtige Arzneimittel, auch Vitamine und frei verkäufliche Medikamente – zum Beispiel solche gegen Sodbrennen oder Allergien – können in Wechselwirkung mit den HIV-Medikamenten treten. Wichtig ist es daher, den HIV-behandelnden Arzt immer darüber zu informieren, welche zusätzlichen Präparate außer den HIV-Medikamenten eingenommen werden.