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So ernähren Sie sich richtig

So ernähren Sie sich richtig

Als Typ-2-Diabetes Patient sollten Sie besonders auf Ihre Ernährung achten

Halten Sie sich zurück bei Lebensmitteln mit hohem Fettgehalt wie Schokolade, Chips, Wurst und Käse.

Eine spezielle Diät, wie sie früher für Diabetiker empfohlen wurde, ist heute nicht mehr angezeigt. Es gelten für Menschen mit Diabetes grundsätzlich die gleichen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung wie für die Allgemeinbevölkerung. Allerdings gibt es auch einige Besonderheiten zu beachten. So sollten zum Beispiel Typ-1-Diabetiker mit einer Nephropathie die Zufuhr von Eiweiß auf 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht begrenzen. Diabetiker, die zur Kontrolle der Blutzuckerspiegel auf eine Insulintherapie angewiesen sind, müssen diese in Abhängigkeit von der aufgenommenen Nahrung anpassen. Zucker ist nicht mehr grundsätzlich tabu. Zwar sollten Diabetiker Süßigkeiten nur in Maßen essen, aber das gilt ja auch für Gesunde.

Die allgemeinen Empfehlungen für eine gesunde und ausgewogene Ernährung für Gesunde und Diabetiker sind:

  • Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Vollkornprodukte sollten die Basis der Ernährung sein. Ihr Anteil sollte 45 bis 60 Prozent der Gesamtenergiezufuhr ausmachen.
  • Halten Sie sich zurück bei Lebensmitteln mit hohem Fettgehalt wie Schokolade, Chips, Wurst und Käse.
  • Essen Sie 2 bis 3 Mal in der Woche Fisch (bevorzugt fetter Fisch mit einem hohen Anteil an n-3-Fettsäuren).
  • Bevorzugen Sie beim Fleisch magere Stücke.
  • Wählen Sie bei Milchprodukten, Joghurt und Käse die fettärmeren Varianten.
  • Sparen Sie bei der Zubereitung an Fett und bevorzugen Sie Öle statt fester Fette.
  • Trinken Sie bevorzugt Wasser, Tee oder Kaffee. Softdrinks möglichst nur in light-Varianten, die mit Süßstoffen gesüßt sind.
  • Meiden Sie Limonaden, Fruchtsaftgetränke und andere mit Zucker gesüßte Getränke.

Kohlenhydrate – die Basis der Ernährung

Kohlenhydrate sollten die Basis der Ernährung bilden und 45 bis 60 Prozent der Gesamtenergie liefern.

45 bis 60 % der Gesamtenergie sollten Kohlenhydrate liefern. Idealerweise bevorzugen Sie als Kohlenhydrat-Lieferanten Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte aus vollem Korn, da diese einen hohen Anteil an Ballaststoffen und einen niedrigen glykämischen Index haben.

Der glykämische Index (GI) ist ein Maß dafür, wie sich ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Je niedriger der GI ist, desto langsamer steigt der Blutzucker nach dem Verzehr des Lebensmittels an.

Ballaststoffe haben viele Vorteile

Eine ballaststoffreiche Ernährung wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus: Zum einen bewirken Ballaststoffe, dass der Blutzuckerwert nach einer Mahlzeit nicht so stark ansteigt, zum anderen sind Ballaststoffe nahezu kalorienfrei. Sie sättigen und wirken sich auch günstig auf den Cholesterinspiegel aus. Mindestens 40 Gramm Ballaststoffe sollten Diabetiker täglich zu sich nehmen, davon die Hälfte lösliche Ballaststoffe aus Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse.

Alkohol: Weniger ist mehr

Menschen mit Diabetes sollten zwei Dinge besonders beachten: 

  • Alkohol liefert reichlich Energie, also Kalorien. Für Übergewichtige kann das relevant sein.
  • Alkohol kann eine tiefe und langanhaltende Unterzuckerung verursachen. Das Risiko für die Unterzuckerung steigt mit der Alkoholmenge, die konsumiert wird.

Alkoholkonsum kann eine langanhaltende Unterzuckerung verursachen.

Als vertretbar gelten für Frauen etwa 10 g Alkohol pro Tag. Bei Männern gilt der tägliche Konsum von 20 g Alkohol noch als akzeptabel.  Wenn Sie mit Insulin behandelt werden, sollten Sie Alkohol nur zusammen mit einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit trinken, um einer Unterzuckerung vorzubeugen.

 

Fett sparen – auch bei Diabetes

In der Vergangenheit wurde bei der Diabetes-Kost fast nur auf Kohlenhydrate geachtet und der Fettanteil in der Nahrung kaum berücksichtigt. Heute weiß man allerdings, dass Diabetes häufig auch mit Fettstoffwechselstörungen einhergehen kann. Daher sollten Menschen mit Diabetes, genau wie Gesunde oder Personen mit erhöhtem Cholesterinspiegel, auch den Fettverzehr im Blick haben.

Bessere Blutzuckerkontrolle durch weniger Gewicht

Eine Gewichtsabnahme kann einen positiven Effekt auf Insulinempfindlichkeit, Blutzuckerspiegel und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Einen erheblichen Effekt auf den Blutzuckerspiegel hat auch das Körpergewicht. Übergewicht kann dazu beitragen, dass die Insulinwirkung im Körper nachlässt. Umgekehrt kann eine Gewichtsabnahme einen positiven Effekt auf Insulinempfindlichkeit, Blutzuckerspiegel und andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Blutfette haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Ihrer Diabetesberaterin oder Diätassistentin, besonders wenn Sie Übergewicht haben. Sie können Ihnen helfen, einen Ernährungsplan zu erstellen, der auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

Tabelle Glykämischer Index

Glykämischer Index (GI) Traubenzucker = GI 100Lebensmittel
90-100Reisdrink
70-90Weißbrot, Reiscracker, Reis (weiß), Kartoffeln (gekocht, gebacken), Kartoffelbrei (Instant), Cornflakes, Porridge aus Instant-Haferflocken, Fruchtschnitte (Himbeer), Sportdrink
50-70Mehrkornbrot, Graubrot, Blaubeer-Muffin, Couscous, Cornflakes mit 125 ml Milch, Porridge (Haferflocken in Wasser gekocht), Erdbeermarmelade, Honig, Sultaninen, Kürbis, Vanillejoghurt, Eiscreme (Vanille/Schokolade), Kartoffelchips, Schokoriegel (Mars), Limonade
30-50Spaghetti, Roggenvollkornbrot, Naturreis, Äpfel, Bananen, Erdbeeren, Orangen, Bohnen (grün), Karotten, Fruchtjoghurt (fettarm mit Zucker), Kuhmilch (3,5% Fett), Milchschokolade, Pizza (vegetarisch), Apfel-/Orangensaft (ohne Zuckerzusatz), Sojadrink (3% Fett)
<30Linsen (rot), Kidneybohnen, Fruchtjoghurt (fettarm mit Süßstoff), Joghurt (natur), Nuss-Nougat-Creme, Studentenfutter

Quellen:

Tabelle Glykämischer Index
Modifiziert nach: aid Infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V., Stand: 07.06.2013 (auf der Basis von: Atkinson FS et al.: International Tables of Glycemic Index and Glycemic Load Values: 2008. Diabetes Care 2008; 31:2281–2283)