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Colitis ulcerosa: Diagnosestellung

Colitis ulcerosa: Diagnosestellung

Untersuchungen zu Beginn und während des weiteren Verlaufs

Bei Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung sollte ein Gastroenterologe, also ein Facharzt für diese Erkrankungen, hinzugezogen werden. Kinder-Gastroenterologen sind zudem auf die Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert. 

Die Erstdiagnose einer Colitis ulcerosa wird im Wesentlichen aufgrund der Beschwerden und Symptome und des typischen Krankheitsverlaufs gestellt. Zur Bestätigung der Diagnose werden Bildgebung sowie laborchemische Untersuchungen durchgeführt.

Im weiteren Verlauf können erneut diagnostische Maßnahmen notwendig werden, wenn beispielsweise bei einem akuten Schub Ausmaß, Befallsmuster und Schweregrad der Colitis ulcerosa nochmals beurteilt werden müssen.

Krankheitsgeschichte und körperliche Untersuchung

Zunächst wird der Arzt eingehend nach den Beschwerden und der bisherigen Krankheitsgeschichte fragen (Anamnese). Druckschmerzhafte Bereiche und Verhärtungen werden durch Abtasten des Bauchraums identifiziert, auch der Analbereich wird nach Auffälligkeiten untersucht. Weitere Anzeichen sind z. B. eine Blutarmut, Temperaturerhöhung oder Veränderungen der Haut, Gelenke oder Augen. 

Spiegelung – der wichtige Blick in den Darm

Eine der wichtigsten Untersuchungen zur Diagnose einer Colitis ulcerosa ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Mit Hilfe flexibler Glasfaser-Instrumente (Endoskope), die durch den After eingeführt werden, kann der Facharzt den Darm von innen untersuchen. Schleimhautveränderungen, Gewebsschwellungen und -rötungen lassen sich dabei gut erkennen (siehe Abbildungen – mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Thomas Ochsenkühn, München). Vor der Untersuchung erhält der Patient in der Regel ein Beruhigungsmittel oder eine Kurznarkose und eventuell ein Schmerzmittel.

Zur genaueren Untersuchung werden bei der Koloskopie oft Gewebeproben entnommen. Sie dienen der Diagnosesicherung sowie zur Abgrenzung von einem Morbus Crohn (andere chronisch-entzündliche Darmerkrankung). In manchen Fällen kann eine Magenspiegelung notwendig sein, um einen Morbus Crohn sicher ausschließen zu können. 

Gesunde Darmschleimhaut
Gesunde Darmschleimhaut
Leichter Schub einer Colitis ulcerosa
Leichter Schub einer Colitis ulcerosa
Mäßiger Schub einer Colitis ulcerosa
Mäßiger Schub einer Colitis ulcerosa
Schwerer und sehr schwerer Schub einer Colitis ulcerosa
Schwerer und sehr schwerer Schub einer Colitis ulcerosa

Abbildung: Gesunde und veränderte Darmschleimhaut; mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Thomas Ochsenkühn, München

Röntgen, CT und MRT – Bilder und Schichten

Anhand von Röntgenuntersuchungen können typische Veränderungen des Darms dargestellt werden. Weil sich im Röntgenbild die Darmwand vom übrigen Weichteilgewebe kaum abhebt, ist dazu eine Kontrastmittelgabe notwendig. Detailliertere Informationen bietet die Computertomografie (CT), die das Gewebe schichtweise durchleuchtet und eine Serie von Querschnittsbildern hervorbringt.

Nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Magnetfeldern arbeitet die Kernspin- oder Magnetresonanztomografie (MRT). Auch sie ermöglicht eine schichtweise Betrachtung der Darmstrukturen und des umliegenden Gewebes. CT und MRT haben die gewöhnliche Röntgenuntersuchung bei der Diagnostik der Colitis ulcerosa heute weitgehend abgelöst.

Ultraschall – das Echo aus dem Bauch

Bei der Ultraschalluntersuchung (Sonografie) fährt der Arzt mit einem Schallkopf über die Bauchdecke. Das Echo der ausgesandten Schallwellen wird vom Gerät aufgezeichnet und in ein Graustufenbild umgewandelt. So lassen sich Verdickungen und Entzündungen der Darmwand darstellen, nicht aber die Art und Ursache der Entzündung. Bei der Verlaufskontrolle kann sie wertvolle Informationen über die Krankheitsaktivität und -ausdehnung liefern.

Laboruntersuchungen

Zu Beginn der Erkrankung sind die Blutwerte häufig noch unauffällig – gerade bei einer wenig ausgeprägten Symptomatik. Im Krankheitsverlauf finden sich meist Hinweise auf eine Entzündung wie zum Beispiel erhöhte Werte des C-reaktiven Proteins (CRP), eine beschleunigte Blutsenkung (BSG) oder eine erhöhte Anzahl von Leukozyten. Als typische Kennzeichen einer Entzündung treten diese Veränderungen allerdings häufig auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen auf.

Da eine Darmentzündung auch die Folge eines bakteriellen oder viralen Infekts sein kann, der sich durch ähnliche Symptome äußert, wird bei entsprechendem Verdacht auch eine Stuhlprobe entnommen und mikrobiologisch untersucht. Außerdem kann das Labor in einer Stuhlprobe nach bestimmten Eiweißstoffen suchen, sogenannten fäkalen Markern wie z. B. Calprotectin, die weitere Hinweise auf eine Colitis ulcerosa geben können.