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Gibt es eine Colitis-Diät?

Gibt es eine Colitis-Diät?

Eine definierte Diät, die bei Colitis ulcerosa hilft, gibt es leider nicht.

In beschwerdefreien Phasen, wenn keine Krankheitsaktivität und keine Komplikationen vorliegen, können im Allgemeinen die "10 Regeln der deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)" (www.dge.de) als Leitfaden für eine gesunde und ausgewogene Ernährung dienen.

Die 10 Regeln der DGE (PDF)

Bewusste Änderungen in der Ernährung helfen den Darm zu entlasten

Kochtopf mit gesunden Zutaten im Vordergrund

Während eines akuten Schubs mit vermehrten Durchfällen sollte man besonders auf ausreichende Flüssigkeits- und Kalorienzufuhr achten. Scharfe Gewürze, säurehaltige Lebensmittel wie unverdünnte Fruchtsäfte, hartschaliges Obst und Gemüse sowie hochprozentiger Alkohol können die entzündete Darmschleimhaut reizenAuch Milchzucker vertragen manche Patienten nur schlecht. Bekömmlicher sind Sauermilchprodukte wie Joghurt oder Dickmilch.

Darüber hinaus kann es individuell sehr unterschiedlich sein, welche Nahrungsmittel gut oder weniger gut verträglich sind. Aufschluss geben kann ein Ernährungstagebuch. Fällt dabei ein Nahrungsbestandteil unter den Verdacht der Unverträglichkeit, sollte man diesen zunächst einige Zeit lang meiden. Nimmt man ihn dann wieder zu sich und es treten erneut Beschwerden auf, sollte er aus dem Speiseplan gestrichen werden. Manche Nahrungsmittel werden auch in der beschwerdefreien Zeit gut vertragen, während eines akuten Schubs jedoch nicht.

Wichtig ist, sich beim Essen genügend Zeit zu nehmen, gut zu kauen und nicht zu große Portionen auf einmal zu sich zu nehmen. Das erleichtert die Verdauung.

Eine Ernährungsfachkraft kann in einem persönlichen Gespräch auf die individuelle Situation eingehen und detailliert beraten – nutzen Sie diese Möglichkeit.

„Künstliche“ Ernährung in speziellen Situationen

Bei mangelernährten Patienten, besonders wenn sie kurz vor einer Operation stehen, kann eine enterale Ernährung sinnvoll seinDabei erhält der Patient eine Trinklösung, in der alle notwendigen Nährstoffe bereits vorliegen (sogenannte Elementardiät oder Astronautenkost). Dadurch wird der Dickdarm entlastet. In besonderen Fällen kann Flüssignahrung auch durch eine Sonde, z. B. über die Nase, verabreicht werden.

Bei der sogenannten parenteralen Ernährung wird die normale Verdauung komplett ausgeschaltet. Alle notwendigen Nährstoffe werden dabei durch einen Infusionstropf direkt in die Venen geleitet. Das geschieht selten, beispielsweise bei einem sehr schweren (fulminanten) Schub der Colitis ulcerosa.