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Fatigue im Alltag meistern

Fatigue im Alltag meistern

Eine Krebserkrankung und die Behandlung mit einer Chemotherapie rufen bei vielen Menschen das Gefühl hervor, ständig müde und erschöpft zu sein. Dieses Gefühl wird als „Fatigue“ (englisch für „Müdigkeit, Erschöpfung“) bezeichnet. Es ist also wichtig, dass Sie sich Zeit zum Entspannen nehmen und einfache Wege finden, wie Sie wieder Energie tanken können.

Fatigue im Alltag meistern

Wenn Sie an Fatigue leiden, verspüren Sie vielleicht kaum Energie, und es fällt Ihnen schwer, einfache, alltägliche Dinge zu erledigen, die normalerweise selbstverständlich erscheinen. Das kann enorme Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche Ihres Alltags haben.

Besonders stark ist die Fatigue meist zu Beginn und am Ende eines Behandlungszyklus. Viele Patienten denken, Sie müssten die Symptome einer Fatigue herunterspielen und dürften sich nicht „so anstellen“. Doch diesem Drang sollten Sie widerstehen. Denken Sie daran, dass Ihr Onkologieteam sehr viel Erfahrung damit hat, Patienten den Umgang mit Fatigue zu erleichtern. Man kann Ihnen aber nur helfen, wenn Sie von Ihrem Problem erzählen.

Sie können einiges tun, um leichter mit Fatigue zurechtzukommen:

  • Planen Sie Ihren Tag. Entscheiden Sie, was Sie an einem Tag unbedingt erledigen müssen, und stellen Sie sicher, dass Ihnen viel Zeit zum Ausruhen bleibt.
  • Erstellen Sie Listen, um die zu erledigenden Aufgaben festzuhalten und ihnen Prioritäten zuzuordnen.
  • Nehmen Sie Hilfsangebote an. Können Ihnen Familienmitglieder und Freunde bei der Kinderbetreuung, der Zubereitung von Mahlzeiten oder dem Lebensmitteleinkauf helfen? Fragen Sie ruhig: Die meisten Menschen werden froh sein, zu wissen, wie sie Ihnen helfen können.
  • Ruhen Sie sich zwischendurch immer wieder aus.
  • Versuchen Sie, einen normalen Schlafrhythmus einzuhalten. Fragen Sie Ihr Onkologieteam nach Tipps für einen erholsamen Schlaf.
  • Nehmen Sie sich für den Tag nicht zu viel vor. Fragen Sie sich immer wieder: „Muss ich das jetzt tun? Oder kann es warten, bis ich mich ein wenig besser fühle?“
  • Ernähren Sie sich ausgewogen. Wenn es Ihnen besser geht, kochen Sie doch für die nächsten Tage schon einmal vor.
  • Trinken Sie viel.
  • Bewegen Sie sich ein wenig. Ein kurzer Spaziergang mit einem Freund oder etwas Gartenarbeit sind ideal, um frische Luft zu schnappen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber: Gewisse Änderungen am Arbeitsplatz, wie etwa eine Änderung der Arbeitszeiten oder zusätzliche Unterstützung, können hilfreich sein.
  • Führen Sie ein Fatigue-Tagebuch. Auf diese Weise können Sie feststellen, wie sich Ihr Energieniveau im Laufe des Tages und während der Therapiezyklen verändert. Dann können Sie Aktivitäten auf Zeiten verlegen, zu denen Sie wahrscheinlich mehr Energie haben werden.

Fragen Sie Ihr Onkologieteam!

Bewegen Sie sich - auch wenn Ihnen die Lust fehlt

Wenn Sie müde sind oder sich nicht gut fühlen, steht Ihnen vermutlich nicht gerade der Sinn nach körperlichen Aktivitäten. Doch Sie werden überrascht sein, wie gut Ihnen etwas Bewegung tun kann. Regelmäßige körperliche Aktivitäten sind wichtig für Ihren Körper. Sie fördern Ihr geistiges und seelisches Wohlbefinden und setzen Energie frei.

Wie Sie sich bewegen und wie viel, ist ganz Ihnen überlassen. Wenn Sie nicht trainiert sind, sollten Sie sich leichte Aktivitäten aussuchen und diese oft ausüben. Doch überanstrengen Sie sich nicht! Es geht darum, dass Sie sich etwas bewegen, Sie sollen keinen Marathon laufen. Suchen Sie sich einen Ausgleich, der Ihnen guttut.

An einigen Tagen werden Ihnen körperliche Aktivitäten leichter fallen als an anderen. Manchmal werden Sie sich auch überwinden müssen. Lernen Sie zu erkennen, wann Sie Ruhe brauchen und wann Sie sich selbst etwas antreiben müssen. Denken Sie vor allem daran, während körperlicher Betätigungen immer ausreichend Wasser zu trinken. Hören Sie auf, wenn Ihnen schwindlig oder übel wird oder Sie sich nicht wohl fühlen.

Bewegung muss nichts kosten und keine Qual sein. Wenn Joggen z. B. nichts für Sie ist, werden Sie kreativ und suchen Sie sich etwas, das Ihnen Spaß macht. Hier einige Vorschläge für den Einstieg:

  • Gehen Sie mit einem Freund oder einer Freundin spazieren. So kommen Sie raus und können sich über Neuigkeiten austauschen.
  • Machen Sie ein wenig Gartenarbeit.
  • Legen Sie Ihre Lieblingsmusik auf und tanzen Sie dazu.
  • Spielen Sie mit den Kindern.
  • Belohnen Sie sich! Setzen Sie sich ein Bewegungsziel und tun Sie sich etwas Gutes, wenn Sie dieses erreicht haben.

Ihr Onkologieteam kann Ihnen dabei helfen, einen optimalen persönlichen Bewegungsplan aufzustellen.

Erhalten Sie sich Ihre Energie

Ein gesunder Schlafrhythmus ist wichtig, um Ihr Energieniveau aufrechtzuerhalten. Das kann manchmal schwierig sein, wenn Sie aufgrund der Fatigue die ganze Zeit schlafen könnten oder Ihr Schlafmuster gestört ist.

Falls Sie nachts nicht richtig schlafen können, muss Sie das nicht beunruhigen. Denken Sie daran, dass es Ihrem Körper schon hilft, wenn Sie ruhig im Bett liegen und sich ausruhen.

Sie können einiges dafür tun, dass Sie sich besser ausruhen:

  • Versuchen Sie, jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen zu gehen und aufzustehen.
  • Schlafen Sie gerade lange genug: Wenn Sie zu lange im Bett bleiben, kann das zu einem gestörten und flachen Schlaf führen.
  • Machen Sie kurze Nickerchen: Wenn Sie wirklich das Gefühl haben, nicht ohne Schlaf durch den Tag zu kommen, versuchen Sie, mehrere kurze Nickerchen oder Pausen zu machen, und zwar lieber in einem bequemen Stuhl als im Bett.
  • Reduzieren Sie den Geräuschpegel auf ein Minimum: Laute Geräusche können den Schlaf stören, selbst wenn Sie sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern.
  • Halten Sie die Temperatur in Ihrem Schlafzimmer konstant: Wenn Ihnen zu warm oder zu kalt ist, kann das Ihren Schlaf beeinträchtigen.
  • Nehmen Sie abends kein Koffein zu sich, also z. B. keinen Kaffee, keinen Tee und auch keine Schokolade.
  • Probieren Sie Denksportaufgaben und Gedächtnisübungen aus: Versuchen Sie, sich an die Zeilen eines Liedes zu erinnern oder sich angenehme Erinnerungen detailliert ins Gedächtnis zu rufen.
  • Begrenzen Sie Ihren Alkoholkonsum. Alkohol kann zwar helfen, schnell einzuschlafen, führt aber auch zu mehr Schlafunterbrechungen.
  • Denken Sie daran, dass man sich nicht zum Schlafen zwingen kann. Anstatt bei Schlaflosigkeit stundenlang im Bett zu liegen, stehen Sie auf und tun Sie etwas anderes. Gehen Sie erst wieder ins Bett, wenn Sie beginnen, sich müde zu fühlen.