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Cholesterinwerte

Cholesterinwerte

Kennen Sie Ihre Cholesterinwerte?

Die Messung der Blutfette gehört heute standardmäßig zum Gesundheits-Check-up und anderen Vorsorgeuntersuchungen. Damit kann Ihr Arzt zusammen mit anderen Risikofaktoren abschätzen, wie hoch das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung im Einzelfall sein kann.

Es ist wichtig, alle relevanten Blutfettwerte zu kennen

Zu einem aussagefähigen Blutfettprofil gehören:

  • Gesamtcholesterin
  • LDL-Cholesterin ("schlechtes Cholesterin")
  • HDL-Cholesterin ("gutes Cholesterin")
  • Triglyzeride (Neutralfette)

Zu einem Blutfettprofil gehören die Werte des Gesamtcholesterin, des LDL-Cholesterin, des HDL-Cholesterin und der Triglyzeride.
Blutfettwerte

Zur Blutabnahme müssen Sie nüchtern kommen. Das heißt, die letzte Mahlzeit sollte mindestens zwölf Stunden zurückliegen. Andernfalls können die Messwerte verfälscht werden, vor allem die der Triglyzeride. Das Gesamtcholesterin allein sagt übrigens nur wenig aus. Die Werte der Einzelkomponenten (LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride) sind entscheidender für die Risikoeinschätzung. Die Blutfettwerte sollten bei Gesunden alle zwei Jahre kontrolliert werden. Die Kontrolle der Blutfettwerte ist besonders wichtig, wenn Körpergewicht oder Blutdruck deutlich ansteigen, die Wechseljahre beginnen oder andere Hinweise bzw. Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegen. Vor Beginn einer cholesterinsenkenden Therapie sollten die Blutfette mindestens zweimal im Abstand von 1 bis 12 Wochen gemessen werden.

Cholesterin-Messung: Das besagen die Ergebnisse

Bei gesunden Menschen sollten alle 2 Jahre die Blutfettwerte vom Arzt kontrolliert werden.
Blutfettwerte beim Arzt bestimmen lassen

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, in welchem Bereich ihre Blutfettwerte liegen sollten. Werte, die für Sie als unschädlich angesehen werden könnten, müssen es nicht für andere sein. Denn das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lässt sich nicht allein anhand der Cholesterinwerte beurteilen. Es müssen viele Risikofaktoren erfasst werden, zum Beispiel auch Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen, eine eventuell vorliegende Diabeteserkrankung oder eine familiäre Vorbelastung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Als günstige Werte für Gesunde gelten:

  • Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) bzw. 5,2 mmol/l (Millimol pro Liter)
  • LDL-Cholesterin unter 130 mg/dl (3,4 mmol/l)
  • HDL-Cholesterin über 40 mg/dl (1 mmol/l) für Männer, über 50 mg/dl (1,3 mmol/l) bei Frauen

Mit zunehmendem Alter und Bauchumfang steigt das Risiko

Übergewicht ist einer der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besonders das Bauchfett ist hier gefährlich.
Übergewicht vermeiden

Viele Menschen haben jedoch weitere Faktoren, die das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöhen können. Das sind u.a.:

  • Alter (Männer > 45 Jahre, Frauen > 55 Jahre)
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Rauchen
  • Niedriges HDL-Cholesterin
  • Bauchumfang: bei Männern über 94 cm, bei Frauen über 80 cm (Werte für weißhäutige Europäer)²
  • Familienvorgeschichte für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung (eine positive Familienvorgeschichte erhöht das Risiko bei Männern um das 2-fache, bei Frauen um das 1,7-fache).

Patienten mit einem erhöhten Risiko können von einem niedrigen LDL-Cholesterinspiegel profitieren. Dabei gilt: je höher das Risiko, desto niedriger sollte das LDL-Cholesterin sein. Ein sehr hohes Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln oder weitere Komplikationen - beispielsweise einen Herzinfarkt zu erleiden - haben Menschen mit einer bereits bekannten atherosklerosebedingten Herz-Kreislauf-Erkrankung, z. B.:

  • einer diagnostizierten koronaren Herzerkrankung (KHK) und/oder einem früheren Myokardinfarkt
  • einer sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (= pAVK) der Beinarterien („Schaufensterkrankheit“)
  • einem früheren durchblutungsbedingten Schlaganfall oder dem Nachweis einer klinisch relevanten atherosklerotisch bedingten Verengung der Halsschlagader
  • einer früheren Bypass-Operation oder einer Aufweitung der Herzkranzgefäße mittels Katheter
Ein durchblutungsbedingter Schlaganfall erhöht das Risiko weiterer Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ein Vielfaches.
Entstehung Schlaganfall

Ebenfalls ein sehr hohes Risiko haben Patienten mit Typ-2-Diabetes und Patienten mit Typ-1-Diabetes mit Organschäden sowie Patienten mit mäßiger bis schwerer chronischer Nierenerkrankung. Bei diesen Risikogruppen sollte das LDL-Cholesterin unter 70 mg/dl (1,8 mmol/l) liegen.

Erhöhte Blutfette – angeborene oder erworbene Fettstoffwechselstörungen

Sind die Blutfettspiegel erhöht, spricht der Arzt von einer Dyslipidämie. Betrifft dies allein das Cholesterin, wird auch von einer Hypercholesterinämie gesprochen, bei erhöhten Triglyzeriden dann folglich von einer Hypertriglyzeridämie. Verantwortlich dafür kann zum einen eine zu fett- und cholesterinhaltige Ernährung sein, zum anderen jedoch auch eine erbliche Veranlagung, die eine Störung des Fettstoffwechsels hervorruft. Außerdem werden bestimmte Stoffwechselerkrankungen oft von einer Dyslipidämie begleitet – z. B. ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Zu den Medikamenten, die Dyslipidämien auslösen können, zählen unter anderem Kortison-Präparate, hormonelle Verhütungsmittel („Pille“) oder bestimmte Entwässerungsmittel zur Bluthochdruckbehandlung.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e. V.: ESC Pocket Guidelines
Gesundheitsinformation Überblick: Erhöhte Cholesterinwerte (Erstellt am 14.08.2013; Letzte Aktualisierung am 29.08.2013)