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HIV: Diagnose

HIV: Diagnose

Mittels Blutuntersuchung kann eine HIV-Infektion nachgewiesen werden

Die neuesten HIV-Tests (ELISA-Tests der 4. Generation1) entdecken sowohl Antikörper, die der Körper zur Abwehr von HI-Viren gebildet hat, als auch einen charakteristischen Virusbestandteil, das p24-Antigen. Spezifische Antikörper werden im Durchschnitt nach 22 Tagen bei einem HIV-Infizierten nachweisbar und Virusantigen bereits nach 16-18 Tagen.

Etwa fünf Tage vor dem erstmaligen Auftreten von HIV-Antikörpern kann das p24-Antigen im Blut nachgewiesen werden. Somit kann mit diesem Testverfahren eine HIV-Infektion etwa fünf Tage früher erkannt werden als mit den früher üblichen reinen Antikörpertests. Werden Suchtests der 4. Generation verwendet, die neben Antikörpern auch HIV-Antigene nachweisen, ist ein sicherer Nachweis in der Regel schon nach max.
6 Wochen möglich.

HIV-positiv = infiziert

Der ELISA-Test hat eine hohe Sensitivität. Das bedeutet, wenn HIV-Antikörper im Blut vorhanden sind, werden diese auch entdeckt. Mitunter schlägt der Test aber auch zu Unrecht an. Daher werden alle positiven Reaktionen zusätzlich mit dem sehr spezifischen Bestätigungstest (Immuno-Blot) untersucht. Der Immuno-Blot ist ein genaueres Antikörper-Testverfahren und bestätigt oder widerlegt das Resultat des ELISA-Tests. Nur wenn nach einem positiven ELISA-Test auch der Immuno-Blot eindeutig positiv ausfällt, wird das Testergebnis „HIV-positiv" übermittelt. Ist das Ergebnis im Immuno-Blot nicht eindeutig, kann zur weiteren Abklärung eine HIV-PCR (Polymerase Chain Reaction, deutsch: Polymerase-Kettenreaktion) durchgeführt werden.

Schnellere HIV-Diagnose mittels PCR-Analyse

Bei dem dringenden Verdacht auf eine HIV-Infektion gibt es die Möglichkeit, Viren im Blut mittels HIV-PCR nachzuweisen. Dieses hochsensitive Verfahren detektiert direkt die virale Erbinformation. In vielen Fällen kann damit eine Infektion durchschnittlich bereits in der zweiten Woche nach der möglichen Übertragung entdeckt werden. Aber auch hierfür gilt: Wenn der Test negativ ist, heißt das nur, dass (noch) keine Viren im Blut nachweisbar sind. Sicher ausgeschlossen werden kann eine HIV-Infektion nach maximal 6 Wochen bei korrekter Durchführung der Testverfahren.

Direkter Virusnachweis zur Therapiekontrolle

Die HIV-PCR ist ein quantitatives Verfahren, das Rückschlüsse auf die Virusmenge im Blut zulässt. Es dient in erster Linie der Therapiekontrolle, da sich mit dieser Methode prüfen lässt, ob die gewählte Therapie die Virusvermehrung erfolgreich unterdrückt.

HIV-Test meist kostenlos und auch anonym möglich

Der HIV-Test wird von Gesundheitsämtern, Aids-Hilfen und anderen Beratungseinrichtungen meist kostenlos angeboten. Eine Beratung vor dem Test und am besten auch nach Erhalt des Testergebnisses ist angebracht. Nach Beratungsstellen in der Nähe kann man auf der Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung suchen.

Ärzte können den Test im Rahmen der Klärung von Gesundheitsstörungen auf Kosten der Krankenkasse durchführen. Bei einem anonymen Test beim Arzt muss jedoch mit Kosten gerechnet werden.

Keine Sicherheit mit dem Heimtest

HIV-Tests für den Hausgebrauch werden im Internet angeboten. Meist kommen sie aus dem Ausland, denn in Deutschland ist der Vertrieb von HIV-Tests an Privatpersonen verboten. Diese Tests bergen diverse Risiken: Wer den Test in Eigenregie durchführen möchte, braucht Geschick und Sachverstand etwa bei der Blutabnahme oder der Auswertung des Teststreifens.

Fehler bei der Anwendung können zu falschen Ergebnissen führen und Betroffene entweder in falscher Sicherheit wiegen oder unnötig belasten. Zudem fehlt die notwendige Beratung vor und nach der Testung, bei der auch die Konsequenzen eines „positiven“ Testergebnisses besprochen werden.

1 ELISA (Enzyme Linked Immunosorbent Assay). Nachweisverfahren, bei dem Eiweißstoffe, zum Beispiel Virus-Proteine oder auch virusspezifische Antikörper mittels Antigen-Antikörperreaktion nachgewiesen werden.