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Behandlungsmöglichkeiten

Behandlungsmöglichkeiten

Nicht-medikamentöse Behandlung bei
erhöhten Cholesterinwerten

Nicht allein das Cholesterin in der Nahrung, sondern der gesamte Lebensstil eines Menschen kann Einfluss auf eine Fettstoffwechselstörung und das generelle Herz-Kreislauf-Risiko haben. Deshalb wird Ihr Arzt zu gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung raten. Das kann eine Behandlung mit Medikamenten in manchen Fällen zwar nicht ersetzen, aber es kann die Behandlung unterstützen und möglicherweise den Tablettenbedarf verringern.

Basis der Behandlung

Die Basis einer cholesterinsenkenden Behandlung ist die Optimierung des Lebensstils. Denn körperliche Inaktivität, Rauchen und Übergewicht sind wichtige Faktoren, die auch unabhängig von der Höhe des Cholesterinspiegels das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen können. Es kann aber sein, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um den gewünschten Zielwert für das LDL-Cholesterin zu erreichen. In diesem Falle kann dann ergänzend eine medikamentöse Behandlung angezeigt sein.

Weniger Fett, mehr Sport

Übergewicht abbauen, Ernährung umstellen, Aufgabe des Rauchens und mehr Bewegung in den Alltag bringen – das sind zusammengefasst die wichtigsten Aspekte eines herzgesunden Lebensstils.

Eine Gewichtsabnahme wirkt sich in jedem Fall positiv auf alle Herz-Kreislauf-Risikofaktoren aus.
Übergewicht abbauen

Eine Gewichtsabnahme, selbst wenn sie nur gering ausfällt, kann sich auch günstig auf Herz-Kreislauf-Risikofaktoren auswirken, nicht nur auf das Blutfettprofil. Von Übergewicht spricht man ab einem BMI (Body Mass Index = Körpermasseindex) von 25 kg/m2. Der BMI ist der Quotient aus Körpergewicht und Körpergröße zum Quadrat, die Einheit ist entsprechend kg/m2.

Wie hoch ist mein BMI?
Wie messe ich meinen Bauchumfang?

Bessere HDL-Cholesterin-Werte dank Sport

Körperliche Aktivität und eine insgesamt bewegungsfreudige Lebensweise können die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen unterstützen. Ziel sollte sein, täglich 30 Minuten körperlich aktiv zu sein, empfehlen die ärztlichen Fachgesellschaften. Sport, insbesondere Ausdauersport, kann das Profil der Blutfette verbessern und vor allem das schützende HDL-Cholesterin im Blut um ca. 10 % ansteigen lassen. Zusätzlich kann sich ein regelmäßiges Training positiv auf Blutdruck und Zuckerstoffwechsel auswirken. Außerdem kann ein "bewegter Lebensstil" helfen, das Gewicht zu halten oder sogar ein paar Pfunde zu verlieren. Alle positiven Effekte zusammen können so bewirken, dass das körperliche Training das Herz-Kreislauf-Risiko vermindern kann.

Durch Sport steigt das schützende HLD-Cholesterin im Blut an und verbessert so die Blutfettwerte.
Ausdauersport

Suchen Sie sich eine Art der körperlichen Betätigung, die gut zu Ihnen passt, Spaß macht und sich in den normalen Tagesablauf einbinden lässt. Das kann Schwimmen oder Tanzen sein, Walking oder Wasserball, Gymnastik oder Golf. Je nach Belieben. Es geht nicht um Hochleistung, sondern um Regelmäßigkeit. Bevor Sie ein Fitness-Programm starten, sollten Sie sicherheitshalber vorher Ihren Arzt zurate ziehen.

Aktiv im Alltag

Auch bei alltäglichen Dingen lässt sich die eine oder andere Bewegungseinheit unterbringen.

  • Die Treppe steht als Fitnessgerät fast überall bereit.
  • Mit dem Fahrrad kann man größere und kleinere Touren machen oder einfach zum Einkaufen fahren.
  • Und auch die Fahrt mit Bus oder U-Bahn lässt sich leicht in eine Trainingseinheit umwandeln, indem man eine Station eher aussteigt und den Rest zu Fuß geht.
  • Überlegen Sie, ob es nicht möglich wäre, am Wochenende mal einen längeren Spaziergang zu machen.

Kontinuierliche Bewegung ist wichtig, um sich fit und gesund zu fühlen und mit Energie durch den Alltag zu gehen. Hier können Sie sich verschiedene kurze Übungen herunterladen, die Sie ganz leicht in Ihr tägliches Leben integrieren können.

Tabelle: Kalorienverbrauch beim Sport

AktivitätVerbrauch* (kcal) pro MinuteBelastungsdauer für Verbrennung von 500 kcal
Laufen (9 km/h)10,050 Minuten
Laufen (12 km/h)11,444 Minuten
Laufen (15 km/h)13,138 Minuten
Radfahren8,063 Minuten
Gymnastik5,0100 Minuten
Tennis10,448 Minuten
Fußball13,138 Minuten
Schwimmen (Brust)11,045 Minuten
Skilanglauf13,038 Minuten

* Die Angaben für den Energieverbrauch beziehen sich auf eine Person mit 60 kg Körpergewicht.

Daten modifiziert von MSD nach Stéphane Franke: Das 1x1 der Sporternährung, München 2008

500 kcal = z.B. 100 Gramm gemischte Kekse, 100 Gramm Zartbitterschokolade (50 % Kakao), 2 einfache Hamburger

Vorteilhaft: Pflanzenöle und Fischfett

Zu einem gesunden Lebensstil bei erhöhten Blutfetten gehört auch eine bewusste Ernährung. Patienten mit einer Fettstoffwechselstörung sollten sich nicht nur fett- und cholesterinarm ernähren, sondern auch die richtigen Fette auswählen. Generell gilt: gesättigte Fettsäuren zum Beispiel aus fettreichen Wurst-, Käse- und Fleischsorten meiden und stattdessen pflanzliche Öle und pflanzliche Lebensmittel bevorzugen. Günstig sind außerdem fettreiche Fische wie Lachs, Hering und Thunfisch wegen ihres hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren.

Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Olivenöl, Rapsöl und anderen Pflanzenölen enthalten sind, wirken sich günstig auf den Cholesterinspiegel aus. Gesättigte Fettsäuren, die vor allem tierischen Ursprungs sind, können das LDL-Cholesterin erhöhen. Ein weiterer Vorteil pflanzlicher Nahrungsmittel ist, dass sie kein Cholesterin enthalten und meist reich an Ballaststoffen sind, die ebenfalls die Blutfette positiv beeinflussen.

Für einen gesunden Lebensstil ist eine bewusste und nährstoffreiche Ernährung unabdingbar.
Gesunde Ernährung

Als empfehlenswert gilt insgesamt eine Kost, wie sie in den Mittelmeerländern üblich ist, wie gegrillter Fisch, Salat in allen Variationen, üppige Gemüseportionen, meist zubereitet mit Olivenöl. Pizza mit üppigem Käsebelag oder Pasta mit fetten Sahnesaucen zählen allerdings nicht zu den empfehlenswerten Gerichten vom Mittelmeer. Auch die Asiaten ernähren sich traditionell herzgesund, nämlich fettarm und mit viel Fisch und Gemüse. Konkrete Tipps für eine herzgesunde Ernährung finden Sie hier.

Nichtraucher bleiben oder werden

Rauchen ist ebenfalls ein bedeutsamer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem kann es das Risiko für bestimmte Krebsarten und Atemwegserkrankungen erhöhen. Wer es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören, kann daher seine Lebenserwartung deutlich verlängern. Fragen Sie Ihren Arzt nach Unterstützung bei der Raucherentwöhnung.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung e.V.; ESC Pocket Guidelines; 3. Aufl.: 2012
The Task Force for the management of dyslipidaemias of the European Society of Cardiology (ESC) and the European Atherosclerosis Society (EAS); ESC/ EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias; European Heart Journal No. 32: 2011
M. Halle & A. Berg; Standards der Sportmedizin: Lipidstoffwechsel; Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin: Jahrgang 53; Heft 2: 2002
S. Franke; Das 1x1 der Sport-Ernährung; Copress; 1. Aufl.: 2008